Kapitel 1 Bevölkerungsstruktur
Die Stadt Lahr/Schwarzwald befindet sich gemäß Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg als Mittelzentrum in einem Verdichtungsbereich des Ländlichen Raums im Landkreis Ortenaukreis. Die Stadt liegt am Ausgang des Schuttertals in die Rheinebene und ist somit durch die Naturräume des Mittleren Schwarzwalds, der Lahr-Emmendinger Vorbergzone und der Offenburger Rheinebene geprägt. Das Klima ist als warm-gemäßigt mit atlantischem Einfluss charakterisiert.
Das Stadtgebiet gliedert sich in die Kernstadt mit sechs Stadtteilen (Dinglingen-West, Dinglingen-Ost, Nordstadt, Stadtmitte, Südstadt, Oststadt). Dazu zählen die eingemeindeten Orte Burgheim (1899, heute Nordstadt) und Dinglingen (1933). Sieben Ortsteile (Hugsweier, Kippenheimweiler, Kuhbach, Langenwinkel, Mietersheim, Reichenbach und Sulz) wurden im Zuge der Gemeindereform 1972 in die Stadt Lahr eingegliedert. Einen räumlichen Überblick der Orts- und Stadtteile bietet Abb. 1.4 in Form einer interaktiven Karte.
1.1 Bevölkerungsentwicklung
In den 1960er Jahren während des “deutschen Wirtschaftswunders” stieg die Bevölkerungszahl von etwa 31.000 EinwohnerInnen (EW) auf etwa 35.000 EW (vgl. Abb. 1.1). Nach einer Stagnation und Reduktion der Bevölkerungszahl bis Ende der 1980er Jahre, war die Stadt Lahr durch ein starkes Bevölkerungswachstum auf etwa 42.000 EW geprägt. Verursacht wurde dies überwiegend durch den Fall des “eisernen Vorhangs” und die damit einhergehende Migration aus Ostdeutschland sowie die Migration von (Spät)Aussiedler/innen aus der ehemaligen Sowjetunion (vgl. hierzu Kap.7 Methodik). Des Weiteren muss beachtet werden, dass in diese Zeit der Abzug der in Lahr stationierten kanadischen Streitkräfte fällt. Diese wurden aufgrund ihres Status jedoch nicht in den Einwohnerzahlen berücksichtigt.
Von einem weiteren starken Bevölkerungswachstum sind die 2010er Jahre geprägt. Die “Flüchtlingskrise” und die Vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für Menschen aus der EU waren hierbei die treibenden Kräfte der neuerlichen Bevölkerungszunahme. Inwiefern sich dieser Trend der letzten Jahre fortsetzen wird, ist vor allem von dem Wanderungssaldo (Differenz aus Zuzug und Wegzug in und aus der Stadt) abhängig (vgl. hierzu Kap. 2 Bevölkerungsbewegung).
Abbildung 1.1: Entwicklung der Bevölkerung in der Gesamtstadt Lahr / Schwarzwald seit 1960. Datenquelle: Statistisches Landesamt (Bevölkerungsfortschreibung, Volkszählungen, Zensus.)
1.2 Gesamtstadt
Die Gesamtstadt zählt zum Stichtag 31.12.2024 laut Melderegister 50.694 Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnsitz in Lahr / Schwarzwald. Das Durchschnittsalter beträgt zu diesem Zeitpunkt 42,4 Jahre. 2013 lag das Durchschnittsalter bei 42,2 Jahren. Damals zählte die Stadt 44.226 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum Ende des Jahres 2024 leben demnach 6.468 mehr Menschen in Lahr als zum 31.12.2013 (+13,0%). Im Vergleich zum Vorjahr (49.963 EW) leben zum 31.12.2024 731 Menschen mehr in Lahr / Schwarzwald (+0,8%).
Nachfolgend werden zunächst die Bevölkerung der Stadt Lahr nach Altersklassen dargestellt. Anschließend liegt der Fokus auf die Bevölkerung in den einzelnen Stadt- und Ortsteilen. Unter Berücksichtigung der Alterspyramide (vgl. Abb. 1.2) wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung von Lahr ohne Wanderungsbewegungen (vgl. hierzu Kap.2 Bevölkerungsbewegung) in den kommenden Jahren ansteigen. Die Alterspyramide zeigt auf der linken Seite die Anzahl an männlichen (blau) und auf der rechten Seite die Anzahl an weiblichen Personen (rot) in der Gesamtstadt. Differenziert sind die beiden Geschlechter nach der Staatsangehörigkeit (deutsch / nicht deutsch) bzw. dem Migrationshintergrund mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Abbildung 1.2: Bevölkerungspyramide mit Jahresschritten für die Gesamtstadt Lahr. M = männlich; W = weiblich; D = deutsch; MH = deutsch mit Migrationshintergrund; A = keine deutsche Staatsangehörigkeit; Aufgrund geringer Fallzahlen wurden Personen älter als 99 Jahren in eine Altersstufe (99+) zusammengefasst. Datenquelle: Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag: 31.12.2024.
