2 Bevölkerung Bewegung
Die Stadt verzeichnet seit 2018 einen anhaltenden Sterbeüberschuss bei gleichzeitig rückläufigen Geburtenzahlen (TFR: 1,50 in 2025), der nur durch kontinuierliche Zuwanderung kompensiert wird. Die Zusammengefasste Geburtenziffer liegt zwar über Bundes- und Landesdurchschnitt, aber deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1 (siehe Kapitel 2.2). Positive Wanderungssalden in allen Jahren seit 2014 – mit Spitzenwerten 2022 (+1.309) – sichern das Bevölkerungswachstum (siehe Kapitel 2.4), wobei sich erhebliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen zeigen: Während Oststadt und Mietersheim hohe Geburtenraten aufweisen, prägen Stadtmitte und Nordstadt hohe Sterberaten.
Handlungsempfehlungen:
- Familienförderung als Priorität: Gezielte Unterstützung junger Familien durch Kinderbetreuung, flexible Arbeitsmodelle und bezahlbaren Wohnraum, um Geburtenrückgang zu begegnen
- Zuwanderung aktiv gestalten: Integrations- und Willkommensinfrastruktur ausbauen, da Bevölkerungswachstum ausschließlich durch Migration gesichert wird
- Stadtteilspezifische Strategien entwickeln: Unterschiedliche demografische Profile erfordern differenzierte Ansätze bei Infrastruktur, Wohnraum und sozialen Angeboten
- Attraktivität für alle Altersgruppen sichern: Balance zwischen familienfreundlichen Angeboten für Junge (20-40 Jahre) und altersgerechter Infrastruktur für Ältere schaffen
2.1 Geburten & Sterbefälle
Seit 2018 übersteigen die Sterbefälle kontinuierlich die Geburten, was zu einem wachsenden Sterbeüberschuss führt. Die Geburtenzahlen sind seit 2017 rückläufig, während die Sterbefälle tendenziell zunehmen. Zwischen den Stadtteilen zeigen sich deutliche Unterschiede: 2025 weisen nur Oststadt, Südstadt und Mietersheim einen positiven natürlichen Saldo auf.
Handlungsempfehlungen:
- Familienförderung ausbauen: Gezielte Unterstützung junger Familien durch Kinderbetreuung und bezahlbaren Wohnraum
- Zuwanderung strategisch steuern: Aktive Integrationspolitik zur Kompensation des negativen natürlichen Saldos
- Altersgerechte Infrastruktur differenziert planen: Stadtteilspezifische Konzepte für unterschiedliche Altersstrukturen
- Attraktivität für junge Menschen erhöhen: Ausbau familienfreundlicher Angebote in Stadtteilen mit niedrigen Geburtenraten
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Geburten und Sterbefälle sowie deren Saldo (natürliche Bevölkerungsbewegung) im Zeitraum von 2014 bis 2025 auf Basis des Verarbeitungsdatums im Melderegister.
In den Jahren 2014, 2016 und 2017 verzeichnete die Bevölkerung einen Geburtenüberschuss zwischen 50 und 77 Personen. Ab 2018 kehrte sich dieser Trend um: Seitdem übersteigen die Sterbefälle kontinuierlich die Geburtenzahlen, was zu einem zunehmenden Sterbeüberschuss führt.
Die Geburtenzahlen zeigen seit 2017 einen rückläufigen Trend, unterbrochen durch einen leichten Anstieg im Jahr 2021. Im Jahr 2025 stiegen die Geburten gegenüber dem Vorjahr marginal um weniger als 5 Fälle an. Die Sterbefälle sind seit 2014 kontinuierlich angestiegen und erreichten 2021 ihren Höchststand. Anschließend gingen sie wieder zurück, zeigen jedoch im letzten Jahr erneut einen leichten Anstieg.
Der negative natürliche Saldo deutet auf eine demografische Herausforderung hin, bei der die Bevölkerung ohne Zuwanderung schrumpfen würde.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung stellt die Entwicklung der Geburten und Sterbefälle für die Lahrer Stadtteile im Zeitraum von 2014 bis 2025 dar. Die Darstellung erfolgt als Facetten-Grafik mit stadtteilspezifischer Skalierung, wodurch die absoluten Werte zwischen den Stadtteilen nicht direkt vergleichbar sind. Der jeweilige Geburten- bzw. Sterbeüberschuss ist farblich gekennzeichnet (grün für Geburtenüberschuss, violett für Sterbeüberschuss).
Die Stadtteile zeigen deutlich unterschiedliche demografische Muster: Stadtmitte und Nordstadt weisen durchgängig mehr Sterbefälle als Geburten auf. In der Stadtmitte ist dies auf die Präsenz von Pflegeheimen zurückzuführen, während in der Nordstadt die Altersstruktur der Bevölkerung für den konstanten Sterbeüberschuss verantwortlich ist.
Oststadt hingegen verzeichnet aufgrund einer jüngeren Bevölkerungsstruktur durchweg mehr Geburten als Sterbefälle und hebt sich damit deutlich von den anderen Stadtteilen ab.
