1 Bevölkerung Bestand
Die Stadt Lahr ist von einem staken Bevölkerungswachstum in den vergangenen 14 Jahren geprägt. Das Bevölkerungswachstum beträgt im Zeitraum zwischen 2011 und 2025 19,2%! Das Bevölkerungswachstum ist vor allem in den Stadtteilen der Kernstadt auszumachen. Das Wachstum der Stadtbevölkerung ist dabei vorrangig auf einen Zuzugsüberschuss von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuführen. Dies betrifft vor allem Menschen aus Rumänien, welche im Zuge der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Lahr gezogen sind.
Des Weiteren haben viele Menschen aufgrund von Kriegen oder politischer Instabilität, aus der Ukraine, Syrien und dem Kosovo zwischenzeitlich eine Heimat in Lahr gefunden. Dieser Umstand führt u.a. dazu, dass Im Jahr 2025 wesentlich mehr Menschen zwischen 30 und 50 Jahren in Lahr leben, als dies noch aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung im Jahr 2015 absehbar war. Gleichwohl altert die Stadtbevölkerung, was sich vor allem in den Ortsteilen zeigt.
- Die Bevölkerung unterliegt einem stetigen Wachstum seit 2014
- Bevölkerungszuwachs aufgrund von Zuzugsüberschuss v.a. in der Kernstadt
- Größtes Wachstum an Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit
- Entwicklung in den Ortsteilen gekennzeichnet durch Schrumpfung und Alterung
- Top-5 Staatsangehörigkeiten: rumänisch, ukrainisch, türkisch, syrisch & kosovarisch
1.1 Bevölkerungsentwicklung
- 1960–1973: +13 % durch Wirtschaftswunder (31.000 → 35.908)
- 1973–1987: leichter Rückgang auf 33.141
- 1990er: Zuwanderung nach Fall des Eisernen Vorhangs → 42.021 (+26,8 %)
- Seit 2011: +19 Prozent durch EU-Freizügigkeit & Fluchtmigration → 51.142
Die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Lahr lässt sich in den vergangenen 65 Jahren in drei Phasen mit ausgeprägtem Wachstum gliedern. In den 1960er Jahren führte das Wirtschaftswunder zu einem Anstieg der Einwohnerzahl von 31.000 (1960) auf 35.908 Personen (1973), was einem Zuwachs von 13,4 % entspricht.
Bis 1987 sank die Bevölkerung leicht auf 33.141 Personen. Die in Lahr stationierten kanadischen Streitkräfte wurden aufgrund ihres Sonderstatus nicht zur Wohnbevölkerung gezählt. Infolge des Falls des Eisernen Vorhangs setzte Anfang der 1990er Jahre eine starke Zuwanderung von Spätaussiedlern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion ein. Dadurch stieg die Einwohnerzahl bis 1995 auf 42.021 Personen (+26,8 % innerhalb von acht Jahren).
Seit 2011 ist erneut ein deutlicher Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Die Einwohnerzahl erhöhte sich um 19,2 % von 42.903 auf 51.142 Personen zum 31.12.2025. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit sowie Fluchtmigration aus Krisenregionen des Nahen Ostens und Osteuropas. Daraus ergeben sich erhöhte Anforderungen an Wohnraumentwicklung, soziale Infrastruktur und kommunale Daseinsvorsorge.
Bevölkerungsentwicklung in den Stadtteilen
- starke Bevölkerungszunahme in den Stadtteilen der Kernstadt
- besonders in der Stadtmitte (+21,3 %) und der Oststadt (+21,6 %) gegenüber 2015
- Bevölkerungsrückgang in Langenwinkel und Kippenheimweiler
- übrige Ortsteile mit 4 % bis 7 % Bevölkerungswachstum gegenüber 2015
Eine detaillierte räumliche Abgrenzung der einzelnen Stadtteile sowie weiterführende kleinräumige, stadtteilspezifische Analysen finden sich im Kapitel Stadtteilfokus.
Dinglingen-Ost (8.829 EW), die Stadtmitte (8.641 EW) und die Südstadt (6.487 EW) sind die drei größten Stadtteile der Stadt Lahr. Zusammen machen Sie fast die Hälfte der Stadtbevölkerung aus. Gemeinsam mit der Nord- (4.803 EW) und Oststadt (3.775) sind sie mit einer relativen Zunahme von jeweils mehr als 16 Prozent, wesentlich für das starke Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre verantwortlich.
Die Stadtteile Langenwinkel (1.957 EW) und Kippenheimweiler (1.915 EW) sind demgegenüber in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft (-3,9 Prozent bzw. -2,4 Prozent) . Die übrigen Stadtteile Hugsweier (1.534 EW), Kuhbach (1.637 EW), Mietersheim (2.037 EW), Sulz (3.676 EW) und Reichenbach (3.117 EW) sind wie auch Dinglingen-West (2.734 EW) in den vergangenen zehn Jahren lediglich zwischen +4 Prozent und +7,7 Prozent moderat angewachsen.
Dinglingen-Ost (8.829 EW), die Stadtmitte (8.641 EW) und die Südstadt (6.487 EW) sind die drei größten Stadtteile der Stadt Lahr. Zusammen machen Sie fast die Hälfte der Stadtbevölkerung aus. Gemeinsam mit der Nord- (4.803 EW) und Oststadt (3.775) sind sie mit einer relativen Zunahme von jeweils mehr als 16 Prozent, wesentlich für das starke Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre verantwortlich.