Mit Blick auf die Alterspyramide zeigt sich, dass im Alter zwischen 20 und 55 Jahren der Anteil an Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit am Größten gegenüber den übrigen Altersklassen ist. Dabei zeigt sich auch, dass der Anteil an männlichen Personen in dieser Altersklasse dominiert, wohingegen im Alter ab etwa 70 Jahren der Frauenanteil dominiert (vgl. hierzu auch Tabelle 1.1). Bevölkerungspyramiden für alle Gemeinden in Baden-Württemberg können beim statistischen Landesamt abgerufen werden.
Auffallend ist ein hoher Migrationsanteil in den Altersklassen der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren mit nahezu 50% (vgl. Tabelle 1.1). Hintergrund ist die Definition des Migrationshintergrundes gemäß dem Statistischen Bundesamt (DESTATIS), wonach eine Person einen Migrationshintergrund aufweist, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt. Kinder bis 18 Jahren besitzen demnach einen Migrationshintergrund, wenn mindestens ein Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren wurde. Mit der Volljährigkeit erlischt dieser Status (vgl. hierzu Kap.7 Methodik).
In Lahr leben 23.356 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, welche keinen Migrationshintergrund aufweisen (46,1%). Hinzu kommen 15.182 Deutsche mit Migrationshintergrund (29,9%). Die häufigsten Bezugsländer dieser Personengruppe sind Kasachstan (5.051 Personen), die Russische Föderation (3.508 Personen), Rumänien (2.879 Personen), die Türkei (2.071 Personen) und die Ukraine (1.613 Personen). Außerdem wohnen 12.156 Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Lahr. Die häufigsten, der 123 ausländischen ersten Staatsangehörigkeiten, der in Lahr am 31.12.2024 gemeldeten Personen sind rumänisch (2.074 Personen), türkisch (1.197 Personen), ukrainisch (1.252 Personen), syrisch (792 Personen), und kosovarisch (736 Personen).
Die Migration im Hinblick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa, sowie weiterer Herkunftsländer (vgl. Kap.2.1 Wanderungssaldo) zeigt sich in der deutlichen Bevölkerungszunahme im Jahr 2023 in allen Altersklassen (bis auf die 45-54-Jährigen & über 80-Jährigen). Im Jahr 2024 gab es den größten Bevölkerungszuwachs gegenüber dem Mittel der Jahre 2018 bis 2023 in den Altersklassen der 67-79-Jährigen (+9,1%), der 35-44-Jährigen (+9,4%) sowie der 10-14-Jährigen (+8%). Zu einem Bevölkerungsrückgang gegenüber dem Mittel der Jahre 2018 bis 2023 kam es bei den Altersklassen der 45-54-Jährigen (-1,6%), der 0-2-Jährigen (-7%) und der über 80 Jährigen (-1,1%).
Im Jahr 2024 wuchs die Stadtbevölkerung gegenüber dem fünfjährigen Mittel der Jahre 2019 bis 2023 um 1.948 Personen, was einem Zuwachs von +4% gegenüber dem fünfjährigen Mittel der Jahre 2019 bis 2023 entspricht.
| Alter | Einwohner | seit 2013 | Zuwachs | Weiblich | Deutsch | Migration | Nicht Deutsch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0-2 | 1.381 | -7,0% | 50,0% | 29,1% | 44,7% | 26,2% | |
| 3-5 | 1.606 | 1,5% | 49,5% | 28,4% | 45,0% | 26,7% | |
| 6-9 | 2.226 | 6,6% | 48,5% | 28,2% | 46,0% | 25,8% | |
| 10-14 | 2.722 | 8,0% | 48,8% | 28,0% | 47,8% | 24,2% | |
| 15-17 | 1.633 | 4,5% | 47,9% | 28,2% | 49,1% | 22,8% | |
| 18-24 | 3.947 | 2,7% | 44,8% | 54,7% | 18,5% | 26,8% | |
| 25-34 | 6.447 | 3,9% | 45,2% | 43,3% | 17,7% | 39,0% | |
| 35-44 | 6.836 | 9,4% | 47,5% | 34,0% | 31,0% | 35,0% | |
| 45-54 | 6.262 | -1,6% | 49,8% | 38,8% | 29,9% | 31,2% | |
| 55-66 | 8.486 | 4,0% | 49,8% | 58,9% | 26,4% | 14,7% | |
| 67-79 | 5.920 | 9,1% | 54,1% | 61,5% | 30,6% | 7,9% | |
| 80+ | 3.228 | -1,1% | 62,2% | 71,4% | 24,7% | 3,9% | |
| Gesamt | 50.694 | 4,0% | 49,6% | 46,1% | 29,9% | 24,0% |
Mit Blick auf Tabelle 1.1 kann die Anzahl an Menschen in den einzelnen Altersklassen im Verlauf seit 2013 nachvollzogen werden (interaktive blaue Balkendiagramme). Eine Vergleichbarkeit innerhalb der Altersklassen kann jedoch nicht herangezogen werden, da sich der Verlauf auf den minimalen und den maximalen Wert einer jeden Kategorie bezieht. Abbildung 1.3 gewährt einen Überblick der absoluten Werte im gleichen Zeitraum und bildet somit eine Vergleichbarkeit ab.