Bei den übrigen Stadtteilen ergibt sich kein einheitliches Bild. Allerdings zeigt sich tendenziell ein Übergewicht der Sterbefälle gegenüber den Geburtenzahlen, was auf die allgemeine demografische Entwicklung hindeutet.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Tabelle zeigt die Geburten, Sterbefälle und den natürlichen Saldo für die einzelnen Stadtteile sowohl in absoluten Zahlen als auch bezogen auf 1.000 Einwohner für das Jahr 2025.
Bei den Geburtenraten (je 1.000 Einwohner) weist die Oststadt mit 14,5 den höchsten Wert auf, gefolgt von Mietersheim mit 11,3. Das Schlusslicht bildet Hugsweier mit lediglich 2,6 Geburten je 1.000 Einwohner.
Die höchsten Sterberaten (je 1.000 Einwohner) verzeichnen die Stadtmitte mit 15,5, die Nordstadt mit 14,4 und Mietersheim mit 10,2. Diese Werte spiegeln die bereits in den vorherigen Abbildungen erkennbaren Strukturunterschiede wider, insbesondere die Konzentration von Pflegeeinrichtungen in der Stadtmitte und die ältere Bevölkerungsstruktur in der Nordstadt.
Der natürliche Saldo je 1.000 Einwohner fällt nur in drei Stadtteilen positiv aus: In der Oststadt mit einem deutlichen Überschuss von 10,5, in der Südstadt mit 1,1 sowie in Mietersheim mit 1,0. Alle anderen Stadtteile, bis auf Hugsweier, wo die Anzahl an Sterebfällen die Anzahl an Geburten im Jahr 2025 entsprach, weisen einen negativen natürlichen Saldo auf, was bedeutet, dass dort mehr Menschen sterben als geboren werden.
2.2 Geburten-Fokus
Die Zusammengefasste Geburtenziffer ist von 1,92 (2017) auf 1,50 (2025) gesunken und liegt damit deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1, jedoch noch über dem Bundes- und Landesschnitt. Die räumliche Analyse zeigt starke Unterschiede zwischen den Stadtteilen, wobei insbesondere die Oststadt mit einer Geburtenrate von 14,5 je 1.000 Einwohner hervorsticht. Das durchschnittliche Alter der Mütter steigt kontinuierlich auf 30,3 Jahre, während die Altersstruktur der Frauen eine Konzentration in den Altersgruppen 35-40 Jahre aufweist – deutlich über dem geburtenstärksten Alter von 29 Jahren.
Handlungsempfehlungen:
- Gezielte Familienförderung in den Altersgruppen 25-35 Jahre: Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, flexiblen Arbeitszeitmodellen und bezahlbarem Wohnraum, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der geburtenstärksten Phase zu erleichtern.
- Stadtteilspezifische Strategien entwickeln: Erfolgsmodelle aus der Oststadt (hohe Geburtenrate) analysieren und auf andere Stadtteile übertragen; geburtenarme Stadtteile wie Hugsweier gezielt familienfreundlicher gestalten.
- Anreize für frühere Familiengründung schaffen: Programme zur Unterstützung junger Familien (unter 30 Jahre) etablieren, um dem Trend zur späteren Mutterschaft entgegenzuwirken und die geburtenstärksten Jahre besser zu nutzen.
- Langfristige Wohnraumpolitik für Familien: Familiengerechten und bezahlbaren Wohnraum besonders in Stadtteilen mit günstiger Altersstruktur (mehr Frauen zwischen 25-30 Jahren) sichern, um das vorhandene Geburtenpotenzial zu aktivieren.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Karte zeigt die räumliche Verteilung der Geburtenrate (Geburten je 1.000 Einwohner) für das Jahr 2025. Die interaktiven Labels geben zusätzlich Auskunft über die absoluten Geburtenzahlen je Stadtteil.
Die räumliche Darstellung verdeutlicht die erheblichen Unterschiede in der Geburtenintensität zwischen den Stadtteilen. Die Oststadt weist mit 14,5 Geburten je 1.000 Einwohner die mit Abstand höchste Geburtenrate auf, gefolgt von Mietersheim mit 11,3. Am unteren Ende der Skala befindet sich Hugsweier mit lediglich 2,6 Geburten je 1.000 Einwohner.
Die geografische Verteilung lässt Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Alters- und Sozialstrukturen der Stadtteile zu. Stadtteile mit höheren Geburtenraten zeichnen sich typischerweise durch einen höheren Anteil junger Familien und familienfreundliche Wohnstrukturen aus, während niedrige Geburtenraten häufig mit einer älteren Bevölkerungsstruktur oder einem geringeren Anteil an Familienhaushalten korrespondieren.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung kombiniert ein Balkendiagramm zur Anzahl der Geburten (linke y-Achse) mit zwei Linienplots zur Allgemeinen Fruchtbarkeitsziffer (Geburten je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren) und zum Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt (beide auf der rechten y-Achse).
Die Geburtenzahlen zeigen einen volatilen Verlauf: Ausgehend von 482 Geburten im Jahr 2014 stiegen sie auf einen Höchststand von 531 in 2017, gingen auf 495 in 2020 zurück und erreichten 2021 mit 517 Geburten einen weiteren Zwischenhöhepunkt. Danach folgte ein deutlicher Rückgang auf 435 Geburten in 2024, mit einer minimalen Erholung auf 438 in 2025.
