Kapitel 5 Bildung, Betreuung & Erziehung

Dieses Kapitel befasst sich mit der Bildungslandschaft in Lahr. Im ersten Kapitel Kindertagesbetreuung wird zunächst das Betreuungsangebot in den Kindergärten zum 01.03.2023 dargestellt. Darauf aufbauend wird die Versorgungs- und die Besuchsquote anhand der Bevölkerungszahlen nach Schulbezirken aufbereitet. Im anschließenden Kapitel Schulbildung werden die einzelnen Schulformen und die zeitliche Entwicklung der Anzahl an Schülerinnen und Schülern sowie die Nachmittagsbetreuung näher erläutert.

Informationen zu den einzelnen Kindertageseinrichtungen sowie zu den einzelnen Schulen in Lahr finden sich in der interaktiven Karte 5.1. Mit Klick auf die Kindergärten bzw. die zuschaltbaren Schulen werden Kontaktinformationen und Informationen zur Auslastung der einzelnen Einrichtungen zum Stichtag 01.03.2023 (Kindergärten) bzw. für das Schuljahr 2023/2024 (bei den Schulen) aufgeführt.

Abbildung 5.1: Übersicht der Kindergärten in Lahr in den einzelnen Stadt- und Ortsteilen. Farblich unterschieden nach der Auslastung zum Stichtag 01.03.2023 gegenüber der zugrundeliegenden Anzahl an Plätzen (Größe der Kreise) nach der Bedarfsplanung (90% der genehmigten Plätze zum 30.06. da im laufenden (Schul-)Jahr noch weitere Kinder in die Kindergärten hinzukommen. Die belegten Kita-Plätze für Unter-3-Jährige wurde mit Faktor 2 multipliziert, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist. Als zuschaltbares Thema sind die Schulen mit den jeweiligen Kontaktdaten und der Anzahl an SchülerInnen hinterlegt. Farblich sind diese nach der Schulart kategorisiert. Die Größe der Kreise orientiert sich an der Anzahl an SchülerInnen. Aufgeführt sind nur Schulen, deren Träger die Stadt Lahr ist. Datenquellen: KiTa-Data-Webhouse (KDW), Stichtag 01.03.2023 // Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald Schuljahr: 01.03.2023.

In den jeweiligen Schulbezirken sind die genehmigten und belegten Kindergartenplätze (Schulbezirk Kita) sowie die Anzahl an GrundschülerInnen und die Klassengröße (Schulbezirk Schule) aggregiert dargestellt. Zudem kann in diesem Zusammenhang in der Karte die räumliche Diskrepanz zwischen den Stadtteilen und den Schulbezirken nachvollzogen werden. Zur Methodik der dargestellten Informationen beachten Sie bitte auch die entsprechenden Ausführungen im folgenden Kapitel und im Kapitel Methodik Kitaberechnung.

5.1 Kindertagesbetreuung

Die Datengrundlage für die Zahlen der Kindergartenbetreuung ist das Kita-Data-Webhouse, in welchem alle Informationen zu den einzelnen Kindertageseinrichtungen gebündelt zur Verfügung stehen. Der Stichtag dieser Daten ist der 01.03. eines jeden Jahres. Für die folgenden Berechnungen des Betreuungsangebots sowie der Besuchsquote und der Versorgungsquote (Verschneidung der Kita-Daten mit den Bevölkerungszahlen) wurde das Alter der Kinder aus dem Melderegister zum Stichtag 30.06.2023 auf den 01.03.2023 zurückgerechnet. Dies ist notwendig, da sich die Platzbelegungen der Kitas auf den 01.03.2023 beziehen und nur so annähernd vergleichbare Informationen vorgelegt werden können.

Die Anzahl an genehmigten Plätzen sind im Kita-Data-Webhouse auf den 30.06. bzw. auf das jeweilige Schuljahr bezogen. Zum 01.03. sollte entsprechend ein Kindergarten nicht voll ausgelastet sein, da über das gesamte Schuljahr hinweg Kinder in einem Kindergarten aufgenommen werden, die Schulanfänger allerdings gemeinsam Anfang September in die Schule kommen. In Absprache mit dem Amt für Soziales, Bildung und Sport haben wir uns darauf geeinigt, für die Darstellung und Verarbeitung in dem hier vorliegenden Sozialreport die Anzahl an genehmigten Plätzen pragmatisch mit dem Faktor 0,9 zu berechnen, was sich in der Praxis als robustes Maß erwiesen hat. Desweiteren wurde vereinbart, die geringfügigen Belegungszahlen der Unter-3-Jährigen in den altersgemischten Gruppen (Ü3) mit dem Faktor 2 zu multiplizieren, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist.

5.1.1 Betreuungsangebot

Folgende Abbildung 5.2 gibt einen Überblick der genehmigten und belegten Kita-Plätze in der Gesamtstadt Lahr seit 2012. Zudem ist die Anzahl an Lahrer Kindern im Kindergartenalter seit 2013 aufgeführt. Des Weiteren ist die Differenz zwischen genehmigten und belegten Kita-Plätzen zum 01.03. jeden Jahres aufgeführt. Schließlich ist auch die Auslastung der Kindergärten angegeben. Bitte beachten Sie obige Ausführungen bzw. die Ausführungen im Abbildungstext bzgl. der Aufbereitung der jeweiligen Zahlen.

Genehmigte und belegte Kita-Plätze in Lahr / Schwarzwald seit 2012. Die genehmigten Kita-Plätze (ohne Hort-Gruppen-Plätze) wurden mit dem Faktor 0,9 multipliziert, so dass sie die maximal zu belegenden Kita-Plätze zum Stichtag 01.03. eines jeden Jahres repräsentieren. Die geringfügig belegten Kita-Plätze mit Unter-3-Jährigen in den altersgemischten Gruppen (Ü3) wurden zudem mit Faktor 2 multipliziert, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist. Oberhalb der Balken finden sich die Angaben zur Differenz zwischen genehmigten und belegten Kita-Plätzen. Des Weiteren ist die Anzahl an Kindern im Kindergartenalter zwischen einem und sechs Jahren aufgeführt, welche in Lahr ihren Hauptwohnsitz haben. Die Anzahl der 1- und 2-Jährigen wurde augrund der Besuchsquote mit Faktor 0,5 multipliziert. Bei der Anzahl an Sechsjährigen wurden Kinder, welche zwischen dem 01.03. und dem 01.07. geboren wurden herausgefiltert, da diese bereits eingeschult sein müssten. Unterhalb der Balken finden sich die Angaben über die berechnete Auslastung hinsichtlich belegter gegenüber genehmigter Kita-Plätze. Stichtag der Kindergartenplätze: 01.03.; Quelle: Kita-Data-Webhouse. Stichtag der Anzahl an Kinder: 31.12. des Vorjahres mit Altersberechnung auf den folgenden 01.03.; Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.