Im Verlauf der Einwohnerzahlen zwischen 2013 und 2024 zeigt sich, dass bis auf die Altersklasse der 45-54-Jährigen eine Bevölkerungszunahme seit 2013 zu verzeichnen ist. Die Bevölkerung der Gesamtstadt ist von 44.226 Personen im Jahr 2013 auf 50.694 Personen im Jahr 2024 angestiegen. Dies entspricht einer Zunahme um 6.468 Personen (+ 14,6 % in 11 Jahren.
Bei Betrachtung der Altersklassen der Unter 10-Jährigen fällt auf, dass im Zeitraum von 2013 bis 2016 ein deutlicher Anstieg der Kinder im Alter zwischen 0 und 2 Jahren zu verzeichnen war. Diese “Welle” setzt sich in den Folgejahren für die entsprechend älteren Jahrgänge fort. 2015 bis 2019 in der Altersgruppe der 3-5 Jährigen, 2018 bis 2024 in der Altersgruppe der 6-9-Jährigen.
Unter der Annahme eines gleichbleibenden Wanderungssaldos (vgl. hierzu Kap.2.1 Wanderungssaldo) ist mit der Fortsetzung dieser “Welle” von etwa 250 Kindern in den kommenden Jahren für die Altersklassen der 10-17-Jährigen zu rechnen. Diese Entwicklung hat bereits mit dem hohen Zuzugsstrom aus der Ukraine im Jahr 2022 begonnen. Diese weitere Entwicklung wird einen großen Einfluss auf die Anzahl der Schülerzahlen an den Weiterführenden Schulen haben. Entsprechende Maßnahmen sollten umgehend diskutiert und deren Umsetzung forciert werden (vgl. hierzu auch Kap.5 Bildung, Betreuung & Erziehung). Inwiefern ähnliche Tendenzen in den umliegenden Gemeinden, welche die Infrastruktur der weiterführenden Schulen, insbesondere der Gymnasien in Anspruch nehmen, vorhanden sind, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.
Desweiteren fällt auf, dass die Altersklasse der 55-66-Jährigen die größten Bevölkerungszahlen mit 8.486 Personen aufweisen. Gegenüber 2013 gibt es in dieser Altersklasse einen überdurchschnitlichen Zuwachs von 1.763 Personen (+24,7%). Für diese Personengruppe ist anzunehmen, dass viele dieser Menschen in Lahr ihre Heimat gefunden haben und auf dem Arbeitsmarkt integriert sind (vgl. Kap.4 Erwerbstätigkeit & Arbeitslosigkeit).
Der Blick auf die Bevölkerungspyramide (Abb. 1.2) stützt die Auffassung, dass diese Menschen in den nächsten zehn Jahren sukzessive ins Rentenalter übergehen werden. Dementsprechend wird in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Zuwachs in der Altersklasse der 67-79-Jährigen zu rechnen sein. Im Jahr 2024 beträgt der Zuwachs gegenüber dem Mittel der Jahre 2019 bis 2023 494,4 Personen (+9,1%). Abhängig ist das weitere Wachstum in dieser Altersklasse allerdings auch von deren Wanderungsverhalten (Zuzug und Wegzug), welches in Kap.2 Bevölkerungsbewegung näher dargestellt wird. Für diese Altersklasse ist dabei ein durchweg positiver Wanderungssaldo festzustellen, was die Annahme einer weiteren Zunahme dieser Bevölkerungsschicht bekräftigt.
Abbildung 1.3: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz nach Altersklassen, unterschieden nach Geschlecht zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Bei den Menschen über 65 Jahren dominiert der Frauenanteil, welche im Alter über 80 Jahren einen Anteil von über 62% ausmachen. Die Altersklasse der über 80-Jährigen weist zwischen 2013 und 2021 die höchste Zuwachsrate aller Altersklassen auf (+39,3%), was einer Steigerung um +943 Hochbetagte entspricht. In den vergangenen zwei Jahren ist deren Anzahl wieder etwas rückläufig. Der Zuwachs 2024 gegenüber dem Mittel der Jahre 2019 bis 2023 beträgt +-1,1%.