Die Allgemeine Fruchtbarkeitsziffer entwickelte sich ähnlich: Von 51,0 in 2014 stieg sie auf 55,6 in 2017, fiel auf 51,2 in 2020, erholte sich auf 53,3 in 2021 und erreichte 2025 mit 42,2 den niedrigsten Wert des Beobachtungszeitraums. Dies deutet darauf hin, dass der Geburtenrückgang nicht nur durch demografische Veränderungen (weniger Frauen im gebärfähigen Alter), sondern auch durch eine sinkende Geburtenneigung verursacht wird.
Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ist kontinuierlich von 29,2 Jahren in 2014 auf 30,3 Jahre in 2025 angestiegen. Diese Entwicklung entspricht dem bundesweiten Trend zur späteren Familiengründung und kann mit längeren Ausbildungszeiten, veränderten Lebensmodellen und beruflichen Prioritäten in Verbindung gebracht werden.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung besteht aus zwei übereinanderliegenden Diagrammen mit einer gemeinsamen x-Achse, die das Alter von 15 bis 45 Jahren abbildet.
Das obere Diagramm zeigt die durchschnittliche Anzahl an Frauen im gebärfähigen Alter für die Zeiträume 2015-2019 und 2020-2024 als Balkendiagramm sowie die tatsächliche Anzahl der Frauen im Jahr 2025 als Liniendarstellung. Die Altersstruktur weist die höchste Frauenzahl in der Altersgruppe zwischen 35 und 40 Jahren auf, während die wenigsten Frauen zwischen 20 und 25 Jahren leben – diese Altersgruppe liegt auch unter dem Durchschnitt der vorangegangenen Perioden. Gegenüber dem historischen Durchschnitt leben aktuell mehr Frauen vor allem in den Altersgruppen 25-30 Jahre, ab 37 Jahren sowie zwischen 15 und 20 Jahren.
Das untere Diagramm stellt die Anzahl der Geburten pro 1.000 Frauen in der jeweiligen Altersklasse dar. Die interaktiven Tooltips zeigen zusätzlich den Anteil an allen Geburten. Die Verteilung folgt nahezu einer Normalverteilung mit dem Maximum bei 29 Jahren – in diesem Alter gebären die meisten Frauen ihre Kinder.
Die kombinierte Darstellung verdeutlicht eine zentrale demografische Herausforderung: Die Altersgruppe mit den wenigsten Frauen (20-25 Jahre) liegt unmittelbar vor dem geburtenstärksten Alter von 29 Jahren. Gleichzeitig konzentriert sich die Frauenzahl auf höhere Altersgruppen (35-40 Jahre), in denen die Geburtenneigung bereits deutlich niedriger ist. Diese Diskrepanz zwischen Altersstruktur und Geburtenmuster erklärt die rückläufigen Geburtenzahlen.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Zusammengefassten Geburtenziffer (Total Fertility Rate, TFR) im Zeitraum von 2014 bis 2025. Die TFR gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich bekommen würde, wenn die altersspezifischen Geburtenziffern des jeweiligen Jahres konstant blieben. Als Referenzlinie ist das Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern je Frau eingezeichnet – der Wert, der langfristig für eine stabile Bevölkerungszahl ohne Migration erforderlich wäre.
Die TFR entwickelte sich volatil und liegt durchgängig deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau. Ausgehend von 1,82 in 2014 stieg sie zunächst auf einen Höchstwert von 1,92 in 2017, fiel dann auf 1,77 in 2020 und erholte sich leicht auf 1,83 in 2021. Anschließend folgte ein drastischer Rückgang auf 1,48 in 2024 – den niedrigsten Wert des gesamten Beobachtungszeitraums. Im Jahr 2025 zeigt sich mit 1,50 eine minimale Stabilisierung auf niedrigem Niveau.
Im Vergleich liegt die lokale TFR von 1,50 (2025) über dem bundesweiten Durchschnitt von 1,35 (DESTATIS, 2024) und über dem Wert für Baden-Württemberg von 1,39 (statistik-bw, 2024). Damit zeigt sich eine überdurchschnittliche Geburtenhäufigkeit im regionalen Vergleich. Der bundesweite Trend zeigt ebenfalls einen starken Rückgang: In Deutschland sank die TFR von 1,61 (2021) auf 1,35 (2024).
Die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen sind erheblich: Ländlich geprägte Regionen weisen traditionell höhere Kinderzahlen je Frau auf als städtische Gebiete (statistik-bw, 2024). Besonders niedrig sind die Geburtenziffern in Universitätsstädten – so verzeichneten Heidelberg (0,99), Karlsruhe (1,08) und Freiburg (1,10) die niedrigsten Werte in Baden-Württemberg, während ländliche Kreise wie Tuttlingen (1,72) oder Rottweil (1,65) deutlich höhere Werte erreichten.
Der anhaltende Abstand zum Bestandserhaltungsniveau verdeutlicht, dass die Geburtenrate nicht ausreicht, um die Bevölkerung aus eigener Kraft zu erhalten. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung langfristig schrumpfen.