Abbildung 5.2: Genehmigte und belegte Kita-Plätze in Lahr / Schwarzwald seit 2012. Die genehmigten Kita-Plätze (ohne Hort-Gruppen-Plätze) wurden mit dem Faktor 0,9 multipliziert, so dass sie die maximal zu belegenden Kita-Plätze zum Stichtag 01.03. eines jeden Jahres repräsentieren. Die geringfügig belegten Kita-Plätze mit Unter-3-Jährigen in den altersgemischten Gruppen (Ü3) wurden zudem mit Faktor 2 multipliziert, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist. Oberhalb der Balken finden sich die Angaben zur Differenz zwischen genehmigten und belegten Kita-Plätzen. Des Weiteren ist die Anzahl an Kindern im Kindergartenalter zwischen einem und sechs Jahren aufgeführt, welche in Lahr ihren Hauptwohnsitz haben. Die Anzahl der 1- und 2-Jährigen wurde augrund der Besuchsquote mit Faktor 0,5 multipliziert. Bei der Anzahl an Sechsjährigen wurden Kinder, welche zwischen dem 01.03. und dem 01.07. geboren wurden herausgefiltert, da diese bereits eingeschult sein müssten. Unterhalb der Balken finden sich die Angaben über die berechnete Auslastung hinsichtlich belegter gegenüber genehmigter Kita-Plätze. Stichtag der Kindergartenplätze: 01.03.; Quelle: Kita-Data-Webhouse. Stichtag der Anzahl an Kinder: 31.12. des Vorjahres mit Altersberechnung auf den folgenden 01.03.; Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.

Aus Abbildung 5.2 ist ersichtlich, dass die Anzahl an Kindern im potentiellen Kindergartenalter seit 2013 um +444 Kinder (+21,6%) angestiegen ist. Die Anzahl genehmigter Kita-Plätze ist in diesem Zeitraum um +492 (+29,2%) angewachsen. In den Jahren 2012 und 2013 lag die Auslastung der Kita-Plätze zum 01.03 bei über 104%. Die Auslastung konnte in den Jahren 2014 bis 2020 auf Werte um 100% reduziert werden. Ein weiterer Ausbau an Kita-Plätzen reduzierte die Auslastung in den Lahrer Kindergärten auf Werte zwischen 95% und 99% in den Jahren 2021 bis 2023.

Wichtig ist hierbei noch einmal zu erwähnen, dass dies die aggregierten Werte für alle Kindergärten in der Gesamtstadt Lahr darstellt. Die Auslastung der einzelnen Kindergärten kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen. In Karte 5.1 kann die Auslastung in den einzelnen Kindergärten erkundet werden. Dabei zeigt sich, dass zum 01.03.2023 15 Kindergärten zu 100% und mehr ausgelastet sind. Im Folgenden ist das Betreuungsangebot auf die Schulbezirke aggregiert.

Folgende Abbildung 5.3 führt den zeitlichen Verlauf der Auslastung der Kindergärten in den einzelnen Schulbezirken seit 2012 für Unter-3-Jährige und Über-3-Jährige auf. Es zeigt sich, dass die hohe Auslastung im Schulbezirk Hugsweierer-Schule bis 2019 durch eine Erhöhung der genehmigten Plätze für die U3-Kindbetreuung (von 9 auf 18) und die Regelgruppe (von 45 auf 68) eine Reduzierung der Auslastung möglich geworden ist.

Auslastung der Kita-Plätze aggregiert nach Schulbezirken seit 2012. Die für die Berechnung zugrundeliegenden genehmigten Kita-Plätze wurden mit dem Faktor 0,9 multipliziert, so dass sie die maximal zu belegenden Kita-Plätze zum Stichtag 01.03. eines jeden Jahres repräsentieren. Die geringfügig belegten Kita-Plätze mit Unter-3-Jährigen in den altersgemischten Gruppen (Ü3) wurden zudem mit Faktor 2 multipliziert, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist. Stichtag der Kindergartenplätze: 01.03.; Quelle: Kita-Data-Webhouse

Abbildung 5.3: Auslastung der Kita-Plätze aggregiert nach Schulbezirken seit 2012. Die für die Berechnung zugrundeliegenden genehmigten Kita-Plätze wurden mit dem Faktor 0,9 multipliziert, so dass sie die maximal zu belegenden Kita-Plätze zum Stichtag 01.03. eines jeden Jahres repräsentieren. Die geringfügig belegten Kita-Plätze mit Unter-3-Jährigen in den altersgemischten Gruppen (Ü3) wurden zudem mit Faktor 2 multipliziert, da für die Kleinkindbetreuung ein höherer Betreuungsaufwand zu leisten ist. Stichtag der Kindergartenplätze: 01.03.; Quelle: Kita-Data-Webhouse


Im Schulbezirk Geroldseckerschule zeigt sich, dass trotz einer Erhöhung der Gesamtanzahl genehmigter Kindergartenplätze von 392 Plätze im Jahr 2019 auf 476 Plätze im Jahr 2023, die Auslastung mit 97,3% annähernd eine Vollauslastung aufweist. Dies ist in Anbetracht der Werte in Abbildung 5.4 erstaunlich, da im Schulbezirk Geroldseckerschule mehr Kindergartenplätze angeboten werden als Kinder im entsprechenden Alter in diesem Schulbezirk wohnen. Grund dafür dürfte die verkehrsbedingte Lage zwischen Ost und West, die z.T. arbeitsplatznahe Verortung der Kindergärten im Schulbezirk Geroldseckerschule sowie die Versorgung von Kindern welche im Schulbezirk Kuhbach leben, sein. Desweiteren ist auffällig, dass alle drei Kindergärten im Schulbezirk Eichrodtschule eine Auslastung von mehr als 110% aufweisen (vgl. Karte 5.1). Diesem Umstand werden vermutlich die Neubauten in der Dreyspringstraße und der Jammstraße entgegenwirken. Von dem Neubau in der Dreyspringstraße wird wohl auch der Kindergarten in Mietersheim (Auslastung: 98%) eine gewisse Entlastung erfahren.

Abbildung 5.4 listet das Betreuungsangebot mit der Anzahl an genehmigten Kindergartenplätze in den einzelnen Schulbezirken nach Altersklassen auf (1 bis unter 3-Jährige und 3 bis unter 7-Jährige). Zudem stellt Abbildung 5.4 die Anzahl an Kindern, welche in den einzelnen Schulbezirken leben nach diesen Altersgruppen dar. Darüberhinaus ist die Differenz zwischen der Anzahl an Kindern und den genehmigten Kindergartenplätzen aufgeführt.

Für die Darstellung des Betreuungsangebotes bei den Unter-3-Jährigen in Abbildung 5.4 wurden die Kinder, welche am 01.03.2023 das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bei der Darstellung der Anzahl an Kindern herausgelassen, da kaum Kinder in diesem Alter einen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen (vgl. Besuchsquote). Die Anzahl an Kindern in der Altersklasse der 6-Jährigen, welche in der Kategorie der 3- bis unter 7-Jährigen mit einbezogen ist, ist wie oben beschrieben auf den Zeitraum zwischen dem 01.07. und dem 01.03. gefiltert, damit die Kinder welche bereits eingeschult wurden nicht mit aufgeführt werden. Damit sind die Angaben des Betreuungsangebotes etwas robuster. Diese Berechnung wurde nach interner Evaluation am 18.01.2024 gegenüber der vorherigen Version abgeändert.

Abbildung 5.4: Betreuungsangebot der Kindergärten in den einzelnen Schulbezirken. Stichtag der Kindergartenplätze: 01.03.2023; Quelle: Kita-Data-Webhouse. Stichtag der Anzahl an Kindern: 30.06.2023, Altersberechnung zum 01.03.2023; Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald.