Hinsichtlich des Demographischen Wandels muss in den nächsten Jahren mit einer hohen Anzahl an Menschen gerechnet werden, welche aus dem Arbeitsleben austreten werden (vgl. Abb. 1.2). Dies hat Auswirkungen auf den offenkundig, bereits vorhandenen Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt sowie auf die Notwendigkeit neuer Angebote im Bereich Freizeit, Mobilität, Gesundheit und Wohnen für die “jungen, aktiven RentnerInnen”.
Desweiteren ist die Stadt auf Zuzug angewiesen, um Fachkräfte für den Arbeitsmarkt in der Stadt zu binden. Hierfür benötigt es attraktive, familienfreundliche Angebote sowie weiterer Maßnahmen, um die Lebensqualität in der Stadt weiter zu erhöhen. Ein weiterer Umstand der dabei zu beachten ist, ist die ausreichende Versorgung hochbetagter Menschen über 80 Jahren. Auch deren Anzahl wird mit Blick auf obige Tabelle sowie der Bevölkerungspyramide in den nächsten zehn Jahren deutlich zunehmen.
1.3 Stadtteile
Im folgenden Abschnitt ist die Bevölkerungsstruktur nach Stadt- und Ortsteilen aufgeführt. Abb. 1.4 zeigt interaktiv die Lage der Orts- und Stadtteile in der Gesamtstadt Lahr/Schwarzwald auf. Einzelne Übersichten (u.a. Stadtteil, Stadtteilbevölkerung, usw.) können separat ausgewählt werden. Mit Klick auf einen Stadtteil können weitere Informationen erkundet werden. Desweiteren kann der Kartenhintergrund (Basiskarte, OpenStreetMap Karte und Luftbild) verändert werden.
Abbildung 1.4: Räumlicher Überblick der einzelnen Orts- und Stadtteile mit der vorherrschenden Bevölkerungsstruktur, der Bevölkerungsdichte und der Religionszugehörigkeit (ör-RG = öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft. Datenquelle: Melderegister Stadt Lahr/Schwarzwald
In Tabelle 1.2 ist die Entwicklung der Anzahl an gemeldeten Personen mit Hauptwohnsitz in den einzelnen Orts- bzw. Stadtteilen zwischen 2013 und 2024 als Trend interaktiv in einem Balkendiagramm aufgeführt. Zudem ist für jede Raumeinheit der prozentuale Zuwachs gegenüber dem Mittelwert der Jahre 2019 bis 2023, der Anteil an weiblichen Personen sowie der Anteil an Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit mit und ohne Migrationshintergrund und der Anteil an Personen, welche keine deutsche Staatsangehörigkeit aufweisen aufgelistet.
| Stadtteil | Einwohner | seit 2013 | Zuwachs | Weiblich | Deutsch | Migration | Nicht Deutsch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadtmitte | 8.387 | 5,9% | 49,9% | 39,3% | 27,0% | 33,7% | |
| Nordstadt | 4.803 | 6,4% | 51,2% | 59,2% | 25,3% | 15,5% | |
| Oststadt | 3.713 | 13,6% | 49,7% | 37,8% | 29,4% | 32,8% | |
| Südstadt | 6.514 | 3,1% | 49,9% | 43,6% | 30,1% | 26,2% | |
| Dinglingen-Ost | 8.693 | 5,5% | 49,6% | 30,1% | 39,1% | 30,8% | |
| Dinglingen-West | 2.737 | 4,9% | 45,3% | 30,2% | 37,0% | 32,8% | |
| Hugsweier | 1.514 | 0,2% | 50,5% | 56,1% | 31,6% | 12,3% | |
| Kuhbach | 1.586 | 1,5% | 48,8% | 63,1% | 18,7% | 18,2% | |
| Reichenbach | 3.102 | 1,0% | 51,5% | 69,3% | 16,3% | 14,3% | |
| Sulz | 3.667 | -0,6% | 50,0% | 77,5% | 12,7% | 9,8% | |
| Mietersheim | 2.067 | 1,1% | 50,3% | 49,8% | 37,7% | 12,4% | |
| Kippenheimweiler | 1.921 | -3,1% | 48,1% | 48,4% | 39,4% | 12,2% | |
| Langenwinkel | 1.990 | -1,5% | 46,7% | 36,7% | 48,0% | 15,3% | |
| Gesamtstadt | 50.694 | 4,0% | 49,6% | 46,1% | 29,9% | 24,0% |
Es zeigt sich, dass in allen Orts- und Stadtteilen bis auf Kippenheimweiler (-3,1%), Langenwinkel (-1,5%) und Sulz (-0,6%) im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2019 bis 2023 eine Bevölkerungszunahme im Jahr 2024 auszumachen ist. Auffallend in Dinglingen-West ist, dass in den Jahren 2016 und 2017 ein Maximum an Personen zu verzeichnen ist. Ein Erklärungsansatz hierfür stellt die Flüchtlingsunterkunft in der Rainer-Haungs-Straße dar.