2.3 Sterbe-Fokus
Die Sterberaten unterscheiden sich erheblich zwischen den Stadtteilen (Stadtmitte: 15,5 vs. Oststadt: niedrigste Rate) aufgrund unterschiedlicher Altersstrukturen und Pflegeeinrichtungen. Männer weisen in allen Altersklassen ab 40 Jahren höhere Sterberaten auf. Die Sterblichkeitskurve zeigt das typische J-förmige Muster mit Peaks bei Männern um 20 Jahre und bei Frauen um 40 Jahre.
Handlungsempfehlungen:
- Pflegeinfrastruktur bedarfsgerecht ausbauen: Kapazitäten in Stadtmitte und Nordstadt sichern
- Geschlechtsspezifische Prävention: Gesundheitsprogramme für Männer ab 40 intensivieren; Unfallprävention für junge Männer verstärken
- Frauengesundheit stärken: Präventionsangebote für Frauen um das 40. Lebensjahr ausbauen
- Stadtteilspezifische Versorgung: Unterschiedliche Bedarfe zwischen jung und alt strukturierten Stadtteilen berücksichtigen
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Karte zeigt die räumliche Verteilung der Sterberate (Sterbefälle je 1.000 Einwohner) für das Jahr 2025 auf Basis des Verarbeitungsdatums im Melderegister. Die interaktiven Labels geben zusätzlich Auskunft über die absoluten Sterbefallzahlen je Stadtteil.
Die räumliche Darstellung verdeutlicht erhebliche Unterschiede in der Sterbeintensität zwischen den Stadtteilen. Die Nordstadt und die Stadtmitte weisen mit 14,4 bzw. 15,5 Sterbefällen je 1.000 Einwohner die höchsten Sterberaten auf. Diese Werte spiegeln die bereits in den vorherigen Analysen identifizierten Strukturmerkmale wider: die Konzentration von Pflegeeinrichtungen in der Stadtmitte sowie die ältere Bevölkerungsstruktur in der Nordstadt.
Am anderen Ende der Skala befindet sich die Oststadt mit der niedrigsten Sterberate. Dies korrespondiert mit der jüngeren Altersstruktur dieses Stadtteils, der auch die höchste Geburtenrate aufweist.
Die geografische Verteilung der Sterberaten ist ein direkter Spiegel der unterschiedlichen Altersstrukturen und Wohnformen in den einzelnen Stadtteilen und unterstreicht die Notwendigkeit stadtteilspezifischer Planungsansätze für Pflege- und Gesundheitsinfrastruktur.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Sterberate (Sterbefälle je 1.000 Einwohner) differenziert nach Geschlecht im Zeitraum von 2014 bis 2025.
Die Sterberate der Frauen verläuft vergleichsweise stabil auf einem Niveau von etwa 10 Promille bis 2019. In den Jahren 2020 und 2021 ist ein deutlicher Anstieg auf etwas mehr als 12 Promille zu verzeichnen, bevor die Rate ab 2022 wieder auf das frühere Niveau von etwas über 10 Promille zurückgeht und dort bis 2025 (10,2 Promille) verbleibt.
Die Sterberate der Männer zeigt einen deutlich volatileren Verlauf mit stärkeren Schwankungen. Ausgehend von etwa 9 Promille in 2014 stieg sie auf 11 in 2015, fiel wieder auf 9 in 2016 und 2017, um dann auf über 11 Promille in 2018 und 2019 anzusteigen. Im Jahr 2020 sank sie auf 9,7 Promille, bevor ein markanter Anstieg auf 11,5 (2021), 12,9 (2022) und 11,6 Promille (2023) folgte. Im Jahr 2024 fiel die Rate deutlich auf 9,2 Promille und stieg 2025 wieder leicht auf 10,2 Promille – den gleichen Wert wie bei den Frauen.
Die Anstiege in den Jahren 2020-2023, insbesondere der deutliche Peak bei den Männern 2022, könnten auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zurückzuführen sein. Die Konvergenz beider Geschlechter auf 10,2 Promille im Jahr 2025 deutet auf eine Normalisierung der Sterblichkeitsverhältnisse hin.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Sterberate (Sterbefälle je 1.000 Einwohner) differenziert nach fünf Altersklassen und Geschlecht für das Jahr 2025.
Die Sterberaten steigen exponentiell mit zunehmendem Alter an und zeigen in den höheren Altersklassen deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede:
In der jüngsten Altersklasse 0-39 Jahre liegt die Sterberate bei beiden Geschlechtern auf sehr niedrigem Niveau von etwa 0,5 Promille.
In der Altersklasse 40-59 Jahre zeigt sich bereits ein merklicher Unterschied: Während die Sterberate bei Männern bei 4 Promille liegt, beträgt sie bei Frauen lediglich 2 Promille.
Die geschlechtsspezifische Differenz verstärkt sich in der Altersklasse 60-74 Jahre deutlich: Männer weisen mit 17 Promille eine doppelt so hohe Sterberate auf wie Frauen mit etwa 8,5 Promille.
In der Altersklasse 75-89 Jahre steigen die Sterberaten stark an. Männer verzeichnen 68 Promille, Frauen 48,5 Promille – die absolute Differenz nimmt zu, während das Verhältnis ähnlich bleibt.