Die Stadtteile Langenwinkel (1.957 EW) und Kippenheimweiler (1.915 EW) sind demgegenüber in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft (-3,9 Prozent bzw. -2,4 Prozent) . Die übrigen Stadtteile Hugsweier (1.534 EW), Kuhbach (1.637 EW), Mietersheim (2.037 EW), Sulz (3.676 EW) und Reichenbach (3.117 EW) sind wie auch Dinglingen-West (2.734 EW) in den vergangenen zehn Jahren lediglich zwischen +4 Prozent und +7,7 Prozent moderat angewachsen.
Dinglingen-Ost (8.829 EW), die Stadtmitte (8.641 EW) und die Südstadt (6.487 EW) sind die drei größten Stadtteile der Stadt Lahr. Zusammen machen Sie fast die Hälfte der Stadtbevölkerung aus. Gemeinsam mit der Nord- (4.803 EW) und Oststadt (3.775) sind sie mit einer relativen Zunahme von jeweils mehr als 16 Prozent, wesentlich für das starke Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre verantwortlich.
Die Stadtteile Langenwinkel (1.957 EW) und Kippenheimweiler (1.915 EW) sind demgegenüber in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft (-3,9 Prozent bzw. -2,4 Prozent) . Die übrigen Stadtteile Hugsweier (1.534 EW), Kuhbach (1.637 EW), Mietersheim (2.037 EW), Sulz (3.676 EW) und Reichenbach (3.117 EW) sind wie auch Dinglingen-West (2.734 EW) in den vergangenen zehn Jahren lediglich zwischen +4 Prozent und +7,7 Prozent moderat angewachsen.
In der tabellarischen Übersicht zeigt sich, dass die Gesamtstadt Lahr in jedem der vergangenen zwölf Jahre ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen ist. Dies trifft im gleichen Zeitraum auf keinen der 13 Stadtteile zu. In den vergangenen fünf Jahren sind jedoch die Stadtteile Nordstadt, Oststadt und Dinglingen-Ost kontinuierlich gewachsen. Die Oststadt hatte dabei den höchsten Zuwachs innerhalb eines Jahres im Jahr 2023 (+7,0%) zu verzeichnen. Im Jahr 2024 ein Zuwachs von +4,6% und im Jahr 2022 einen Zuwachs von +3,7% zeigt die anteilig größte Bevölkerungsentwicklung aller Stadtteile. Die Stadtmitte ist vor allem im Jahr 2024 mit +4,4% und Dinglingen-Ost im Jahr 2022 mit +4,9% vergleichsweise stark gewachsen.
In der Südstadt ist seit 2024 eine Abnahme der Bevölkerungsgröße auszumachen. Diese ist neben den Stadtteilen Kippenheimweiler und Langenwinkel in den vergangenen drei Jahren auch für Mietersheim fest zu stellen. Eine schwankende Ab- und Zunahme ist derweil für Sulz und Hugsweier in den vergangenene Jahren auszumachen.
1.2 Altersstruktur
Die Altersstruktur Lahrs hat sich in den vergangenen zwölf Jahren grundlegend gewandelt. Bevölkerungswachstum, Zuwanderung und demografische Alterung überlagern sich dabei zu einem vielschichtigen Bild:
- Der Bevölkerungsanstieg um mehr als 15 Prozent seit 2013 ist maßgeblich auf den Zuzug von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den mittleren Altersklassen zurückzuführen.
- Gleichzeitig altert die angestammte Stadtbevölkerung zunehmend – die Babyboomer-Generation tritt in das Rentenalter ein und die Gruppe der Hochaltrigen wächst kontinuierlich.
- Bei den Jüngsten zeigt sich ein Geburtenrückgang, der durch den Familiennachzug in den Schulaltersjahrgängen teilweise kompensiert wird.
- Im erwerbsfähigen Alter verzeichnen insbesondere die 35- bis 39-Jährigen starke Zuwächse, was auf anhaltende Arbeitsmigration und Familiennachzug hindeutet.
Die Bevölkerungspyramide zeigt die demografische Entwicklung Lahrs über die vergangenen zwölf Jahre. Die Stadtbevölkerung ist in diesem Zeitraum um mehr als 12 Prozent gewachsen – ein Zuwachs, der maßgeblich auf den Anstieg der Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuführen ist. Dieser Zuzug konzentriert sich vor allem auf die Altersklassen zwischen 20 und 40 Jahren und spiegelt damit typische Muster der Arbeitsmigration und des Familiennachzugs wider (vgl. Wanderung nach Alter in Kapitel 2.5). Bei der deutschen Bevölkerung hingegen zeichnet sich eine zunehmende Alterung ab: Die mittleren und älteren Jahrgänge gewinnen an Gewicht, während die jüngeren Altersklassen anteilig schwächer besetzt bleiben. Diese gegenläufigen Entwicklungen prägen das demografische Profil der Stadt und stellen sowohl die soziale Infrastruktur als auch die Integrationsangebote vor wachsende Herausforderungen.
Die Darstellung der Bevölkerung nach Einzelaltersjahrgängen ermöglicht einen differenzierten Blick auf die demografische Struktur Lahrs im Vergleich der Jahre 2015 und 2025. Ansatzweise erkennbar ist ein Geburtenrückgang in den jüngsten beiden Jahrgängen. Demgegenüber zeigen die Altersklassen zwischen etwa 30 und 40 Jahren einen spürbaren Zuwachs, der auf den Zuzug von Geflüchteten sowie Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. Im mittleren Altersbereich treten die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation deutlich hervor, die nun zunehmend in das Rentenalter eintreten. Darüber hinaus sind noch die besonders geburtenstarken Jahrgänge der unmittelbaren Nachkriegszeit erkennbar, die heute die ältesten Bevölkerungsgruppen der Stadt stellen.