In zehn von zwölf Schulbezirken der Stadt Lahr halten die Kindergärten weniger Kita-Plätze für 3-6-Jährige vor, als Kinder im Kindergartenalter in den jeweiligen Schulbezirken wohnen. Lediglich im Schulbezirk Geroldseckerschule (+66 Plätze) und der Hugsweirer-Schule (+16 Plätze) werden mehr Kindergartenplätze angeboten. Im Lahrer Osten ist jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Abgrenzung zwischen dem Schulbezirk Geroldseckerschule und der Kuhbacher-Schule zu legen (vgl. hierzu Abgrenzung in Karte 5.1). Aufgrund dessen, dass der Schulbezirk Kuhbacher-Schule in den Stadtteil der Oststadt hineinragt und bspw. die Wohnblöcke in den Breitmatten sowie der Neubauten auf dem AKAD-Gelände mitversorgen muss, hat der Kuhbacher Schulbezirk eine Differenz von -68 Ü3-Plätze.

Damit gibt es im Lahrer Osten annähernd soviele Betreuungsplätze für die Über-3-Jährigen als Kinder in diesem Alter im Lahrer Osten wohnhaft sind. Im Schulbezirk Eichrodtschule, Kippenheimweiler-Schule, Reichenbacher-Schule sowie Sulzer-Schule gibt es für 3-6-Jährige ebenflalls annähernd soviele Kindergartenplätze wie Kinder in diesen Schulbezirken wohnhaft sind (Differenz unter 10). Für den Schulbezirk Eichrodtschule wurde jedoch bei Abbildung 5.3 auf eine Auslastung von mehr als 110% aller Kindergärten in diesem Schulbezirk hingewiesen (vgl. Karte 5.1).

In diesem Zusammenhang sind zwei Aspekte wichtig zu beachten. Zum einen greift hier das Problem des ökologischen Fehlschlusses1 und des Randzoneneffekts2, da hier Einzeldaten (Kindergärten) auf eine Raumeinheit aggregiert wurden (Schulbezirk). Für die Gesamtstadt sind die Werte dahingegen deutlich robuster. Die Kindertagesstätte Alleestraße befindet sich zum Beispiel in unmittelbarer Nähe zum benachbarten Schulbezirk Eichrodtschule (vgl. Karte 5.1). Da für die Belegung der Kindergartenplätze keine Schulbezirksbindung vorherrscht hat die entsprechende Kita ihr Einzugsgebiet auch im benachbarten Schulbezirk. Außerdem führt die fehlende Schulbezirksbindung auch dazu, dass Kinder welche z.B. in einem Ortsteil wohnen, die Eltern aber beispielsweise in der Kernstadt arbeiten, aus pragmatisch, organisatorischen Gründen die Kinder in einem arbeitsplatznahen Kindergarten betreut werden.

Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass keine Kindergartenpflicht besteht. Das bedeutet, dass nicht alle Kinder im Kindergartenalter eine Kita besuchen. Auch kommt es vor, dass in Lahr wohnende Kinder eine Einrichtung im Umland besuchen oder eine private Kindertagesbetreuung (z.B. Tagesmutter) in Anspruch nehmen. In Karte 5.1 können neben den genehmigten Plätzen in obiger Tabelle auch die belegten Plätze für die Schulbezirke und die einzelnen Kindergärten erkundet werden.

Festzuhalten bleibt, dass für die Gesamtstadt Lahr eine Differenz von -175 Kindergartenplätze für 3- bis 6-Jährige gegenüber den in Lahr wohnhaften Kindern im gleichen Alter besteht. Für die 1- und 2-Jährigen (hier: U3) beläuft sich die Differenz auf -650 Krippenplätze. Die folgenden Kapitel Versorgungsquote und Besuchsquote geben weiteren Aufschluss über die anteilige Versorgungs- und Belegungssituation. Diese unterliegen jedoch auch der hier aufgeführten kartographisch, statistischen Problematik.

5.1.2 Versorgungsquote

Die Versorgungsquote gibt Auskunft über die Verfügbarkeit ausreichend altersgemäßer Kindergartenplätze. Dabei wird die Anzahl an genehmigten Plätzen in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen den in Lahr bzw. in den einzelnen Schulbezirken wohnhaften Kindern im entsprechenden Alter gegenübergestellt. Zu beachten ist, dass wie oben beschrieben, auch hier die Anzahl der 6-Jährigen nach dem Geburtszeitraum zwischen dem 01.07. und dem 01.03. gefiltert wurden, da die übrigen 6-Jährigen, welche zwischen dem 01.03. und dem 30.06. geboren wurden bereits schulpflichtig sind. Bei den U3-Plätzen wurden die einjährigen Kinder herausgefiltert.

Tabelle 5.1: stellt die Versorgungsquote der einzelnen Schulbezirke und der Gesamtstadt in drei Alterskategorien (Kita-Plätze = 1-6 Jährige, U3-Plätze 1-2 Jährige und Ü3-Plätze = 3-6 Jährige) dar. Datenquelle: Betreuungsangebot: KiTa-Data-Webhouse (KDW), Stichtag 01.03.2023. Bevölkerungsdaten: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald, Stichtag 30.06.2023. Altersklassenberechnung auf den Stichtag 01.03. eines jeden Jahres.
Schulbezirk Kita-Plätze U3-Plätze Ü3-Plätze
Eichrodtschule 76,4% 29,0% 96,8%
Geroldseckerschule 97,5% 50,9% 120,1%
Luisenschule 75,1% 54,4% 85,1%
Schutterlindenbergschule 70,9% 29,8% 92,2%
Johann-Peter-Hebel-Schule 52,6% 12,3% 71,3%
Hugsweierer-Schule 103,6% 58,1% 130,8%
Kuhbacher-Schule 25,1% 0,0% 39,8%
Reichenbacher-Schule 68,2% 33,3% 91,3%
Sulzer-Schule 82,0% 48,2% 96,2%
Mietersheimer-Schule 52,1% 13,2% 73,8%
Kippenheimweiler-Schule 78,4% 41,9% 95,6%
Langenwinkler-Schule 61,6% 23,1% 79,1%
Gesamtstadt 72,5% 34,8% 91,3%

Für etwa ein Drittel aller Kinder zwischen 1 und 2 Jahren gibt es in der Stadt Lahr einen Betreuungsplatz. Für 91,3% der Kinder im Alter zwischen 3 und 7 Jahren stellen die öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen einen Kindergartenplatz zur Verfügung. Der oben erwähnte Ausbau des Kindergartens Farbklecks in Hugsweier mit einer Gesamtversorgungsquote 103,6% bzw. einer Versorgungsquote bei den Ü3-Plätzen von 130,8% stellt sich in Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre (vgl. Kapitel Stadtteile) in der Altersklasse der Unter-6-Jährigen die Frage der Notwendigkeit in dieser Größenordnung. Fraglich ist der Vorteil für ein Einzugsgebiet über die Schulbezirksgrenzen hinaus hinsichtlich verkehrsbedingter oder arbeitsplatznaher Lage. Zweifelsohne kann der Kindergarten in Hugsweier als Entlastung für die Kindergärten Don-Bosco und Arche Noah im Schulbezirk Johann-Peter-Hebel-Schule (Dinglingen-west) verstanden werden.