Die höchste Altersklasse 90+ Jahre weist erwartungsgemäß die höchsten Sterberaten auf: 241 Promille bei Männern und 209,5 Promille bei Frauen. Hier nähern sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede relativ betrachtet an.
Die durchgängig höheren Sterberaten der Männer in allen Altersklassen ab 40 Jahren spiegeln die geringere Lebenserwartung von Männern wider und können auf unterschiedliche Gesundheitsrisiken, Lebensstile und biologische Faktoren zurückgeführt werden.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die altersspezifische Sterblichkeit auf einer logarithmischen Skala (y-Achse) im Verhältnis zum Lebensalter (x-Achse). Dargestellt ist ein geglätteter 11-jähriger Durchschnitt für den Zeitraum 2015 bis 2025, differenziert nach Geschlecht.
Der Kurvenverlauf folgt dem charakteristischen J-förmigen Muster der menschlichen Sterblichkeit: Eine erhöhte Säuglingssterblichkeit im ersten Lebensjahr, gefolgt von einem ausgeprägten Minimum zwischen 5 und 15 Jahren – der Phase mit der geringsten Sterblichkeit über die gesamte Lebensspanne. Anschließend steigt die Sterblichkeit exponentiell mit dem Alter an, was durch die logarithmische Skalierung als nahezu linearer Anstieg dargestellt wird.
Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind deutlich erkennbar: Die Sterblichkeitskurve der Männer liegt durchgängig über jener der Frauen, was die geringere Lebenserwartung von Männern widerspiegelt. Bemerkenswert sind zudem geschlechtsspezifische Auffälligkeiten im jungen und mittleren Erwachsenenalter: Bei Männern zeigt sich ein kleiner Peak im Alter um die 20 Jahre, bei Frauen ein leichter Peak kurz vor 40 Jahren. Der männliche Peak um 20 Jahre könnte auf erhöhte Risiken durch Unfälle, riskanteres Verhalten oder Verkehrsunfälle zurückzuführen sein, während der weibliche Peak um 40 Jahre möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Ende der reproduktiven Phase zusammenhängt.
Die logarithmische Darstellung ermöglicht es, die enormen Größenordnungsunterschiede der Sterblichkeit zwischen jungen und alten Menschen in einer Grafik übersichtlich darzustellen und verdeutlicht den exponentiellen Charakter des Alterungsprozesses.
2.4 Zu- & Fortzüge
Die Stadt verzeichnet seit 2014 durchgängig positive Wanderungssalden, die den negativen natürlichen Saldo kompensieren und das Bevölkerungswachstum ermöglichen. Besonders hohe Zuzugsüberschüsse gab es 2016 (+868), 2022 (+1.309) und 2024 (+736). Die kleinräumige Analyse zeigt deutliche Unterschiede: Während Stadtteile tendenziell Zuzugsüberschüsse aufweisen, kehrte sich 2025 erstmals der Trend in Oststadt und Südstadt um. Ortsteile zeigen volatile Muster. Die höchsten Wanderungsgewinne 2025 verzeichnen Stadtmitte (+34 je 1.000 EW) und der herangewachsene Ortsteil Kuhbach (+33,6), während Mietersheim erstmals einen Fortzugsüberschuss (-16,2) aufweist.
Handlungsempfehlungen:
- Attraktivität der Stadtteile sichern: Ursachen für Fortzugsüberschüsse in Oststadt und Südstadt analysieren; bezahlbaren Wohnraum und Infrastruktur erhalten
- Herangewachsene Ortsteile integrieren: Kuhbach und Mietersheim durch Infrastrukturausbau und ÖPNV-Anbindung besser in die Stadt einbinden
- Wohnraumstrategie anpassen: Fluktuation in urbanen Zentren durch vielfältige Wohnformen (Eigentum, Langzeitmiete) reduzieren
- Binnenwanderung steuern: Stadtteilspezifische Angebote schaffen, um unerwünschte Verdrängungseffekte zu vermeiden
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Zuzüge und Fortzüge sowie den daraus resultierenden Wanderungssaldo im Zeitraum von 2014 bis 2025 auf Basis des Verarbeitungsdatums im Melderegister.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg überstiegen die Zuzüge kontinuierlich die Fortzüge, sodass sich in jedem Jahr ein positiver Wanderungssaldo einstellte. Dies zeigt, dass die Stadt durchgängig als attraktiver Wohn- und Lebensstandort wahrgenommen wird.
Die Wanderungssalden fallen dabei unterschiedlich stark aus: Besonders hohe Zuzugsüberschüsse verzeichneten die Jahre 2015 und 2016 (mit einem Höchstwert von +868 in 2016) sowie 2018. Der mit Abstand größte Wanderungsgewinn wurde im Jahr 2022 mit +1.309 Personen erreicht. Auch 2024 fiel mit +736 Personen überdurchschnittlich aus.