Die Zeitreihe der Fünfjahres-Altersklassen seit 2013 verdeutlicht die vielschichtige demografische Dynamik Lahrs. Bei den Jüngsten zeigt sich ein ambivalentes Bild: Die Gruppe der 0- bis 4-Jährigen verzeichnete zwar einen vorübergehenden Höchststand im Jahr 2022, ist seither jedoch leicht rückläufig. Die übrigen Altersklassen der unter 20-Jährigen hingegen wachsen seit den frühen 2020er Jahren kontinuierlich – ein Hinweis auf den Nachzug von Familien mit Kindern. Auch die 25- bis 29-Jährigen sowie die 35- bis 39-Jährigen haben im Betrachtungszeitraum deutlich zugelegt, wobei letztere Gruppe den stärksten absoluten Zuwachs verzeichnet – was auf anhaltende Zuzüge im erwerbsfähigen Alter hindeutet. Gegenläufig dazu ist die Gruppe der 50- bis 54-Jährigen geschrumpft, was auf schwächer besetzte Geburtsjahrgänge in diesem Altersbereich zurückzuführen sein dürfte. Die 60- bis 69-Jährigen sind hingegen stark gewachsen, was den Eintritt der Babyboomer-Generation in diese Lebensphase widerspiegelt. Schließlich zeigt auch die Gruppe der über 85-Jährigen ein kontinuierliches Wachstum – ein Ausdruck gestiegener Lebenserwartung und zunehmender Hochaltrigkeit in der Stadtbevölkerung.
Dies impliziert einen langfristigen Handlungsbedarf in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Pflegeinfrastruktur, seniorengerechtes Wohnen und Freizeitangebote für ältere Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach familienfreundlicher Infrastruktur und Wohnraum für junge Erwachsene und Familien bestehen.
Die Zeitreihe der Fünfjahres-Altersklassen seit 2013 verdeutlicht die vielschichtige demografische Dynamik Lahrs. Bei den Jüngsten zeigt sich ein ambivalentes Bild: Die Gruppe der 0- bis 4-Jährigen verzeichnete zwar einen vorübergehenden Höchststand im Jahr 2022, ist seither jedoch leicht rückläufig. Die übrigen Altersklassen der unter 20-Jährigen hingegen wachsen seit den frühen 2020er Jahren kontinuierlich – ein Hinweis auf den Nachzug von Familien mit Kindern. Auch die 25- bis 29-Jährigen sowie die 35- bis 39-Jährigen haben im Betrachtungszeitraum deutlich zugelegt, wobei letztere Gruppe den stärksten absoluten Zuwachs verzeichnet – was auf anhaltende Zuzüge im erwerbsfähigen Alter hindeutet. Gegenläufig dazu ist die Gruppe der 50- bis 54-Jährigen geschrumpft, was auf schwächer besetzte Geburtsjahrgänge in diesem Altersbereich zurückzuführen sein dürfte. Die 60- bis 69-Jährigen sind hingegen stark gewachsen, was den Eintritt der Babyboomer-Generation in diese Lebensphase widerspiegelt. Schließlich zeigt auch die Gruppe der über 85-Jährigen ein kontinuierliches Wachstum – ein Ausdruck gestiegener Lebenserwartung und zunehmender Hochaltrigkeit in der Stadtbevölkerung.
Dies impliziert einen langfristigen Handlungsbedarf in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Pflegeinfrastruktur, seniorengerechtes Wohnen und Freizeitangebote für ältere Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach familienfreundlicher Infrastruktur und Wohnraum für junge Erwachsene und Familien bestehen.
Altersstruktur in den Stadtteilen
Die demografischen Entwicklungen Lahrs verlaufen räumlich nicht gleichmäßig. Während die Kernstadt vom Bevölkerungswachstum und dem Zuzug jüngerer Menschen profitiert, ist in den Ortsteilen eine gegenläufige Tendenz zu beobachten: Das Wachstum stagniert, die Bevölkerung altert und die mittleren Altersklassen verlieren anteilig an Bedeutung. Diese zunehmende demografische Polarisierung zwischen Kernstadt und Ortsteilen wird in den folgenden Karten und Abbildungen näher beleuchtet.
- Die beschriebenen Wachstums- und Zuwanderungseffekte konzentrieren sich vor allem auf die Kernstadt, während die Ortsteile demografisch stagnieren und zunehmend altern.
- In der Kernstadt dominieren überwiegend die 25- bis 44-Jährigen das Bevölkerungsbild – ein Ausdruck von Zuzug im erwerbsfähigen Alter und urbaner Lebensweise.
- In den Ortsteilen hingegen prägen die 55- bis 69-Jährigen die Altersstruktur, was auf eine langjährig sesshafte und alternde Bevölkerung hindeutet.
- Diese räumliche Polarisierung stellt unterschiedliche Anforderungen an Infrastruktur und Daseinsvorsorge in Kernstadt und Ortsteilen.