Auffallend ist, dass der Kindergarten in Kuhbach nur 39,8% der im Schulbezirk Kuhbacher-Schule lebenden Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren einen Betreuungsplatz anbieten kann. Dies liegt vor allem an der Zugehörigkeit des östlichen Bereichs des Stadtteils Oststadt am Kuhbacher Schulbezirk (vergleiche in Karte 5.1 die unterschiedliche Gebietsabgrenzung). Die nahegelegene KiTa Geroldsecker Vorstadt mit einer Versorgungsquote von 120,1% bei den Ü3-Plätzen wirkt diesem Umstand entgegen.

Dem steht allerdings die künftige Entwicklung der Kinderzahlen im Schulbezirk Geroldseckerschule gegenüber. In diesem Bezirk befindet sich das Neubaugebiet Hosenmatten 2 und Altenberg. In diesen wird in naher Zukunft mit weiterem Zuzug zu rechnen sein. Des Weiteren gibt es in der Geroldsecker Vorstadt mögliche Konversionsflächen, die sich für künftigen Wohnbau anbieten (vgl. Kapitel Bauliche Entwicklung). Darüber hinaus kann mit Verweis auf das Kapitel Haushaltstypen aufgrund der dortigen Ausführungen künftig mit einer weiterhin hohen Geburtenrate im Stadtteil Oststadt gerechnet werden.

Zu überlegen wäre aufgrund der obigen Ausführungen, inwiefern relativ kostengünstige und mit einer zunehmenden Beliebtheit nachgefragte Naturkindergartenstandorte über die gesamte Gemarkung der Stadt Lahr realisiert werden könnten. Dies würde einem möglicherweise zunehmenden Platzmangel entgegenwirken.

5.1.3 Besuchsquote

Die Besuchsquote gibt Aufschluss in welchem Umfang das Betreuungsangebot in den Kindergärten von den im entsprechenden Schulbezirk lebenden Kindern in Anspruch genommen wird. Hierzu wird die Anzahl der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kindern der Gesamtzahl aller Kinder im entsprechenden Alter gegenübergestellt.

Tabelle 5.2: zeigt die Besuchsquoten der Unter-3-Jährigen Kinder in der Gesamtstadt sowie in den einzelnen Schulbezirken. Datenquelle: Betreuungsangebot: KiTa-Data-Webhouse (KDW), Stichtag 01.03.2023. Bevölkerungsdaten: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald, Stichtag 30.06.2023. Altersklassenberechnung zum Stichtag 01.03.2023.
Schulbezirk U3-Jahre 0-Jährige 1-Jährige 2-Jährige
Eichrodtschule 19,8% 0,0% 22,4% 50,0%
Geroldseckerschule 36,6% 0,0% 38,2% 91,4%
Luisenschule 28,9% 0,0% 32,4% 62,7%
Schutterlindenbergschule 19,9% 0,0% 15,5% 47,5%
Johann-Peter-Hebel-Schule 11,3% 0,0% 25,0%
Hugsweierer-Schule 30,6% 0,0% 31,2% 66,7%
Kuhbacher-Schule 0,0% 0,0%
Reichenbacher-Schule 24,8% 0,0% 29,4% 48,6%
Sulzer-Schule 31,8% 0,0% 33,3% 69,6%
Mietersheimer-Schule 9,2% 0,0% 12,8% 20,7%
Kippenheimweiler-Schule 20,9% 0,0% 18,5% 56,2%
Langenwinkler-Schule 19,6% 0,0% 26,3% 30,0%
Gesamtstadt 22,9% 0,0% 23,7% 52,1%

Bei den Unter-3-Jährigen zeigt sich, dass Kinder, welche zum 01.03.2023 das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben keine öffentliche Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Für die 1-Jährigen ist die Besuchsquote mit 23,7% für die Gesamtstadt schon deutlich höher ausgeprägt. Im Schulbezirk Geroldseckerschule sind es bereits mehr als ein Drittel (38,2%) aller Einjährigen die einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen.

In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf die oben ausgeführten methodischen Probleme verwiesen, so dass eine allgemeingültige Aussage auf kleinräumiger Betrachtungsebene kaum möglich ist, für die Gesamtstadt jedoch recht valide erscheint. In Bezug auf die Gesamtstadt sind 52,1% aller 2-Jährigen in einer öffentlichen Kindertageseinrichtung in Lahr betreut.

Tabelle 5.3: zeigt die Besuchsquoten der über 3-Jährigen Kinder in der Gesamtstadt sowie in den einzelnen Schulbezirken. Zu beachten ist, dass wie oben beschrieben, auch hier die Anzahl der 6-Jährigen nach dem Geburtszeitraum zwischen dem 01.07. und dem 01.03. gefiltert wurden, da die übrigen 6-Jährigen, welche zwischen dem 01.03. und dem 30.06. geboren wurden bereits schulpflichtig sind. Datenquelle: Betreuungsangebot: KiTa-Data-Webhouse (KDW), Stichtag 01.03.2023. Bevölkerungsdaten: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald, Stichtag 30.06.2023. Altersklassenberechnung zum Stichtag 01.03.2023.
Schulbezirk Ü3-Jahre 3-Jährige 4-Jährige 5-Jährige 6-Jährige
Eichrodtschule 103,7% 106,5% 78,5% 115,2% 123,1%
Geroldseckerschule 105,5% 104,8% 121,1% 106,3% 86,8%
Luisenschule 81,5% 88,9% 81,0% 74,4% 82,8%
Schutterlindenbergschule 86,7% 79,5% 84,5% 113,2% 67,9%
Johann-Peter-Hebel-Schule 68,8% 59,1% 65,1% 78,3% 75,0%
Hugsweierer-Schule 96,2% 81,8% 108,3% 100,0% 92,3%
Kuhbacher-Schule 36,3% 29,2% 39,3% 27,8% 52,0%
Reichenbacher-Schule 79,8% 73,9% 96,8% 83,3% 61,5%
Sulzer-Schule 84,2% 79,5% 103,7% 73,8% 88,0%
Mietersheimer-Schule 69,7% 64,1% 68,6% 72,7% 80,0%
Kippenheimweiler-Schule 90,1% 69,7% 114,3% 91,3% 100,0%
Langenwinkler-Schule 84,9% 68,0% 94,4% 90,5% 90,9%
Gesamtstadt 85,3% 80,8% 88,2% 88,4% 83,3%

In der Gesamtstadt Lahr besuchen 85,3% aller 3 bis 6-Jährigen Kinder eine öffentlich geförderte Kindertageseinrichtung. Bei den 3-Jährigen sind es 80,8%, bei den 4-Jährigen 88,2%, bei den 5-Jährigen 88,4% und bei den 6-Jährigen zum 01.03.2023 83,3%.

Mit Blick auf die Schulbezirke fällt auf, dass wiederum in Kuhbach lediglich 36,3% aller Ü3-Kinder in der Kindertagesstätte Kuhbach untergebracht sind. Grund dafür ist die Lage der Breitmatten, des Schillingswegs und der östliche Teil des Hohbergwegs innerhalb dieses Schulbezirks (vgl. hierzu die räumliche Lage der Stadtteile und der Schulbezirke in Karte 5.1). Entsprechend der Anzahl an Kindern in diesem Schulbezirk hat der Kindergarten in Kuhbach eine deutlich zu geringe Kapazität.