Die positiven Wanderungssalden kompensieren den negativen natürlichen Saldo (Sterbeüberschuss) und sind somit der entscheidende Faktor für das Bevölkerungswachstum der Stadt. Die hohen Werte in 2015/2016 und 2022 stehen mit den besonderen Zuwanderungsereignissen (Flüchtlingsbewegungen aus Syrien und der Ukraine) sowie durch einen verstärkten Wohnungsbau in Zusammenhang.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung stellt die Entwicklung der Zuzüge und Fortzüge für die einzelnen Stadtteile im Zeitraum von 2014 bis 2025 dar, einschließlich der Binnenwanderung zwischen den Stadtteilen. Die Darstellung erfolgt als Facetten-Grafik mit stadtteilspezifischer Skalierung der y-Achse, wodurch die absoluten Werte zwischen den Stadtteilen nicht direkt vergleichbar sind, aber die jeweiligen Entwicklungsmuster deutlich erkennbar werden.
Die Analyse zeigt einen markanten Unterschied zwischen Stadtteilen und Ortsteilen: In den Stadtteilen (Stadtmitte, Nordstadt, Oststadt, Südstadt) überwiegen tendenziell die Zuzüge, was auf deren Attraktivität als urbane Wohnstandorte hindeutet. Allerdings ist diese Entwicklung nicht einheitlich: Im Jahr 2025 kehrte sich der Trend in der Südstadt und der Oststadt um – hier zogen erstmals mehr Menschen fort als hinzu. Dies könnte auf veränderte Wohnpräferenzen, steigende Miet- oder Immobilienpreise oder andere lokale Faktoren zurückzuführen sein.
Die Ortsteile zeigen ein deutlich volatileres Wanderungsmuster ohne klare Tendenz. Fortzugsüberschüsse und Zuzugsüberschüsse wechseln sich unregelmäßig ab, was auf die geringeren absoluten Fallzahlen und die spezifischen lokalen Entwicklungen in den kleineren Ortsteilen zurückzuführen ist. Diese Schwankungen erschweren die Prognose künftiger Wanderungsbewegungen in diesen Gebieten.
Die Einbeziehung der Binnenwanderung zeigt, dass Wanderungsbewegungen nicht nur zwischen der Stadt und externen Gebieten, sondern auch innerhalb des Stadtgebiets eine wichtige Rolle spielen und die Bevölkerungsverteilung zwischen den Stadtteilen beeinflussen.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Tabelle zeigt die Zuzüge, Fortzüge und den Wanderungssaldo für die einzelnen Stadtteile sowohl in absoluten Zahlen als auch bezogen auf 1.000 Einwohner für das Jahr 2025. Die Daten umfassen sowohl externe Wanderungen als auch Binnenwanderungen zwischen den Stadtteilen.
Bei den Zuzugsraten (je 1.000 Einwohner) weisen die Oststadt und die Stadtmitte mit jeweils etwa 150 die höchsten Werte auf, gefolgt von Dinglingen-West mit etwa 140 und dem Ortsteil Kuhbach mit 111. Diese hohen Zuzugsraten spiegeln die Attraktivität dieser Standorte wider.
Die höchsten Fortzugsraten verzeichnen ebenfalls die Oststadt (160), die Stadtmitte (116) und die Dinglingen-West (etwa 140). Die hohe Mobilität in diesen Stadtteilen deutet auf eine starke Fluktuation hin, die typisch für urbane Zentren mit vielen Mietwohnungen und einer jüngeren, mobileren Bevölkerung ist.
Der Wanderungssaldo je 1.000 Einwohner fällt unterschiedlich aus: Die größten positiven Salden verzeichnen die Stadtmitte (+34) und der Ortsteil Kuhbach (+33,6), der mittlerweile räumlich an die Stadt herangewachsen ist. Die Dinglingen-West weist trotz hoher Zu- und Fortzugsraten einen leicht positiven Saldo auf.
Der negativste Saldo findet sich in Mietersheim (-16,2), einem Ortsteil, der ebenfalls an die Stadt herangewachsen ist. Bemerkenswert ist, dass Mietersheim bis 2023 noch hohe Zuzugsüberschüsse verzeichnete und sich der Trend erst kürzlich umgekehrt hat. Dies könnte auf eine Sättigung des lokalen Wohnungsmarktes oder veränderte Präferenzen hindeuten.
Die Unterschiede zwischen den etablierten Stadtteilen mit hoher Fluktuation und den herangewachsenen Ortsteilen mit volatileren Wanderungsmustern unterstreichen die Notwendigkeit differenzierter Wohnraum- und Infrastrukturstrategien.
2.5 Wander-Fokus
Die altersspezifische Analyse zeigt einen Peak der Wanderungsbewegungen bei 25 Jahren mit kontinuierlichem Rückgang im höheren Alter. Zuzugsüberschüsse konzentrieren sich auf Kinder bis 18 Jahre und Personen zwischen 20 und 40 Jahren. Das Jahr 2022 sticht durch außergewöhnlich hohe Zuzüge aus der Ukraine hervor. Regional zeigen sich konstante Zuzugsüberschüsse aus Baden-Württemberg und Deutschland, während 2023 temporär mehr Menschen ins Umland zogen. International bestehen Fortzugsüberschüsse in die Schweiz und nach Italien, Zuzugsüberschüsse aus Ukraine, Kosovo, Indien sowie Europa und Asien. 2025 kehrte erstmals der Wanderungssaldo mit Syrien ins Negative. Die Binnenwanderung konzentriert sich auf die Kernstadt-Stadtteile.