Generell haben die Ortsteile gegenüber den Stadtteilen eine geringere Bevölkerungsgröße (vgl. auch Abbildung 1.6 & 1.5). Auch der anteilige Bevölkerungszuwachs 2024 gegenüber dem Mittel der Jahre 2019 bis 2023 ist in den Stadtteilen tendenziell größer als in den Ortsteilen. Auffällig für Sulz und Langenwinkel ist der Rückgang der Bevölkerungsgröße nach größerem Zuwachs 2022 auf das Niveau von 2021. Inwiefern hierbei ein Einfluss ukrainischer Flüchtlinge miteinfließt kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.
Vor allem die Stadtmitte (5,9%), die Nordstadt (6,4%) und die Oststadt (13,6%) weisen überdurchschnittlich hohe Bevölkerungszuwächse auf, während hingegen in Kippenheimweiler und in Langenwinkel im Vergleich zum Mittel der Jahre 2019 bis 2023 die Bevölkerungsgröße geschrumpft ist (-3,1%). In Sulz und Kuhbach ist das Bevölkerungswachstum gegenüber dem Mittel der Jahre 2019 bis 2023 mit (-0,6%, bzw. 1,5%) im Vergleich zur Gesamtstadt (4%) sehr gering. Reichenbach und Sulz sind die größten Ortsteile mit 3.102 bzw. 3.667 Einwohnerinnen. Die geringsten Einwohnerzahlen weisen die Ortsteile Hugsweier und Kuhbach mit 1.514 bzw. 1.586 Personen im Jahr 2024 auf.
Den größten Bevölkerungsanteil weisen Dinglingen-Ost mit 8.693 Personen und die Stadtmitte mit 8.387 Personen auf. Der vorrangig durch Gewerbe geprägte Stadtteil Dinglingen-West weist hingegen lediglich 2.737 Einwohnerinnen auf. In diesem Stadtteil ist der Anteil an weiblichen Personen mit 45,3% am geringsten. Gemeinsam mit Dinglingen-Ost ist zudem der Anteil an deutschen Staatsbürgerinnen ohne Migrationshintergrund mit einem Anteil von weniger als einem Drittel so gering wie in keinem anderen Stadt- bzw. Ortsteil.
Abbildung 1.5: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz in den einzelnen Stadtteilen nach deren Herkunft zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Auffallend ist auch, dass der Anteil an Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den Ortsteilen (vgl. auch Abbildung 1.6) mit einem Wert zwischen 9,8% in Sulz und 15,3% in Langenwinkel deutlich unter dem Niveau der Stadtteile (26,2% in der Südstadt bis 33,7% in der Stadtmitte) liegt. Lediglich die Nordstadt weicht mit 15,5% von diesem Trend ab.
In den Ortsteilen besitzen mehr als 85% aller Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit. Nahezu die Hälfte aller Menschen in Langenwinkel (48%) weisen neben dem Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit einen Migrationshintergrund auf. In Kippenheimweiler und Dinglingen-Ost liegt der Anteil an Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und einem Migrationshintergrund mit über 39% im Vergleich zu den übrigen Stadt- und Ortsteilen auf einem hohen Niveau. Sulz und Reichenbach weisen hingegen die höchsten Anteile an Menschen ohne Migrationshintergrund oder ausländische Staatsangehörigkeit auf (77,5% bzw. 69,3%).
Abbildung 1.6: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz, aggregiert nach den Orts- und Stadtteilen sowie der Gesamtstadt nach deren Herkunft zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Folgende Abbildung 1.7 bildet die Veränderung der Anzahl an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Hauptwohnsitz seit 2013 in den Ortsteilen, den Stadtteilen und der Gesamtstadt Lahr ab. Dabei fällt auf, dass vor allem die Anzahl an Kinder und Jugendlichen ● ● unter 18 Jahren in den Ortsteilen seit 2013 stagniert, bzw. rückläufig ist. Der Anstieg an wohnhafter Personen in Lahr ist vor allem auf die Entwicklung in den Stadtteilen zurückzuführen. Dies zeigt sich insbesondere bei den Altersklassen zwischen ● 36 und 66 Jahren und ● zwischen 18 und 35 Jahren.
Abbildung 1.7: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz, aggregiert nach den Orts- und Stadtteilen sowie der Gesamtstadt nach fünf Altersklassen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Mit Blick auf Abbildung 1.8, welche die Bevölkerungsentwicklung nach Altersklassen in den einzelnen Stadtteilen darstellt, fällt auf, dass in der Nordstadt (als einzigem Stadtteil) verhältnismäßig mehr Menschen im Alter ● über 67 Jahren leben als Menschen ● zwischen 18 und 35 Jahren. In der Oststadt und in Dinglingen-West entspricht die Anzahl der Gruppe der ● Über-67-Jährigen annähernd dem der ● 6-17-Jährigen. Der Anstieg an Personen ● über 67 Jahren ist in Dinglingen-Ost am stärksten ausgeprägt. Die Zunahme an Menschen zwischen ● 36 und 66 Jahren fällt derweil in der Stadtmitte und in der Südstadt am Höchsten aus.