Die Facettendarstellung nach Stadtteilen verdeutlicht die räumliche Differenzierung der Altersstruktur innerhalb des Stadtgebiets. In den Stadtteilen der Kernstadt zeigt sich, mit Ausnahme der Nordstadt, eine deutliche Konzentration in den Altersklassen der 25- bis 44-Jährigen, was den Zuzug junger Erwachsener und Familien in den vergangenen Jahren widerspiegelt (vgl. Wanderung nach Alter in Kapitel 2.5). In den Ortsteilen hingegen verschiebt sich das Bild merklich: Hier dominieren die Altersklassen der 55- bis 69-Jährigen, während die jüngeren und mittleren Jahrgänge anteilig schwächer vertreten sind. Abweichend davon sei auf die Nordstadt und den Ortsteil Kuhbach hinzuweisen, welche gegenläufige Entwicklungen des Musters aufweisen. Die Balkendiagramme machen damit auf einen Blick sichtbar, wie unterschiedlich die demografischen Herausforderungen innerhalb Lahrs verteilt sind – und unterstreichen die Notwendigkeit einer stadtteilspezifischen Betrachtung bei der Planung von Infrastruktur und Versorgungsangeboten.
Die thematische Karte verdeutlicht die räumliche Verteilung des Durchschnittsalters innerhalb des Stadtgebiets. Mit einem gesamtstädtischen Durchschnittsalter von 42,5 Jahren im Jahr 2025 liegt Lahr deutlich unter dem bundesweiten Wert von 44,9 Jahren (DESTATIS: 2024) sowie unter dem Landesdurchschnitt Baden-Württembergs von rund 43,8 Jahren (statistik-bw: 2024). Auch im Vergleich zum Ortenaukreis, der ein Durchschnittsalter von 44,5 Jahren aufweist, zeigt sich Lahr als vergleichsweise junge Stadt – ein Effekt, der maßgeblich auf den Zuzug jüngerer Bevölkerungsgruppen in den vergangenen Jahren zurückzuführen ist. Innerhalb des Stadtgebiets zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Während die Ortsteile Sulz, Nordstadt und Kuhbach zu den ältesten Stadtteilen zählen, weisen Oststadt, Stadtmitte und Dinglingen-West die jüngste Altersstruktur auf – und spiegeln damit die räumliche Konzentration von Zuzug und städtischer Dynamik in der Kernstadt wider.
Mit einem Minderjährigenanteil von 18,8 Prozent liegt Lahr leicht über dem bundesweiten Wert von 16,7 Prozent (DESTATIS: 2024) und auch über dem Landeswert Baden-Württembergs, wo der Anteil der unter 20-Jährigen bei rund 19 Prozent liegt (statistik-bw: 2024) – wobei letzterer die Altersgruppe bis 20 Jahre umfasst und damit etwas weiter gefasst ist. Innerhalb des Stadtgebiets zeigt sich eine deutliche räumliche Differenzierung: Die Stadtteile Sulz, Dinglingen-Ost und Kuhbach weisen die geringsten Minderjährigenanteile auf und spiegeln damit die dort ältere Bevölkerungsstruktur wider. Demgegenüber konzentrieren sich Kinder und Jugendliche besonders stark in der Oststadt und in Mietersheim – Stadtteile, die durch jüngere Bevölkerungsstrukturen und einen höheren Zuzugsanteil geprägt sind.
Mit einem Altenanteil von 21,0 Prozent liegt Lahr leicht unter dem bundesweiten Wert von 23 Prozent (DESTATIS: 2024) und nahezu gleichauf mit Baden-Württemberg, wo der Anteil der über 65-Jährigen 2024 bei 22 Prozent liegt (DEMOGRAFIE PORTAL: 2024). Innerhalb des Stadtgebiets zeigen sich deutliche räumliche Unterschiede: Die höchsten Alteanteile weisen Sulz und die Nordstadt auf, was die dort ausgeprägte Alterung der ansässigen Bevölkerung widerspiegelt. Demgegenüber verzeichnen die Oststadt und Dinglingen-West die geringsten Anteile älterer Menschen – Stadtteile, die durch Zuzug und eine jüngere Bevölkerungsstruktur geprägt sind. Diese Verteilung korrespondiert eng mit den zuvor beschriebenen Mustern beim Durchschnittsalter und unterstreicht die zunehmende demografische Polarisierung innerhalb des Stadtgebiets.
Mit einem Hochbetagtenanteil von 6,1 Prozent liegt Lahr leicht unter dem bundesweiten Wert von 7 Prozent (DESTATIS: 2024). Bundesweit leben derzeit 6,1 Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren und älter, und Prognosen zufolge könnte bis 2050 jede neunte Person in Deutschland 80 Jahre oder älter sein (statistik-bw: 2024) – ein Trend der auch für Lahr mittelfristig an Bedeutung gewinnen wird. Innerhalb des Stadtgebiets spiegelt die Verteilung das bereits bekannte räumliche Muster wider: Sulz und die Nordstadt weisen die höchsten Hochbetagtenanteile auf, während Oststadt und Dinglingen-West die geringsten Werte verzeichnen. Die wachsende Gruppe der Hochbetagten stellt insbesondere an die pflegerische und soziale Infrastruktur der Stadt zunehmende Anforderungen – und lässt mittelfristig** einen Anstieg der Sterbefälle erwarten, der die natürliche Bevölkerungsentwicklung Lahrs spürbar beeinflussen wird.
1.3 Migration
Lahr ist eine Stadt mit einer ausgeprägten und wachsenden Migrationsvielfalt, die das demografische Profil der Stadt in den vergangenen Jahren grundlegend geprägt hat und auch künftig eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung spielen wird.
- Mit einem Migrationsanteil von 53,4 Prozent und einem Ausländeranteil von 24,6 Prozent liegt Lahr deutlich über dem Bundes- und Landesdurchschnitt – die Kernstadtteile weisen dabei Anteile auf dem Niveau großer Städte wie Stuttgart oder Mannheim auf.