Bei den 4-Jährigen Kindern, welche gemeinsam mit den 5-Jährigen die höchste Besuchsquote aufweisen, lässt sich feststellen, dass in den Schulbezirken Geroldseckerschule (121,1%), Hugsweierer-Schule (108,3%) und Kippenheimweiler-Schule (114,3%) mehr Kinder in den dortigen Kindergärten untergebracht sind als Kinder im entsprechenden Alter in diesen wohnen. Für letzteren zeigt sich mit Blick auf Karte 5.1, dass alle vier Kindergärten zum 01.03.2023 eine Gesamtauslastung von mehr als 100% aufweisen.

5.1.4 Schuleingangsuntesuchung - Sprache

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Spracheignungstests im Zuge der Schuleingangsuntersuchung seit 2010 auf Schulbezirksebene dargestellt. Die Untersuchungen finden für die Einschulungskinder in den jeweiligen Kindergärten statt. Abbildung 5.5 stellt die aggregierten Ergebnisse der Untersuchung in den einzelnen Schulbezirken dar. Die Balkendiagramme beziehen sich auf die Anzahl an Kinder, welche bei den Spracheignungstests teilgenommen haben. Dabei ist zu erwähnen, dass nicht in allen Kindergärten Tests durchgeführt wurden. Zudem ist die Anzahl an teilnehmenden Kindergärten seit 2010 in den Schulbezirken unterschiedlich hoch ausgeprägt. Daher wurde für die Darstellung des Förderbedarfs zusätzlich das gleitende Mittel des prozentualen Anteils der Ergebnisse mit hohem Förderbedarf bzw. ohne Förderbedarf gegenüber der Gesamtanzahl der Sprachuntersuchungen in Liniendiagrammen gegenübergestellt.

Ergebnisse der Spracheignungstests im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung für die Jahre 2010 bis 2023. Die Tests der einzelnen Kindergärten wurden auf den Schulbezirk aggregiert. Bei den Sprachuntersuchungen haben nicht alle Kindergärten teilgenommen. Auf der linken y-Achse ist die Anzahl an Kinder, welche an der Schuleingangsuntersuchung teilgenommen haben aufgeführt. Hierauf beziehen sich die Balkendarstellungen. Auf der rechten y-Achse ist das gleitende Mittel des prozentualen Anteils an hohem, bzw. keinem Förderbedarf an der Gesamtzahl der Sprachuntersuchungen in Form eines Linientrends (gleitendes Mittel) abgebildet. Gleichwohl bezieht sich diese Achse auf den linearen Trend in gestrichelter Liniendarstellung. Bitte beachten Sie, dass aufgrund des Datenschutzes in den einzelnen Kategorien die Fallzahlen in den Balkendiagrammen bei weniger als drei auf Null gesetzt wurden. Damit ist ein Rückschluss auf einzelne Kinder nicht mehr möglich. Datenquelle: Amt für Soziales, Bildung und Sport; Mobiler Beratungsdienst Sprachförderung.

Abbildung 5.5: Ergebnisse der Spracheignungstests im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung für die Jahre 2010 bis 2023. Die Tests der einzelnen Kindergärten wurden auf den Schulbezirk aggregiert. Bei den Sprachuntersuchungen haben nicht alle Kindergärten teilgenommen. Auf der linken y-Achse ist die Anzahl an Kinder, welche an der Schuleingangsuntersuchung teilgenommen haben aufgeführt. Hierauf beziehen sich die Balkendarstellungen. Auf der rechten y-Achse ist das gleitende Mittel des prozentualen Anteils an hohem, bzw. keinem Förderbedarf an der Gesamtzahl der Sprachuntersuchungen in Form eines Linientrends (gleitendes Mittel) abgebildet. Gleichwohl bezieht sich diese Achse auf den linearen Trend in gestrichelter Liniendarstellung. Bitte beachten Sie, dass aufgrund des Datenschutzes in den einzelnen Kategorien die Fallzahlen in den Balkendiagrammen bei weniger als drei auf Null gesetzt wurden. Damit ist ein Rückschluss auf einzelne Kinder nicht mehr möglich. Datenquelle: Amt für Soziales, Bildung und Sport; Mobiler Beratungsdienst Sprachförderung.

Mit Blick auf Abbildung 5.5 zeigt sich, dass insgesamt ein hoher Sprachförderbedarf in den einzelnen Schulbezirken vorhanden ist. In allen Schulbezirken ist der Anteil an Kindern mit hohem Förderbedarf größer als Kinder ohne Förderbedarf. Besonders auffallend ist dieser Umstand in dem Schulbezirk Schutterlindenbergschule mit einem hohen Förderbedarf von durchschnittlich 76,6% aller Kinder zwischen 2010 und 2023. Aber auch in der Langenwinkler-Schule (71,8%) und der Johann-Peter-Hebel-Schule (71,3%) sind die Anteile der Kinder mit hohem Förderbedarf auf einem sehr hohen Niveau.

Die besten, durchschnittlichen Sprachergebnisse mit hohem Förderbedarf der Jahre 2010 bis 2023 finden sich in den Schulbezirken Hugsweierer- (44,2%) und Kuhbacher-Schule (55,5%). Bei dem Hugsweierer Schulbezirk ist allerdings festzustellen, dass die Entwicklung des Anteils an den Sprachtestergebnissen mit hohem Förderbedarf nach einem anfänglichen Anstieg in den Jahren bis 2014 sich diese bis 2018 deutlich verbessert haben. Dies spiegelt sich in den Ergebissen bei dem Anteil ohne Förderbedarf von 80% im Jahr 2019 wider. Ab dem Jahr 2020, in welchem die Covid-19-Pandemie zu vorübergehenden Schließungen von Kindergärten führte, ist im Trend des gleitenden Mittels wiederum eine Zunahme der Ergebnisse mit hohem Förderbedarf festzustellen. Der Anteil der Ergebnisse ohne Förderbedarf beläuft sich im Jahre 2023 auf nunmehr 50%. Der lineare Trend der Jahre 2010 bis 2023 für die Ergebnisse ohne Förderbedarf ist demnach rückläufig.

Einen ebenfalls in etwa gleichbleibenden linearen Trend bei den Ergebnissen mit hohem Förderbedarf finden sich außerdem in den Schulbezirken Geroldseckerschule, Luisenschule und Schutterlindenbergschule, allerdings auf einem höheren Niveau. Eine Zunahme des linearen Trends bei den Ergebnissen mit hohem Förderbedarf findet sich indes in dem Schulbezirk der Eichrodtschule. Die Eichrodtschule weist dabei einen rückläufigen Trend bei den anteiligen Ergebnisen ohne Förderbedarf, während dieser Trend in der Geroldseckerschule in etwa gleichbleibend ist. Einen positiven Trend bei den Ergebnissen ohne Förderbedarf weist der Schulbezirk Langenwinkler-Schule auf. Die Ergebnisse des gleitenden Mittels unterstellen in allen Schulbezirken bis auf die Schulbezirke Langenwinkler-, Hugsweierer- und Luisenschule einen zunehmenden, hohen Förderbedarf seit Beginn der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020. Diesen Trend gilt es in den kommenden Jahren abzuwenden. Die Studie Sprachstanderhebung in der Einschulungsuntersuchung Baden-Württemberg 2010 - 2018 des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg kommt zu dem Schluß, dass bei über 750.000 baden-württembergischen Kindern im Zeitraum zwischen 2010 und 2018 der Anteil der Kinder, welche ein unauffälliges Sprachscreening aufweisen bei durchschnittlich 60% liegt (Lahr: 28,1%). Einen hohen Sprachförderbedarf bekommen durchschnittlich 28% der Kinder in Baden-Württemberg bescheinigt (Lahr: 64,6%).