Abbildung 1.8: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz, aggregiert nach den Stadtteilen nach sechs Altersklassen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Abbildung 1.9 gibt einen Überblick der Entwicklung der sechs Altersklassen in den einzelnen Ortsteilen seit 2013. Bei der Altersklasse der ● Über-67-Jährigen zeigt sich in den Ortsteilen Hugsweier und Kuhbach eine Stagnation der Bevölkerungsgröße gegenüber einer Erhöhung in den übrigen Ortsteilen. Ein Wachstum der ● 36-66-Jährigen fand lediglich in Sulz und Mietersheim statt. Bis auf Kippenheimweiler und Langenwinkel ist die Gruppe der ● 6-17-Jährigen seit 2013 geringer als die Gruppe der ● Über-67-Jährigen. Der starke Anstieg dieser Altersgruppe hat in diesen beiden Ortsteilen dazu geführt, dass auch hier die Anzahl an über 67-Jährigen die der 6-17-Jährigen übertrifft. In Kippenheimweiler ist darüber hinaus der Trend einer Verringerung der Bevölkerungsgröße bei den ● 18-35-Jährigen seit 2013 auszumachen. In Langenwinkel ist in den vergangenen Jahren die Bevölkerungsgröße der ● Unter-6-Jährigen kontinuierlich zurückgegangen, was sich künftig auf die Gruppe der ● 6-17-Jährigen durchpasuen könnte.
Abbildung 1.9: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz, aggregiert nach den Ortsteilen nach sechs Altersklassen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl an Personen mit Hauptwohnsitz nach den im vorherigen Kapitel dargestellten Altersklassen, gruppiert nach Stadt- bzw. Ortsteilen. Über das schwarze Dreieck kann die Tabelle um die Anzahl an Personen pro Stadt- bzw. Ortsteil erweitert werden. Die entsprechenden Daten können als .csv-Datei heruntergeladen werden und je nach Bedarf weiter verarbeitet werden. Datengrundlage ist das Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald zum Stichtag 31.12.2024.
1.4 Altersklassenfokus
In diesem Kapitel wird in vier Abbildungen die Anzahl an Menschen nach 12 Altersklassen (vgl. Kapitel 1.2 Gesamtstadt) in den einzelnen Stadt- bzw. Ortsteilen seit 2013 dargestellt. Bitte beachten Sie die abweichende Skalierung gegenüber den einzelnen Abbildungen, so dass die Stadt- und Ortsteile sowie die jüngeren und älteren Altersklassen untereinander nicht direkt vergleichbar sind. Die Legende ist nach der Bevölkerungsgröße der Stadt- bzw. Ortsteile sortiert.
1.4.1 Stadtteile
Abbildung 1.10: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz je Altersklasse, aggregiert nach den Stadtteilen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Abbildung 1.10 zeigt zunächst die Entwicklung der Bevölkerungsgröße in den Stadtteilen für die jüngeren Altersklassen bis 24 Jahre. Dabei zeigt sich, dass generell in allen Altersklassen und Stadtteilen ein Bevölkerungszuwachs seit 2013 festzustellen ist. Ausnahmen bildet die Gruppe der 0-2-Jährigen, der 10-14-Jährigen und der 18-24-Jährigen in Dinglingen-West.
Auffällig ist das große Wachstum in der Südstadt bei den 6-9-Jährigen (37%), den 10-14-Jährigen (43,7%) sowie den 18-24-Jährigen (18,1%). Für die Nordstadt zeigt sich insbesondere seit 2020 ein deutlicher Anstieg bei den 6-9-Jährigen (40%) und den 10-14-Jährigen (37,6%). Bei den 6-9-Jährigen bedeutet das für die Nordstadt einen Zuwachs seit 2019 um 82 Kinder.
Abbildung 1.11: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz je Altersklasse, aggregiert nach den Stadtteilen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Bei den älteren Altersklassen (Abbildung 1.11), in welchen die Bevölkerungszahl deutlich über denen, der mit weniger Jahrgängen bestückten Altersklassen bis 24 Jahren liegt, zeigt sich eine noch deutlichere Bevölkerungszunahme. Lediglich bei den 45-54-Jährigen stagniert bzw. ist die Anzahl an Personen leicht rückläufig gegenüber 2013.