- Der Zuwachs der vergangenen Jahre ist maßgeblich auf Arbeitsmigration aus Südost- und Osteuropa sowie auf Fluchtmigration aus der Ukraine und Syrien zurückzuführen – mit einem hohen Anteil an Familien mit Kindern, der die Nachfrage nach Betreuungs- und Bildungsangeboten nachhaltig erhöht.
- Die zugewanderte Bevölkerung ist strukturell deutlich jünger als die deutsche Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Abfederung der demografischen Alterung der Stadt.
- Eine politische Stabilisierung in den Hauptherkunftsländern könnte mittelfristig Rückkehrbewegungen auslösen – die Stadt sollte diese Szenarien in der mittel- und langfristigen Planung von Integrations-, Bildungs- und Sozialinfrastruktur vorausschauend berücksichtigen.
Die Facettendarstellung nach Stadtteilen zeigt die Entwicklung der Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund seit 2013. Stadtgesamtübergreifend ist ein kontinuierlicher Rückgang des Anteils der Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne Migrationshintergrund erkennbar, während der Anteil der Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit – vor allem in den Stadtteilen der Kernstadt – stark angestiegen ist. Der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund hat sich kaum verändert. Zwei Stadtteile fallen dabei aus dem erwartbaren Muster heraus: Die Nordstadt zeigt trotz ihrer innerstädtischen Lage eine für Kernstadtteile untypische Entwicklung, während Kuhbach eine stärkere Dynamik aufweist als für die übrigen Ortsteile – was auf die unmittelbare Nähe zur Kernstadt zurückzuführen ist.
Die Tabelle nach Stadtteilen zeigt die Entwicklung der Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund seit 2013. Stadtgesamtübergreifend ist ein kontinuierlicher Rückgang des Anteils der Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne Migrationshintergrund erkennbar, während der Anteil der Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit – vor allem in den Stadtteilen der Kernstadt – stark angestiegen ist. Der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund hat sich kaum verändert. Zwei Stadtteile fallen dabei aus dem erwartbaren Muster heraus: Die Nordstadt zeigt trotz ihrer innerstädtischen Lage eine für Kernstadtteile untypische Entwicklung, während Kuhbach eine stärkere Dynamik aufweist als für die übrigen Ortsteile – was auf die unmittelbare Nähe zur Kernstadt zurückzuführen ist.
Mit einem Migrationsanteil von 53,4 Prozent liegt Lahr deutlich über dem bundesweiten Wert von 30,4 Prozent (DEMOGRAFIE PORTAL: 2024) sowie über dem Landeswert Baden-Württembergs von 37,9 Prozent (DESTATIS: 2024) – einem der höchsten Anteile unter allen Flächenländern. Der überdurchschnittlich hohe Migrationsanteil Lahrs spiegelt die intensive Zuwanderungsdynamik der vergangenen Jahre wider und positioniert die Stadt als eine der migrantisch vielfältigsten Mittelstädte in der Region. Innerhalb des Stadtgebiets zeigen sich erhebliche Unterschiede: Während beide Dinglinger Stadtteile Migrationsanteile von 70,6 Prozent aufweisen, liegen die ländlich geprägten Ortsteile Sulz und Reichenbach mit Werten von 22,9 und 30,8 Prozent deutlich darunter – und damit auf einem Niveau das dem Bundesdurchschnitt entspricht.
Mit einem Ausländeranteil von 24,6 Prozent liegt Lahr deutlich über dem bundesweiten Wert von 14,7 Prozent (DESTATIS: 2024) sowie über dem Landeswert Baden-Württembergs von 18,2 Prozent (DESTATIS: 2024). Innerhalb des Stadtgebiets spiegelt die räumliche Verteilung das bereits bekannte Muster wider: Auch landesweit zeigt sich ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle, da ausländische Staatsangehörige überdurchschnittlich oft in der Nähe von Arbeitsplatzzentren leben – ein Effekt der sich in Lahr besonders deutlich abzeichnet. Während die Stadtteile der Kernstadt Ausländeranteile zwischen 31,3 und 34,4 Prozent aufweisen und damit auf dem Niveau größerer Städte wie Stuttgart oder Mannheim liegen, verzeichnen die ländlich geprägten Ortsteile mit Werten zwischen 10,0 und 12,6 Prozent Anteile die dem landesweiten Durchschnitt ländlicher Kreise entsprechen.
Staatsangehörigkeiten
Die meisten Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, welche in Lahr ihren Erstwohnsitz haben, besitzen die rumänische, ukrainische, türkische, syrische oder die kosovarische Staatsangehörigkeit. Bei allen der Top-15 Staatsangehörigkeiten, bis auf Menschen mit der Staatsbürgerschaft irakisch, ungarisch und kroatisch waren zum 31.12.2025 mehr Menschen in Lahr gemeldet als zum 31.12.2020.
Die Darstellung der 15 häufigsten Staatsangehörigkeiten im Zeitvergleich der Jahre 2015, 2020 und 2025 verdeutlicht den strukturellen Wandel der Zuwanderung nach Lahr. Rumänische, ukrainische, syrische und kosovarische Staatsangehörige zählen zu den Gruppen mit dem stärksten Zuwachs der vergangenen Jahre – ihr Anstieg spiegelt sowohl die Arbeitsmigration aus Südost- und Osteuropa als auch die Fluchtbewegungen infolge des Syrienkonflikts und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wider. Eine Sonderstellung nimmt die Gruppe der türkischen Staatsangehörigen ein: Sie war bereits 2015 stark vertreten und gehört seit Jahrzehnten zur gewachsenen Migrationsgeschichte Lahrs – ein Erbe der Arbeitsmigration der 1960er und 1970er Jahre. Die Gegenüberstellung der drei Zeitpunkte macht damit nicht nur das quantitative Wachstum der ausländischen Bevölkerung sichtbar, sondern auch den qualitativen Wandel hin zu einer zunehmend diverseren Herkunftsstruktur.
