Kapitel 6 Zusammenfassung

Der vorliegende Sozialreport der Stadt Lahr / Schwarzwald beschreibt einen Ausschnitt der sozio-ökonomischen Situation der Lahrer Bevölkerung auf Stadtteilebene. Neben der Bevölkerungsstruktur sowie dem Wanderungsverhalten seit 2014, werden Indikatoren in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und die Arbeitslosigkeit dargestellt. Darüber hinaus wird ein Überblick der (frühkindlichen) Bildungslandschaft auf Schulbezirksebene aufgezeigt.

Die Bevölkerung der Stadt Lahr ist laut Melderegister in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 12% auf 49.963 Personen am 31.12.2023 angewachsen. Grund hierfür ist die höhere Anzahl an Zuzügen gegenüber den Wegzügen aus der Stadt. Ohne diesen Zuzugsüberschuss würde Lahr aufgrund der höheren Sterbefälle - gegenüber den Geburten - schrumpfen. Der demographische Wandel führt zu einer erheblichen Anzahl an Menschen, welche in den nächsten zehn Jahren das Renteneintrittsalter erreichen werden. Dies hat Auswirkungen auf den offenkundig bereits vorhandenen Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt, sowie auf die Notwendigkeit neuer Angebote im Bereich Freizeit, Mobilität, Gesundheit und Wohnen für die “jungen, aktiven RentnerInnen”.

Unter Berücksichtigung der voraussichtlichen, baulichen Entwicklung in der Stadt Lahr ist von einem weiteren Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahren auszugehen. Vor allem ist in den Schulbezirken Kuhbacher-Schule, Schutterlindenbergschule sowie der Geroldseckerschule mit dem größten Bevölkerungszuwachs zu rechnen. Diese Schulbezirk haben bereits größere Engpässe bei den Schul- und Kindergartenplätze. Insgesamt muss mit einer weiteren Zunahme an Kindern im Schulalter gerechnet werden, was in den vergangenen Jahren vor allem im Grundschulalter festzustellen war.

Die sozio-ökonomischen Indikatoren zeigen, dass zum Teil eine Diskrepanz zwischen den Orts- und Stadtteilen besteht. Dies zeigt sich vor allem bei den Geburtenraten sowie der Arbeitslosigkeit. Weiterhin sind in Bezug auf ausländische Staatsangehörige sowie bei Deutschen mit Migrationshintergrund Unterschiede zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen festzustellen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Migrationshintergrund aufgrund der Definition des statistischen Bundesamtes besonders hoch. Hinsichtlich der Armutslagen sticht insbesondere die Innenstadt mit einer hohen Kinderarmut sowie einer hohen SGB II Quote hervor. Diesbezüglich ergibt sich ein besonders hoher Handlungsbedarf in diesem Stadtteil.

Die aufbereiteten Informationen beruhen auf dem Melderegister der Stadt Lahr, Daten der Bundesagentur für Arbeit und Daten des Amtes für Soziales, Schulen und Sport der Stadt Lahr. Die Auswahl, Berechnung und Darstellung der Indikatoren wurde in Anlehnung an den wegweiser-kommune der Bertelsmann-Stiftung sowie einem “Werkzeugkasten zur Sozialberichterstattung” umgesetzt.