Laut der Studie liegen die Quoten bei Jungen höher als bei Mädchen. “Der Anteil an Kindern mit einem intensiven Sprachförderbedarf nimmt sowohl bei ausschließlich Deutsch sprechenden Kindern als auch bei mehrsprachigen Kindern mit steigendem Sozialstatus (Schulbildung & Erwerbstätigkeit) ab.” Demzufolge hat der Migrationshintergrund der Kinder (vgl. Karte 5.1) einen untergeordneten Einfluss auf das Sprachniveau der Kinder. Vielmehr weisen Kinder von berufstätigen Eltern, unabhängig von deren Schulbildung weniger intensiven Sprachförderbedarf auf als Kinder von nicht berufstätigen Eltern. Abschließend bleibt festzuhalten, dass Sprachförderung in der Kita sowie niederschwellige Angebote für logopädische Therapien eine wirksame Maßnahme zur Verbesserung des Sprachniveaus der Kinder darstellt und künftig weiter gefördert werden muss.

5.1.5 Schuleingangsuntersuchung - Gewicht

An dieser Stelle wird künftig über die Auswertungen der Schuleingangsuntersuchung (ESU) vor allem in Bezug auf die Prävalenz von Normal-, Übergewicht und Adipositas bei Jungen und Mädchen für die Gesamtstadt Lahr/Schwarzwald berichtet. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war die Einschulungsuntersuchung in den Jahren 2019/2020 und 2020/2021 durch Einschränkungen geprägt und konnte daher nicht vollständig ausgeführt werden. Laut Gesundheitsamt konnten im Untersuchungsjahr 2021/2022 zwar deutlich mehr Kinder als in den Jahren zuvor untersucht werden, dennoch wurden weiterhin hauptsächlich Dokumente gesichtet, ohne dass eine vollständige Basisuntersuchung erfolgte. Der letzte ESU-Jahrgang 2024 wurde wieder flächendeckend untersucht und wird so bald dieser uns im Jahr 2024 vorliegt an dieser Stelle veröffentlicht.

Für die Prävalenz von Normal-, Übergewicht und Adipositas bei Jungen und Mädchen gibt das Gesundheitsamt Ortenaukreis für das Schuljahr 2021/2022 (ESU 2023) folgende Angaben für 173 untersuchte Kinder an: Demnach weisen 148 Kinder (85,5%) Normalgewicht auf. 16 Kinder (9,2%) gelten als übergewichtig und 11 Kinder (6,4%) leiden an Adipositas. Bitte beachten Sie hierbei die oben aufgeführten Aussagen zu den vergangenen Einschulungsuntersuchungen. Die hier angegebenen Werte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

5.2 Schulbildung

Das folgende Kapitel gibt einen Überblick der Bildungslandschaft in Lahr. Berücksichtigt sind hierbei ausschließlich Schulen, welche sich im Einflussbereich der Stadtverwaltung Lahr befinden. Dies sind alle öffentlichen Grundschulen, die Friedrichschule (Gemeinschaftsschule), das SBBZ Sprache und das SBBZ Lernen, die Verbundschule (ehemals Werkrealschule Theodor-Heuss-Schule und Otto-Hahn-Realschule) sowie das Scheffel- und das Max-Plank-Gymnasium.

Folgende Tabelle 5.6 gibt einen Überblick der Anzahl an Kindern nach Altersjahrgängen zum Stichtag 30.06.2023. Somit lässt sich in etwa die künftigen, zu erwartenden Schülerzahlen gegenüber der derzeitigen Auslastung abschätzen. Die farbliche Abstufung der Farbwerte in dieser Tabelle orientiert sich entgegen der üblichen Tabellen hier auf die einzelnen Zeilen (Schulbezirke).

Abbildung 5.6: Darstellung der Anzahl an Kindern in den einzelnen Schulbezirken bezogen auf die Altersjahrgänge zwischen 0 und 10 Jahren. Aufgeführt sind ausschließlich Kinder, welche ihren Hauptwohnsitz im entsprechenden Schulbezirk haben. Quelle: Melderegister der Stadt Lahr / Schwarzwald; Stichtag: 30.06.2023.

Als Beispiel sei zu erwähnen, dass in der Eichrodtschule, vorausgesetzt der Zu- und Wegzug gleicht die Anzahl an Kindern in den entsprechenden Jahrgängen aus, in den kommenden drei Schuljahren mit etwas mehr Schülern zu rechnen sein wird. In Hugsweier hingegen würden sich nach einem stärkeren Jahrgang in 2023/2024 die Schülerzahlen deutlich reduzieren.

Da die Kinder aus Hugsweier die Johann-Peter-Hebel-Schule (JPH) besuchen, würden dadurch die tendenziell höheren Kinderzahlen im Kindergartenalter im Schulbezirk JPH in etwa ausgeglichen werden. Auch in der Grundschule Sulz ist nach zwei folgenden Schuljahren mit mehr Einschulungskindern mit einer deutlichen Reduzierung dieser ab 2026/2027 zu rechnen. Inwiefern die Klassengrößen (durchschnittliche Anzahl an Kindern pro Klasse) dadurch beeinflusst werden könnten, lässt sich über einen Klick auf die Kreise der Schulen in Karte 5.1 erkunden.

Für die Geroldseckerschule könnte man anhand der Tabelle 5.6 annehmen, dass in den kommenden Schuljahren deutlich weniger Kinder als derzeit, die dortige Grundschule besuchen werden. Auch hier sei schon wie oben bei Abbildung 5.4 beschrieben, darauf verwiesen, dass der Schulbezirk Kuhbacher-Schule in den Stadtteil der Oststadt hineinragt und bspw. die Wohnblöcke in den Breitmatten sowie der Neubauten auf dem AKAD-Gelände mitversorgen muss. Da jedoch die einzügige Kuhbacher Grundschule den zunehmenden Platzbedarf nicht decken kann, wird dieser von der Geroldseckerschule kompensiert. Somit ist künftig nicht von einer Reduzierung der Grundschulkinder in der Geroldseckerschule auszugehen. Zudem muss hier beachtet werden, dass Tabelle 5.6 die Anzahl an Kinder zum Stichtag 30.06.2023 repräsentiert. Das bedeutet, dass das Baugebiet Hosenmatten II erst zur Hälfte bewohnt war und in den Gebäuden auf dem Altenberg noch keine Personen im Melderegister angemeldet waren.


5.2.1 Schulformen

In diesem Kapitel werden SchülerInnen, die in der Kommune wohnen, nach Schulformen an allgemeinbildenden Schulen dargestellt. Aufgrund fehlender Daten, können nur die SchülerInnen an den öffentlichen Schulen berücksichtigt werden. Demnach fehlen Informationen über die Anzahl an SchülerInnen, welche in Lahr wohnhaft sind und die Freie Evangelische Schule Lahr, das Clara-Schumann Gymnasium/Realschule, die Georg-Wimmer und Brüder-Grimm Förderschulen sowie die beruflichen Gymnasien besuchen.