Die Aufschlüsselung der häufigsten Staatsangehörigkeiten nach Altersklassen gibt Aufschluss über die demografische Binnenstruktur der zugewanderten Bevölkerung. Ein zentrales Ergebnis ist der hohe Anteil von Familien mit Kindern: Über mehrere Herkunftsgruppen hinweg sind Kinder und Jugendliche stark vertreten, was auf einen ausgeprägten Familiennachzug hindeutet und die Nachfrage nach Betreuungs- und Bildungsangeboten in Lahr nachhaltig prägt. Besonders deutlich fällt der hohe Jugendlichenanteil bei ukrainischen, rumänischen und syrischen Staatsangehörigen auf – ein Befund der sich teils auf den Zuzug von Müttern mit Kindern im Zuge des Ukrainekriegs, teils auf familiär geprägte Migrationsstrukturen zurückführen lässt. In den Altersklassen der 25- bis 39-Jährigen dominieren hingegen rumänische, türkische und kosovarische Staatsangehörige, was auf eine stark erwerbsorientierte Zuwanderung in dieser Altersgruppe hindeutet.
Die Altersstruktur der zugewanderten Bevölkerung ist damit insgesamt deutlich jünger als die der deutschen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und trägt wesentlich zur relativen Jugend Lahrs im regionalen Vergleich bei. Sollte sich die politische Lage in den Hauptherkunftsländern – insbesondere in der Ukraine, Syrien und dem Kosovo – mittelfristig stabilisieren, könnte dies zu einer Rückkehrbewegung eines Teils der zugewanderten Bevölkerung führen und die demografische sowie soziale Infrastrukturplanung Lahrs vor neue Herausforderungen stellen. Eine vorausschauende Stadtentwicklung sollte diese Szenarien bei der mittel- und langfristigen Planung von Bildungs-, Betreuungs- und Integrationsangeboten berücksichtigen.
1.4 Haushaltezusammensetzung
Die Analyse der Haushaltsstrukturen in Lahr zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen, die auf verschiedene Lebensphasen, Altersgruppen und Wohnpräferenzen zurückzuführen sind. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Single-Haushalte machen einen bedeutenden Teil der Haushalte aus, konzentrieren sich vor allem auf die Innenstadtbereiche und prägen dort das Stadtbild maßgeblich mit.
- In zentralen Stadtteilen leben überdurchschnittlich viele junge Paare ohne Kinder.
- Die Randlagen und ländlicheren Stadtteile sind vor allem von älteren Paaren ohne Kinder geprägt.
- Die Anteile von Familien mit Kindern variieren deutlich zwischen den Stadtteilen.
Die Abbildung veranschaulicht die Haushaltsstruktur in Lahr zum Stichtag 31.12.2025 anhand zweier gestapelter Balkendiagramme: Zum einen wird die Verteilung der Haushalte nach Typen dargestellt, zum anderen der Anteil der in diesen Haushalten lebenden Personen. Auffällig ist, dass rund 40 Prozent aller Haushalte in Lahr Einpersonenhaushalte sind, was den bundesweiten Trend zu kleineren Haushalten widerspiegelt. Allerdings leben in diesen Singlehaushalten nur etwa 19 Prozent aller Personen, während Paare ohne Kinder 22,8 Prozent der Haushalte ausmachen und 21,3 Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Paare mit Kindern stellen 22,5 Prozent der Haushalte, beherbergen aber mit 42,4 Prozent den größten Anteil der Bevölkerung. Alleinerziehende machen 5,2 Prozent der Haushalte aus und umfassen 6,7 Prozent der Personen, während sonstige Mehrpersonenhaushalte 9 Prozent der Haushalte und 10,6 Prozent der Personen ausmachen.
Im Vergleich zu den Referenzwerten für Deutschland und Baden-Württemberg zeigt sich, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte in Lahr leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegt (Deutschland 2025: ca. 42 Prozent, Baden-Württemberg: ca. 41 Prozent, (DESTATIS: 2025). Der hohe Anteil an Personen in Haushalten mit Kindern unterstreicht die Bedeutung von Familienhaushalten in Lahr, während der Anteil der Alleinerziehenden und sonstigen Mehrpersonenhaushalte im Rahmen der landesweiten Werte liegt. Insgesamt verdeutlicht die Grafik, dass Lahr eine vielfältige Haushaltsstruktur aufweist, die sowohl den demographischen Wandel als auch regionale Besonderheiten widerspiegelt.
Die Abbildung stellt die Verteilung der Haushaltstypen in den einzelnen Stadtteilen Lahrs anhand gestapelter Balkendiagramme dar. Auffällig ist, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte (Singlehaushalte) in den Stadtteilen der Kernstadt tendenziell höher liegt als im Durchschnitt der Gesamtstadt. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Singlehaushalte in den Ortsteilen meist geringer als im städtischen Gesamtdurchschnitt. Dieses Muster deutet darauf hin, dass insbesondere in zentralen Lagen mehr Menschen alleine wohnen, was häufig mit einer urbaneren Infrastruktur, einem höheren Anteil an kleinen Wohnungen und einer stärkeren Ausprägung von Individualisierung zusammenhängt.