Handlungsempfehlungen:
- Zielgruppengerechtes Wohnraumangebot: Fokus auf junge Familien (20-40 Jahre) und Berufseinsteiger (um 25 Jahre) mit passenden Wohnformen und Größen
- Integrations- und Willkommensinfrastruktur stärken: Beratungsangebote für internationale Zuzüge ausbauen; Rückkehrberatung etablieren
- Suburbanisierung entgegenwirken: Attraktivität gegenüber dem Umland durch Wohnqualität, Infrastruktur und Lebensqualität in der Kernstadt sichern
- Binnenwanderung erleichtern: Umzugsmanagement und Wohnungsvermittlung innerhalb der Stadt verbessern, um Bindung an die Gesamtstadt zu stärken
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Karte zeigt die räumliche Verteilung des Wanderungssaldos (einschließlich Binnenwanderung) für das Jahr 2025. Die Darstellung verdeutlicht, welche Stadtteile Wanderungsgewinne oder -verluste verzeichnen und gibt Aufschluss über die unterschiedliche Attraktivität der einzelnen Stadtteile als Wohnstandorte.
Die geografische Verteilung zeigt deutliche Kontraste: Die Stadtmitte und der Ortsteil Kuhbach weisen die höchsten positiven Wanderungssalden auf (+34 bzw. +33,6 je 1.000 Einwohner), was auf ihre hohe Anziehungskraft als Wohnstandorte hindeutet. Dinglingen-West verzeichnet ebenfalls einen leicht positiven Saldo trotz hoher Fluktuation.
Im Gegensatz dazu zeigen die Oststadt und die Südstadt erstmals negative Wanderungssalden, nachdem sie in den Vorjahren noch Zuzugsüberschüsse verzeichneten. Den negativsten Saldo weist Mietersheim (-16,2 je 1.000 EW) auf, ein bemerkenswerter Wandel nach Jahren mit hohen Zuzugsüberschüssen bis 2023.
Die Einbeziehung der Binnenwanderung in die Analyse zeigt, dass nicht nur externe Zu- und Fortzüge, sondern auch Umzüge innerhalb des Stadtgebiets die Bevölkerungsverteilung maßgeblich beeinflussen. Die räumliche Darstellung macht deutlich, dass Wanderungsmuster stark von lokalen Faktoren wie Wohnraumangebot, Infrastruktur, Mietpreisniveau und stadtteilspezifischen Qualitäten abhängen.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Anzahl der Zuzüge und Fortzüge differenziert nach Alter in einem Facetten-Vergleich für die Jahre 2022, 2024 und 2025. Die Darstellung verdeutlicht die altersspezifischen Wanderungsmuster und deren Veränderung über die Zeit.
Über alle betrachteten Jahre hinweg zeigt sich ein charakteristisches Muster der Wanderungsbewegungen: Der Peak der Zu- und Fortzüge liegt bei etwa 25 Jahren, dem typischen Alter für Ausbildungs- und Berufseinstiegswanderungen. Von diesem Maximum aus nehmen die Wanderungsbewegungen kontinuierlich mit steigendem Alter ab. Ab 70 Jahren sind kaum noch Wanderungsbewegungen zu verzeichnen, was auf die geringere Mobilität und höhere Wohnortbindung älterer Menschen hinweist.
Der Zuzugsüberschuss konzentriert sich in allen Jahren auf zwei Altersgruppen: Kinder bis 18 Jahre und Personen zwischen 20 und 40 Jahren. Dies deutet darauf hin, dass vor allem junge Familien mit Kindern sowie junge Erwachsene in der Ausbildungs- und Berufseingangsphase in die Stadt ziehen.
Das Jahr 2022 hebt sich deutlich von den anderen Jahren ab: Hier fällt der Zuzugsüberschuss in den genannten Altersgruppen wesentlich stärker aus. Dies ist maßgeblich auf Zuzüge aus der Ukraine im Zuge des Kriegsbeginns zurückzuführen, die sich sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter niederschlagen.
Die Jahre 2024 und 2025 zeigen ein ähnliches altersspezifisches Muster wie 2022, jedoch mit deutlich geringerem Saldo. Dies deutet auf eine Normalisierung der Wanderungsbewegungen nach dem außergewöhnlichen Zuzugsjahr 2022 hin.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt den Wanderungssaldo für Kinder im Vorschul- und frühen Schulalter (0- bis 6-Jährige) in einer Facetten-Darstellung nach Jahren. Diese Altersgruppe ist besonders aussagekräftig für die Zuwanderung junger Familien.
Die Entwicklung zeigt stark schwankende Muster mit ausgeprägten Unterschieden zwischen den Jahren:
Die Jahre 2022, 2016 und 2018 fallen durch durchweg positive Wanderungssalden in allen Altersklassen auf. Das Jahr 2022 weist mit Werten zwischen +9 und +31 die mit Abstand höchsten Zuzugsüberschüsse auf – ein klares Indiz für die starke Zuwanderung junger Familien, insbesondere aus der Ukraine. Die Jahre 2016 und 2018 zeigen ein ähnliches Muster, jedoch mit etwas geringeren Salden.