Tabelle 5.4: gibt eine Übersicht der Schülerzahlen an den einzelnen Schulformen. Bei dem SBBZ Sprache handelt es sich um den Pinochio-Schulkindergarten. Das SBBZ Lernen bezieht sich auf die Gutenbergschule. Datenquelle: Schulstatistik 2023/2024. Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald.
Schulart Anzahl Schüler Klassengröße Lahrer Schüler
Verbundschule 896 23,6 93,4%
Gymnasium 1.396 28,5 59,6%
Gemeinschaftsschule 339 19,9 94,7%
Grundschule 1.900 19,6 98,6%
SBBZ Sprache 20 10,0 50,0%
SBBZ Lernen 203 10,7 84,7%

Insgesamt gibt es elf öffentliche Grundschulen in Lahr mit insgesamt 1.900 Schülerinnen und Schülern (vgl. Tabelle 5.4). Davon sind 98,6% wohnhaft in Lahr. Zusätzlich zu den aufgeführten Zahlen beinhaltet die Gesamtschule Freie Schule Lahr e.V. einen Grundschulzug. Die Gemeinschaftsschule (Friedrichschule) macht gegenüber der Verbundschule einen etwas höheren Anteil an in Lahr wohnhaften SchülerInnen aus.

Die hohe Anzahl an SchülerInnen an den Gymnasien (1.396) ist damit zu erklären, dass lediglich 59,6% davon in Lahr wohnen. Erstaunlich ist auch die große Anzahl an Kindern pro Klasse an den Gymnasien (28,5), welche um 4,9 Kinder/Klasse höher ist als an der Verbundschule bzw. 8,6 Kinder/Klasse als an der Gemeinschaftsschule.

In den Förderschulen SBBZ Lernen und SBBZ Sprache sind die Klassengrößen mit etwa 10,5 Kinder/Klasse deutlich geringer. Auffallend ist die hohe Anzahl an Lahrer Kindern an der SBBZ Lernen (~172). Die SBBZ Sprache wird hingegen von der Hälfte der 20 Schülerinnen und Schülern von Lahrer Kindern besucht.

Betrachtet man ausschließlich die elf öffentlichen Grundschulen in Lahr (siehe Tabelle 5.5) zeigt sich, dass die Geroldseckerschule, die Luisenschule und die Schutterlindenbergschule die meisten Schülerinnen und Schüler betreuen. Erst und letzt genannte Schule sind dabei vierzügig ausgebaut. Diese Schulen haben darüber hinaus den größten Anteil an Kindern pro Klasse (Klassengröße). Die geringsten Klassengrößen finden sich in den zweizügigen Grundschulen in Kippenheimweiler und Mietersheim.

Tabelle 5.5: gibt eine Übersicht der Schülerzahlen an den einzelnen Grundschulen. Die Klassengröße bezieht sich auf die durschnittliche Anzahl an Kindern pro Klasse. Datenquelle: Schulstatistik 2023/2024. Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald.
Name Anzahl Schüler Klassen Klassengröße Lahrer Schüler
Eichrodtschule 183 10 18,3 100,0%
Geroldseckerschule 360 17 21,2 99,4%
Luisenschule 273 13 21,0 99,3%
Schutterlindenbergschule 331 15 22,1 98,5%
Johann-Peter-Hebel-Schule 155 9 17,2 96,8%
Grundschule Kuhbach 78 4 19,5 96,2%
Grundschule Reichenbach 120 6 20,0 96,7%
Grundschule Sulz 140 8 17,5 100,0%
Grundschule Mietersheim 102 6 17,0 100,0%
Grundschule Langenwinkel 75 4 18,8 98,7%
Grundschule Kippenheimweiler 83 5 16,6 95,2%

Die Entwicklung der Schülerzahlen an den einzelnen Schulformen sowie an den einzelnen Grundschulen seit 2015, bzw. 2012 ist in den Abbildungen 5.7 und 5.8 dargestellt. Zunächst zeigt allerdings Tabelle 5.6 das Schulwahlverhalten in Anbetracht der Grundschulempfehlungen. Insgesamt haben 46,8% der 417 Schülerinnen und Schüler eine Gymnasialempfehlung. 32,9% eine Werkrealschul- und 18,9% eine Realschulempfehlung.

Tabelle 5.6: sind die anteiligen Grundschulempfehlungen der SchülerInnen in der 5. Klasse an den Weiterführenden Schulen mit WRS = Werkrealschule, RS = Realschule und GYM = Gymnasium aufgelistet. Datenquelle: Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald zum Schuljahr 2023/2024.
Schule Schüler WRS RS GYM
Scheffel-Gymnasium 112 0,9% 11,6% 87,5%
Max-Planck-Gymnasium 114 1,8% 14,0% 80,7%
Verbundschule Lahr RS 72 37,5% 55,6% 6,9%
Verbundschule Lahr WRS 61 100,0% 0,0% 0,0%
Friedrichschule 58 79,3% 17,2% 0,0%
Gesamt 417 32,9% 18,9% 46,8%


5.2.2 Anzahl SchülerInnen

Das folgende Liniendiagramm (Abb. 5.7) zeigt den Verlauf der Anzahl an SchülerInnen nach der Schulart zwischen dem Schuljahr 2015/2016 und 2023/2024. Auffallend ist der kontinuierliche Anstieg an den Grundschulen um 239 Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2018/2019. Eine nähere Analyse der SchülerInnenzahlen an den einzelnen Grundschulen gewährt Abbildung 5.8.

Die Verbundschule, welche im Schuljahr 2020/2021 aus der ehemaligen Werkrealschule Theodor-Heuss-Schule und der Otto-Hahn-Realschule hervorgegangen ist, hat seither ihre Schülerzahlen um 44 Schülerinnen und Schüler erweitern können. Die Gemeinschaftsschule befindet sich seit 2015 auf einem etwa gleichbleibenden Niveau von etwa 345 +/-33 Schülerinnen und Schüler mit rückläufiger Tendenz zwischen 2019 und 2022 und einem Anstieg um 27 Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr. Nach einem Rückgang der Schülerzahlen an den beiden Gymnasien ab dem Schuljahr 2020/2021 haben sich die Zahlen in den beiden letzten Schuljahren auf 1.396 Schülerinnen und Schüler in 2023/2024 stabilisiert, befinden sich allerdings weiterhin unter dem Niveau der Schuljahre vor 2020/2021.

In Tabelle 1.1 im Kapitel Gesamtstadt wurde der Anstieg der Anzahl an Kindern in einzelnen Altersklassen (0-2, 3-5, 6-9 und 10-17 Jahre) beschrieben. In Anbetracht der Annahme eines gleichbleibenden Wanderungssaldos muss für die weiterführenden Schulen künftig mit steigenden Kinder- / Schülerzahlen gerechnet werden. Dieser Umstand wird durch die steigenden Zahlen an GrundschülerInnen in den letzten vier Jahren deutlich. Inwiefern für die Schülerinnen der Gymnasien aus dem Umland ein ähnlicher Effekt zu erwarten ist, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Anzahl an SchülerInnen nach der Schulart zwischen dem Schuljahr 2015/2016 und 2023/2024. Datenquelle: Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald.

