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22.07.2021 - Kunst in der Unterführung zum Seepark in Mietersheim Graffiti ausdrücklich erwünscht

Eine junge Frau steht auf einer leeren Getränkekiste und besprüht die Wand einer Unterführung mit Graffiti.
In Aktion: Sarah Zepf (links) und Noah Tress gestalten die Unterführung zum Seepark neu.
Quelle: Stadt Lahr
Es wird wieder bunt an den Wänden der Unterführung zum Seepark in Mietersheim: Die Stadtverwaltung Lahr hat die zurückliegenden Unstimmigkeiten zum Anlass genommen, den Sachverhalt mit allen Beteiligten zu klären. Jetzt können die professionellen Graffitikünstlerinnen und -künstler aus Lahr die „Hall of Fame“ wieder als öffentliche Galerie nutzen.

Metallisches Klappern, Zischen, bunter Sprühnebel: Sarah Zepf steht auf einer leeren Getränkekiste, um die rund vier Meter hohe Wand zu bemalen. Gemeinsam mit David Rich und Noah Tress macht sie sich ans Werk: „Wir freuen uns, dass alles geklärt ist und wir wieder malen können.“ Auch einige Passantinnen und Passanten verweilen hier und da, um den Sprayerinnen und Sprayern bei der Arbeit zuzusehen.

Die Unterführung ist Teil einer Brücke der Bundesstraße 3 und liegt somit im Verantwortungsbereich des Regierungspräsidiums Freiburg. In Absprache der Stadt Lahr mit der dort zuständigen Abteilung Mobilität, Verkehr, Straßen sowie der Polizei steht einer künstlerischen Gestaltung der Widerlagerwände nichts im Wege. Das „Who is who“ der Lahrer Graffiti-Szene kann sich nun wieder an der so genannten Hall of Fame kreativ verwirklichen. Einige Regeln gilt es jedoch zu beachten, wie beispielsweise das Verbot von diskriminierenden oder rassistischen Motiven. Umfassende Hinweise gibt es in Kürze auf www.lahr.de.

Diana Frei, Ortsvorsteherin von Mietersheim, ist ein Fan von Graffiti-Art und begrüßt die farbenfrohe Rückkehr der Künstlerinnen und Künstler. Kulturamtsleiterin Cornelia Lanz steht im engen Kontakt mit der Sprayergruppe und hat schon Pläne für gemeinsame Projekte wie beispielsweise ein mithilfe von Spraydosen kreiertes Bühnenbild für kommende kulturelle Veranstaltungen.

„Es ist uns ein Anliegen, legale Graffitikunst zu fördern, indem wir Flächen zur Verfügung stellen. Gleichzeitig müssen wir uns als Stadt aber auch Gedanken darüber machen, wie wir in Zukunft mit unerwünschten, illegalen Graffitis umgehen und sie auch verhindern können. Hierzu erarbeiten wir eine Vorlage, mit der wir die Gremien nach der Sommerpause befassen möchten“, erklärt Erster Bürgermeister Guido Schöneboom zum weiteren Vorgehen.

Ein Schild an der Unterführung wird in Kürze darauf aufmerksam machen, dass „Graffiti ausdrücklich erwünscht“ sind.

Eine Gruppe steht vor Graffiti-Kunst in einer Unterführung.
Erster Bürgermeister Guido Schöneboom, Kulturamtsleiterin Cornelia Lanz (von links) und Mietersheims Ortsvorsteherin Diana Frei (Dritte von rechts) greifen gemeinsam mit den Sprayerinnen und Sprayern Noah Tress, Sarah Zepf, David Rich und Markus Föhrenbacher zur Spraydose.
Quelle: Stadt Lahr