Für die anderen Haushaltstypen – wie Paare ohne Kinder, Paare mit Kindern, Alleinerziehende und sonstige Mehrpersonenhaushalte – lässt sich ein solch klares Stadt-Land-Muster nicht erkennen. Ihre Anteile schwanken zwischen den Stadtteilen, ohne dass sich eine eindeutige Tendenz zugunsten der Kernstadt oder der Ortsteile abzeichnet.
Die Abbildung stellt die Verteilung der Haushaltstypen in den einzelnen Stadtteilen Lahrs anhand gestapelter Balkendiagramme dar. Auffällig ist, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte (Singlehaushalte) in den Stadtteilen der Kernstadt tendenziell höher liegt als im Durchschnitt der Gesamtstadt. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Singlehaushalte in den Ortsteilen meist geringer als im städtischen Gesamtdurchschnitt. Dieses Muster deutet darauf hin, dass insbesondere in zentralen Lagen mehr Menschen alleine wohnen, was häufig mit einer urbaneren Infrastruktur, einem höheren Anteil an kleinen Wohnungen und einer stärkeren Ausprägung von Individualisierung zusammenhängt.
Für die anderen Haushaltstypen – wie Paare ohne Kinder, Paare mit Kindern, Alleinerziehende und sonstige Mehrpersonenhaushalte – lässt sich ein solch klares Stadt-Land-Muster nicht erkennen. Ihre Anteile schwanken zwischen den Stadtteilen, ohne dass sich eine eindeutige Tendenz zugunsten der Kernstadt oder der Ortsteile abzeichnet.
Einpersonen-Haushalte
Die folgenden Karten zeigen neben der Verteilung der Single-Haushalte nach Stadtteilen, dass der Anteil junger (unter 30 Jahre) und älterer (über 60 Jahre) Einpersonenhaushalte in Lahr je nach Stadtteil stark variiert: Junge Singles wohnen häufiger in den zentralen Stadtteilen, während ältere Singles besonders in einigen Randlagen und Ortschaften überdurchschnittlich vertreten sind. Insgesamt gibt es jedoch kein einheitliches Muster zwischen Kernstadt und Ortschaften, was die Verteilung der Einpersonenhaushalte betrifft.
Die thematische Karte veranschaulicht die Verteilung der Singlehaushalte in den einzelnen Stadtteilen von Lahr. Sie zeigt auf einen Blick, wie unterschiedlich der Anteil der Einpersonenhaushalte innerhalb des Stadtgebiets ausgeprägt ist.
Im Durchschnitt leben in Lahr 40,5 Prozent der Menschen in Singlehaushalten. Besonders auffällig ist der hohe Anteil in der Stadtmitte, wo mit 48,0 Prozent fast jede zweite Wohnung von einer Einzelperson bewohnt wird. Auch in der Südstadt liegt der Anteil mit 44,6 Prozent deutlich über dem städtischen Mittelwert. Diese Werte spiegeln typische Muster vieler Städte wider, bei denen zentrale Stadtteile durch ein größeres Angebot an kleinen Wohnungen und eine höhere Attraktivität für Alleinlebende geprägt sind.
Demgegenüber sind die Anteile in den eher ländlich geprägten Ortsteilen deutlich niedriger. In Langenwinkel beträgt der Anteil der Singlehaushalte lediglich 29,6 Prozent, in Hugsweier 32,0 Prozent. Hier dominieren häufig größere Haushalte, etwa Familien oder Mehrpersonenhaushalte, was sich auch in der Wohnstruktur und dem Angebot an größeren Wohnungen widerspiegelt.
Insgesamt macht die Karte sichtbar, dass die Lebensformen in Lahr je nach Stadtteil stark variieren. Während in den zentralen Lagen das Alleinleben besonders verbreitet ist, sind die Randlagen und Ortsteile stärker von gemeinschaftlichen Haushaltsformen geprägt. Diese Unterschiede sind wichtige Anhaltspunkte für die Stadtentwicklung, die Wohnraumplanung und die Ausgestaltung sozialer Angebote.
Die thematische Karte zeigt den Anteil der unter 30-Jährigen an den Singlehaushalten in den Stadtteilen von Lahr. Im städtischen Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 15,9 Prozent. Besonders hohe Werte finden sich in den zentralen Stadtteilen: Stadtmitte (19,0 Prozent), Oststadt (19,4 Prozent) sowie in Dinglingen-West (18,9 Prozent). Die geringsten Anteile verzeichnen die Ortsteile Kippenheimweiler (9,9 Prozent) und Reichenbach (11,5 Prozent). Die Karte verdeutlicht, dass junge Alleinlebende tendenziel in den Kernstadtbereichen häufiger vertreten sind.
Die thematische Karte stellt den Anteil der über 60-Jährigen an den Singlehaushalten in den Stadtteilen von Lahr dar. Im Durchschnitt beträgt dieser Anteil 42,3 Prozent. Die höchsten Werte finden sich in Nordstadt (48,2 Prozent), Kuhbach (49,5 Prozent) und Reichenbach (50,1 Prozent), während Oststadt (29,4 Prozent), Stadtmitte (38,2 Prozent) und Dinglingen-West (36,6 Prozent) die niedrigsten Anteile aufweisen. Ein klares Muster zwischen den Kernstadt-Stadtteilen und den Ortschaften ist dabei nicht erkennbar. Die Karte zeigt somit eine vielfältige Verteilung älterer Singlehaushalte über das gesamte Stadtgebiet.