Abbildung 5.7: Anzahl an SchülerInnen nach der Schulart zwischen dem Schuljahr 2015/2016 und 2023/2024. Datenquelle: Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald.


Abbildung 5.8 zeigt den Verlauf der Anzahl an Grundschülern an den einzelnen Standorten seit dem Schuljahr 2012/2013. Dabei fällt der deutliche Anstieg bei den Grundschulen Geroldseckerschule, Schutterlindenbergschule und Luisenschule, welche sich in den gleichnamigen Schulbezirken befinden auf. Bei der Schutterlindenbergschule entspricht der Anstieg 73 Kindern in zehn Jahren, was einem Zuwachs von 28,3% entspricht. Bei der Geroldseckerschule fällt der Zuwachs mit 53,2% von 235 Schülerinnen auf derzeit 360 noch deutlicher aus.

Abbildung 5.8: Anzahl an SchülerInnen an den einzelnen Grundschulen zwischen dem Schuljahr 2012/2013 und 2023/2024. Datenquelle: Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald.

Die Geroldseckerschule, welche den meisten Kindern einen Grundschulplatz bietet und den wie oben beschriebenen höchsten Anstieg an Schülerzahlen besitzt, hat auch eine überdurchschnittliche Klassengröße von 21,2 Kindern pro Klasse (vgl. Karte 5.1 bzw. Tabelle 5.5). Gemäß den Ausführungen im Kapitel Bauliche Entwicklung bzgl. geplanter Wohnbauprojekte ist künftig mit noch mehr hinzukommenden Kindern in diesem Schulbezirk zu rechnen.

Die Grundschule Kuhbach, welche seit 2017/2018 ebenfalls einen Zuwachs an Grundschülern zu verzeichnen hatte und eine Klassengröße von 19,5 Kindern pro Klasse aufweist, kann diesen gesteigerten Anforderungen an den künftigen Platzbedarf kaum nachkommen. Mit Verweis auf Abbildung 5.6 werden in den kommenden zwei Jahren deutlich mehr Kinder eingeschult werden, als SchülerInnen die Schule auf weiterführende Schulen verlassen werden.

Entsprechend könnte ein Schulneubau / Bildungskomplex mit integriertem Kita-Angebot in den Breitmatten dieser angespannten und dem künftig wohl weiter wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht werden. In wie fern die bereits vorhandenen Ganztagsbetreuungsangebote ausreichend für die 2026 gesetzlich vorgeschriebene Ganztagsförderung sein wird, kann auch das folgende Kapitel Nachmittagsbetreuung nicht abschließend beurteilen. Dennoch sollte ein möglicher Schulneubau auch diesen Aspekt mitberücksichtigen, sowie die Frage nach der Verpflegung der Schülerinnen und Schüler und einer guten verkehrlichen Anbindung.

5.2.3 Nachmittagsbetreuung

Dieses Unterkapitel widmet sich der Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen und in den Horten der Stadt Lahr. Die einzelnen Angebote von unterschiedlichen Trägern (Rotes Kreuz, Stadt Lahr, Caritasverband und Arbeiterwohlfahrt) wurden auf die Schulbezirke aggregiert. Zudem ist die Schutterlindenbergschule als Ganztagsgrundschule konzipiert.

Das Nachmittagsangebot an der Schutterlindenbergschule ist freiwillig. Das Angebot wird von 209 Kindern in Anspruch genommen, was einer Betreuungsquote von 69,7% aller Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren in diesem Schulbezirk entspricht. Immerhin mehr als die Hälfte aller Kinder im Schulbezirk Eichrodtschule nehmen eine Nachmittagsbetreuung in Anspruch.

Für die Gesamtstadt ergibt sich eine Betreuungsquote von 38%, was 832 Kindern entspricht. Im Schulbezirk Hugsweierer-Schule werden keine Kinder nachmittags betreut, da in Hugsweier keine Grundschule verortet ist. Diese Kinder werden in der Johann-Peter-Hebel-Schule betreut. Mit Ausnahme der Kuhbacher Schule wird eine Ganztagsbetreuung in den Ortsteilen weniger in Anspruch genommen als in den Grundschulen der Kernstadt.

Tabelle 5.7: Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen in Lahr nach Schulbezirk aggregiert. Hinzugezählt wurde auch die Anzahl an belegten Hortplätzen. Die Anzahl an 6 bis 9 Jährigen bezieht sich auf die im entsprechenden Schulbezirk lebenden Kinder mit Hauptwohnsitz. Datenquelle: Abteilung 501 Bildung und Sport der Stadt Lahr/Schwarzwald zum Schuljahr 2022/2023. Für die Hortplätze: KiTa-Data-Webhouse (KDW), Stichtag 01.03.2023. Bevölkerungsdaten: Melderegister der Stadt Lahr/Schwarzwald, Stichtag 30.06.2023.
Schulbezirk betreute Kinder 6 bis 9 Jährige Betreuungsquote
Eichrodtschule 121 219 55,3%
Geroldseckerschule 136 393 34,6%
Luisenschule 125 326 38,3%
Schutterlindenbergschule 209 300 69,7%
Johann-Peter-Hebel-Schule 55 154 35,7%
Hugsweierer-Schule 0 71 0,0%
Kuhbacher-Schule 39 103 37,9%
Reichenbacher-Schule 32 136 23,5%
Sulzer-Schule 29 155 18,7%
Mietersheimer-Schule 27 133 20,3%
Kippenheimweiler-Schule 31 100 31,0%
Langenwinkler-Schule 28 99 28,3%
Gesamtstadt 832 2.189 38,0%

Abschließend bleibt festzuhalten, dass alle Plätze der Nachmittagsbetreuung voll belegt sind, es sich aber um ein flexibles System handelt, welches den Trägern bei zusätzlichen Anmeldungen erlaubt, eine neue Gruppe einzurichten. In wie fern sich dies auch auf das Betreuungspersonal auswirkt, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Neben den in diesem Kapitel für die Kindergärten und Schulen zum Teil angedeuteten Kapazitätsgrenzen was z.B. das Raumangebot anbelangt, muss bei dieser Debatte auch ein möglicher Fachkräftemangel mit berücksichtigt werden. Vor allem für die Nachmittagsförderung sollte es unter Umständen möglich sein, vermehrt auch Natur-/Musik- oder sonstige Sozialpädagogen mit in die Betreuungsarbeit zu integrieren, um einer vielfältigen und nachhaltigen Bildung aller gerecht zu werden.


  1. Der ökologische Fehlschluss ist ein statistisches Problem, bei dem falsche Schlussfolgerungen aus Daten gezogen werden, die auf einer aggregierten Ebene (z.B. Bezirke oder Gemeinden) analysiert werden, ohne Berücksichtigung der Variabilität innerhalb dieser aggregierten Einheiten. Es ist ein Fehler zu glauben, dass die Beziehung zwischen Variablen auf aggregierter Ebene auch auf individueller Ebene existiert.↩︎

  2. Der Randzoneneffekt beschreibt die Tatsache, dass Gebiete an den Rändern einer Region oder eines Gebiets oft von den Faktoren in den angrenzenden Gebieten beeinflusst werden und daher eine Verzerrung der Werte oder Merkmale auf thematischen Karten verursachen können.↩︎