Auffällig ist vor allem die deutlich höhere Anzahl an 55-66-Jährigen sowie der 67-79-Jährigen in Dinglingen-Ost gegenüber der Stadtmitte, was sich in den übrigen Altersklassen gegenläufig darstellt. Besonders auffällig ist zudem der Anstieg an 55-66-Jährigen seit 2013, vor allem in den Stadtteilen Stadtmitte (51,6%), Südstadt (33,6%) und Nordstadt (33,2%). Allein in diesen drei Stadtteilen ist in den vergangenen zehn Jahren die Altersgruppe der 55-66-Jährigen um 906 Personen angestiegen.
Unter Vernachlässigung des Wanderungsverhalten aus Zu- und Wegzug muss in den kommenden Jahren mit einer deutlich höheren Anzahl an Personen im Alter zwischen 67 und 79 Jahren zu rechnen sein. Vor allem in Dinglingen-Ost zeichnet sich ab, das in diesem Stadtteil die höchste Anzahl an 67-79-Jährigen leben wird. In der Oststadt und in Dinglingen-West wohnen hingegen deutlich weniger ältere Personen über 55 Jahren als in den übrigen Stadtteilen. Bei den 25-44-Jährigen ist die Differenz der Anzahl an Personen vor allem zu der Nordstadt deutlich geringer als in den übrigen Altersklassen.
1.4.2 Ortsteile
Abbildung 1.12: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz je Altersklasse, aggregiert nach den Ortsteilen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Abbildung 1.12 wirkt etwas unübersichtlich. Ein Trend kontinuierlicher Zu- bzw. Abnahme ist in kaum einem der Ortsteile auszumachen. Bei den 0-2-Jährigen fällt jedoch auf, dass die Anzahl an Kleinkindern im Alter zwischen 0 und 2 Jahren im bevölkerungsreichsten Ortsteil Sulz seit 2017 rückläufig ist (-29,2%), während hingegen für Reichenbach in dieser Altersklasse seit 2018 eine kontinuierliche Zunahme festzustellen ist (12,8%). Auffällig ist auch die Zunahme der 6-9-Jährigen in diesen beiden Ortsteilen seit 2017 um 20,3% bzw. 30,2%.
Auch lässt sich anhand dieser beiden Ortsteile die in Kapitel 1.2 Gesamtstadt beschriebene wellenförmige Veränderung der Anzahl an Kinder, von der Zunahme der 0-2 Jährigen in den Jahren 2013 bis 2017, der 3-5-Jährigen in den Jahren 2016 bis 2020 und für die 6-9-Jährigen von 2019 bis 2023 feststellen. Weiterhin auffällig ist die kontinuierliche Abnahme der Kinder zwischen 0 und 2 Jahren im Ortsteil Langenwinkel seit 2013 (-48,1%) sowie bei den 18-24-Jährigen in Kuhbach (-14,2%).
Abbildung 1.13: Anzahl an EinwohnerInnen mit Hauptwohnsitz je Altersklasse, aggregiert nach den Ortsteilen zwischen 2013 und 2024. Datenquelle: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald. Stichtag jeweils zum 31.12.
Ein klareres Bild zeigt sich in Abbildung 1.13 für die älteren Altersgruppen in den Ortsteilen. Der enorme Rückgang der Bevölkerungszahl bei der Altersklasse der 45-54-Jährigen (z.B. Sulz: -30,3%) resultiert in einem enormen Anstieg der Bevölkerung bei den 55-66-Jährigen (Sulz: 49%), was sich neben Sulz auch insbesondere in Reichenbach zeigt (-27,6% bzw. 35,4%).
Diese Ortsteile werden, neben den oben erwähnten Stadtteilen in den kommenden Jahren einen erheblichen Anstieg an Personen im Rentenalter zu verweisen haben. Vor allem hier sollten attraktive Angebote für ältere Menschen mit viel Freizeit geschaffen werden. Auch Möglichkeiten, um den Übergang aus dem Beschäftigungsverhältnis in die Rente weniger kontrastreich zu bestreiten, könnte an dieser Stelle mit attraktiven ehrenamtlichen Tätigkeiten im Bereich Freizeit, Gesundheit und Mobilität entgegengewirkt werden.
1.5 Jugend- & Altenquotient
Der Jugendquotient ist eine Kennzahl zur Darstellung der Versorgungsaufgaben der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (hier 20- bis unter 65-Jährige). Er stellt das Verhältnis zu den unter 20-Jährigen dar und bildet somit den Aufwand für Erziehung und Ausbildung ab. In Baden-Württemberg lag der Jugendquotient 2021 bei 31,7%, in Deutschland 2019 bei 30,8% und in Lahr 2024 bei 35,4%. Das bedeutet, dass 35,4% der 0-65-Jährigen 20 Jahre oder jünger sind.