Auch 2024 verzeichnet überwiegend positive Wanderungssalden bei Kleinkindern, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als 2022.
Im Jahr 2025 hat sich das Bild merklich verändert: Die Salden fallen deutlich geringer aus (maximal +4) und zeigen erstmals wieder stärkere negative Werte, insbesondere bei den 3-Jährigen mit -8.
In den übrigen Jahren wechseln sich positive und negative Salden ohne erkennbares Muster ab, was auf die volatilen und ereignisabhängigen Wanderungsbewegungen junger Familien hinweist. Die altersspezifischen Unterschiede innerhalb einzelner Jahre lassen sich nicht auf systematische demografische Faktoren zurückführen, sondern spiegeln vielmehr die Zufallsschwankungen bei kleinen Fallzahlen wider.
Die Analyse unterstreicht, dass die Zuwanderung junger Familien stark von externen Ereignissen (wie der Ukraine-Krise 2022) geprägt ist und nicht kontinuierlich verläuft.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt den Wanderungssaldo differenziert nach Herkunfts- und Zielregionen in einer Facetten-Darstellung für die Jahre 2023, 2024 und 2025. Die Analyse verdeutlicht die räumliche und internationale Struktur der Wanderungsbewegungen.
Regionale Wanderungsmuster (Deutschland): Im Verhältnis zum unmittelbaren Umland zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Im Jahr 2023 überwogen die Fortzüge ins Umland, was auf eine Suburbanisierungstendenz hindeutet. In den Jahren 2024 und 2025 kehrte sich dieser Trend um – die Stadt verzeichnete wieder Zuzugsüberschüsse aus dem Umland.
Aus den weiteren Regionen Baden-Württembergs und Deutschlands ergibt sich über alle drei Jahre hinweg ein konstanter Zuzugsüberschuss, was die überregionale Attraktivität der Stadt unterstreicht.
Internationale Wanderungsmuster: Bei den internationalen Wanderungsbeziehungen zeigen sich deutliche Muster: Kontinuierliche Fortzugsüberschüsse bestehen über alle drei Jahre nach Italien und in die Schweiz, was auf Rückwanderungen oder grenznahe Arbeitsmigration hindeuten könnte.
Anhaltende Zuzugsüberschüsse verzeichnet die Stadt aus der Ukraine, dem Kosovo, Indien und dem übrigen Asien. Diese Zuwanderung spiegelt sowohl internationale Krisensituationen (Ukraine) als auch Arbeitsmigration und Familiennachzug wider.
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich bei Syrien: Im Jahr 2025 zogen erstmals mehr Menschen nach Syrien als aus Syrien in die Stadt – ein möglicher Hinweis auf beginnende Rückkehrbewegungen im Kontext der sich verändernden Situation im Herkunftsland.
Die Analyse verdeutlicht, dass Wanderungsbewegungen stark von geopolitischen Ereignissen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Lebensumständen geprägt sind und sich entsprechend dynamisch entwickeln.
Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.
Die Abbildung zeigt die Binnenwanderungsströme zwischen den einzelnen Stadtteilen in Form einer Matrix für das Jahr 2025. Dargestellt sind die absoluten Umzugsbewegungen innerhalb des Stadtgebiets.
Die Analyse zeigt, dass die größten Binnenwanderungsbewegungen innerhalb der Stadtteile der Kernstadt stattfinden. Dies spiegelt die höhere Bevölkerungsdichte und das größere Wohnungsangebot in den zentralen Stadtteilen wider. Zwischen diesen Kernstadt-Stadtteilen (Stadtmitte, Nordstadt, Oststadt, Südstadt, Dinglingen-Ost) bestehen intensive Verflechtungen, was auf eine hohe Mobilität und Durchmischung innerhalb des urbanen Zentrums hindeutet. Das zeigt sich auch in dm Muster, dass aus Sulz, Reichenbach, Mietersheim und Kuhbach die mesiten Menschen im Jahr 2025 in die Stadtmitte bzw. die Oststadt und Dinglingen-Ost gezogen sind. Dies ist auch auf die Fertigstellung von neuem Wohnraum in diesen Stadteilen zurückzuführen.
Besonders auffällig sind die Wanderungsbewegungen innerhalb desselben Stadtteils: In der Stadtmitte und Dinglingen-Ost sowie in den größten Ortsteilen Reichenbach und Sulz finden die meisten Umzüge innerhalb des eigenen Stadtteils statt. Dies deutet darauf hin, dass viele Menschen ihren gewohnten Stadtteil nicht verlassen, sondern lediglich innerhalb desselben umziehen – möglicherweise aufgrund veränderter Wohnbedürfnisse (z.B. Familiengründung, Verkleinerung) oder des lokalen Wohnungsangebots.
Es ist zu beachten, dass die absoluten Zahlen stark von der Bevölkerungsgröße der einzelnen Stadtteile beeinflusst sind. Größere Stadtteile weisen naturgemäß höhere absolute Wanderungszahlen auf. Für eine Bewertung der relativen Mobilitätsintensität wären anteilige Werte (je 1.000 Einwohner) aussagekräftiger, die demnächst hier ergänzt werden.