Familien in Haushalten
Die folgenden Karten zeigen, dass der Anteil von Paaren ohne Kinder in Lahr je nach Stadtteil stark variiert: Während in zentralen Lagen mehr junge Paare ohne Kinder leben, sind die Randlagen und ländlicheren Stadtteile vor allem von älteren Paaren ohne Kinder geprägt. Insgesamt spiegeln die Karten eine deutliche räumliche Differenzierung der Haushalts- und Altersstrukturen wider, die auf unterschiedliche Lebensphasen und Wohnpräferenzen in den Stadtteilen hinweist
Die Karte zeigt den Anteil der Familienhaushalte (Haushalte mit Kindern) in den Stadtteilen von Lahr. Im Durchschnitt liegt dieser Anteil stadtweit bei 22,9 Prozent. Die höchsten Werte erreichen Langenwinkel (25,9 Prozent) und Mietersheim (26,1 Prozent), während Kuhbach (19,3 Prozent), Stadtmitte (21,4 Prozent) und Dinglingen-Ost (21,4 Prozent) die niedrigsten Anteile aufweisen.
Die Karte stellt den Anteil der Mehrkindfamilien (Familien mit drei oder mehr Kindern) an allen Familienhaushalten in den Stadtteilen von Lahr dar. Im Durchschnitt liegt dieser Anteil stadtweit bei 17,3 Prozent. Die geringsten Werte verzeichnen Sulz (13,6 Prozent) und die Südstadt (13,8 Prozent), während die höchsten Anteile in Hugsweier (25,3 Prozent) und Langenwinkel (25,8 Prozent) zu finden sind.
Die Karte zeigt den Anteil der Paare ohne Kinder an allen Haushalten in Lahr, der stadtweit bei 22,8 Prozent liegt. Die niedrigsten Werte finden sich in der Stadtmitte (18,6 Prozent) und der Südstadt (20,9 Prozent), während Sulz (27,6 Prozent) und Kuhbach (26,0 Prozent) die höchsten Anteile aufweisen.
Die Karte veranschaulicht den Anteil der Paare ohne Kinder in der sogenannten Gründungsphase – das heißt, bei diesen Paaren ist der jüngste Partner unter 30 Jahre alt. Bezogen auf alle Haushalte mit Paaren ohne Kinder liegt der Anteil in der Gesamtstadt Lahr bei 12,2 Prozent.
Auffällig ist, dass die höchsten Werte in der Stadtmitte (19,3 Prozent) und in der Oststadt (21,0 Prozent) zu finden sind. Dies deutet darauf hin, dass gerade in diesen zentralen Stadtteilen vergleichsweise viele junge Paare ohne Kinder leben. Mögliche Gründe hierfür könnten das größere Angebot an kleinen Wohnungen, die Nähe zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie ein urbanes Umfeld mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten sein, das für junge Erwachsene besonders attraktiv ist.
Demgegenüber weisen Hugsweier (6,2 Prozent), Kippenheimweiler (6,6 Prozent), Nordstadt (6,8 Prozent) und Sulz (6,8 Prozent) die geringsten Anteile auf. In diesen Stadtteilen leben weniger junge Paare ohne Kinder. Dies könnte darauf hindeuten, dass diese Stadtteile eher von älteren Paaren oder Familien mit Kindern geprägt sind oder dass junge Paare dort seltener eine Wohnung finden oder sich bewusst für zentralere Lagen entscheiden.
Die Karte zeigt den Anteil der Paare ohne Kinder in der Altersphase, bei denen der jüngste Partner älter als 60 Jahre ist, bezogen auf alle Haushalte mit Paaren ohne Kinder. In der Gesamtstadt Lahr liegt dieser Anteil bei 55,4 Prozent. Besonders hohe Werte finden sich in Kippenheimweiler (68,9 Prozent) sowie in Sulz und Hugsweier (je 66,0 Prozent). Die niedrigsten Anteile verzeichnen die Stadtmitte (43,0 Prozent) und die Oststadt (43,3 Prozent).
Diese Verteilung lässt darauf schließen, dass in den eher ländlich oder am Stadtrand gelegenen Stadtteilen wie Kippenheimweiler, Sulz und Hugsweier ein vergleichsweise hoher Anteil älterer Paare ohne Kinder lebt. Dies könnte darauf hindeuten, dass diese Stadtteile für Menschen im Ruhestand besonders attraktiv sind – möglicherweise aufgrund ruhigerer Wohnlagen, größerer Grundstücke oder einer gewachsenen Bindung an das Wohnumfeld. Viele dieser Paare haben vermutlich ihre Kinder bereits großgezogen, die inzwischen ausgezogen sind.
Demgegenüber sind die Anteile in der Stadtmitte und der Oststadt deutlich niedriger. Hier leben mehr jüngere Paare ohne Kinder oder Paare in anderen Lebensphasen. Dies könnte mit dem urbaneren Charakter, dem besseren Zugang zu Infrastruktur und Freizeitangeboten sowie einer höheren Fluktuation und Durchmischung der Bevölkerung zusammenhängen.
Insgesamt verdeutlicht die Karte, dass die Altersstruktur der kinderlosen Paare in Lahr stark vom jeweiligen Stadtteil abhängt. Während die Randlagen und ländlicheren Gebiete von älteren Paaren dominiert werden, sind die zentralen Stadtteile stärker von jüngeren Paaren geprägt.