Der Altenquotient ist ebenfalls eine Kennzahl zur Darstellung der Versorgungsaufgaben der Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüber den Menschen ab 65 Jahren. Er zeigt, für wie viele potenzielle RentenbezieherInnen und -bezieher Menschen im Erwerbsalter im weitesten Sinne sorgen müssen: Finanziell durch Beiträge in den Renten- und Krankenversicherungen, aber auch durch medizinische Versorgung, Pflegeleistungen oder unterstützende Dienstleistungen im Haushalt. In Baden-Württemberg lag der Altenquotient 2021 bei 34,7%, in der gesamten Bundesrepublik 2019 bei 36,4% und in der Gesamtstadt Lahr / Schwarzwald im Jahr 2024 bei 36,2%.
Der Elternanteil bezeichnet den Anteil der Elternjahrgänge im Alter zwischen 24 und 37 Jahren an der Gesamtbevölkerung. Diese Altersgruppe weist die höchste altersspezifische Geburtenwahrscheinlichkeit auf. Daraus lässt sich ableiten, in welchem Stadt- bzw. Ortsteil künftig mit höheren Geburtenraten gegenüber Gebieten mit geringerem Elternanteil zu rechnen sein wird. In Lahr beläuft sich der Elternanteil im Jahr 2024 auf 18,1%. In Tabelle 1.3 und Karte 1.4 sind die Werte nach Orts- bzw. Stadtteilen differenziert dargestellt.
| Stadtteil | Jugend Quotient | JQ 2024 | Alten Quotient | AQ 2024 | Eltern Anteil | EA 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadtmitte | 35,8% | 33,5% | 21,1% | |||
| Nordstadt | 38,1% | 44,0% | 15,2% | |||
| Oststadt | 35,2% | 22,9% | 23,8% | |||
| Südstadt | 36,3% | 32,5% | 19,2% | |||
| Dinglingen-Ost | 35,5% | 37,7% | 18,4% | |||
| Dinglingen-West | 34,1% | 26,1% | 21,3% | |||
| Hugsweier | 38,9% | 39,0% | 15,1% | |||
| Kuhbach | 32,9% | 38,9% | 17,0% | |||
| Reichenbach | 35,6% | 39,6% | 15,5% | |||
| Sulz | 33,8% | 40,9% | 14,1% | |||
| Mietersheim | 40,5% | 39,4% | 15,4% | |||
| Kippenheimweiler | 41,1% | 37,9% | 13,6% | |||
| Langenwinkel | 39,7% | 34,3% | 14,3% | |||
| Gesamtstadt | 36,2% | 35,4% | 18,1% |
Mit Blick auf Tabelle 1.3 bzw. Karte 1.4 zeigt sich, dass vor allem in den Ortsteilen Mietersheim und Kippenheimweiler der Jugendquotient mit über 40%, größer als in den übrigen Orts- und Stadtteilen ist. In Dinglingen-West (34,1%) und in Kuhbach (32,9%) ist der Jugendquotient am geringsten ausgeprägt.
In Kuhbach (38,9%) und der Nordstadt (44%) ist der Altenquotient am Höchsten. Insgesamt ist bis auf die Oststadt (22,9%) und Dinglingen-West (26,1%) in allen Stadt- und Ortsteilen der Versorgungsaufwand der 20- bis 64-Jährigen für die über 65-Jährigen größer als 30%.
Entsprechend ist in diesen Stadtteilen der Elternanteil mit 23,8% bzw. 21,3% am Größten. In den weiteren Stadtteilen liegt der Elternanteil mit mehr als 16% über dem in den Ortsteilen mit Werten um 15%. Kuhbach weist jedoch mit 17% einen etwas höheren Elternanteil als die übrigen Ortsteile auf und hat in den letzten zehn Jahren einen anteiligen Zuwachs von +3,1 Prozentpunkten an Personen zwischen 24 und 37 Jahren erfahren.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass gemäß dem Elternanteil in den Ortsteilen künftig mit geringeren Geburtenraten zu rechnen sein wird als in den Stadtteilen. Inwiefern sich die Geburten aber auch die Sterbefälle sowie die Zu- und Fortzüge in den letzten Jahren in den einzelnen Stadtteilen entwickelt haben, zeigt das folgende Kapitel 2 Bevölkerungsbewegung auf.
Auf der Webseite wegweiser-kommune.de finden sich verschiedene Kategorien in Bezug zur Demographie sowie weiterer hier im Sozial-Report vorgestellter Indikatoren im Zeitverlauf zwischen 2006 und 2020. Die Daten, welche auch in diesem sowie den folgenden Kapiteln kleinräumig dargestellt sind, kann im Vergleich mit den Städten Rastatt, Lörrach, Emmendingen und Offenburg für die Gesamtstadt erkundet werden. Weitere Indikatoren wie auch Städte, Landkreise oder Bundesländer können in die Auswahl mit übernommen werden.