Holzhaus auf der grünen Wiese

SoLAHRdachkataster

Die Sonne ist eine nach menschlichem Ermessen unerschöpfliche Energiequelle. Ihre Energie kann zur Erzeugung von Wärme (Solarthermie) und von Strom genutzt werden (Photovoltaik).

Das Potenzial für den Einsatz von Photovoltaik auf den Dächern von Lahr zeigt das SoLAHRdachkataster auf. Mit seiner Hilfe können sich die Bürger der Stadt Lahr informieren, ob Ihr Dach für die wirtschaftliche Nutzung einer Photovoltaikanlage sehr gut, gut oder bedingt geeignet ist. Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach versprechen preiswerten Strom aus klimafreundlicher erneuerbarer Energie. Die Stromproduktion auf dem eigenen Dach ist umso interessanter, je höher die Strompreise der Energieversorger steigen.

Mit dem SoLAHRdachkataster fällt es noch einfacher die Sonnenenergie in Lahr zu nutzen und so die Nutzung erneuerbarer Energien auszubauen und die CO2-Emissionen zu senken. Berechnungen zufolge kann der Strombedarf von Lahr zwischen 45 und 53 Prozent durch die Nutzung von Sonnenenergie auf Lahrer Dächern gedeckt und dadurch zwischen 86 000 und 88 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Eine Ausschöpfung des gesamten theoretischen Potenzials ist allerdings nicht zu erwarten, da auch andere Belange zu berücksichtigen sind.

Ob ein Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist, hängt von der Ausrichtung des Dachs zur Sonne, seiner Neigung und der Verschattung ab. Als ideal gelten Südausrichtung des Dachs und ein Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad. Schatten auf den Modulen beispielsweise durch Nachbargebäude, Bäume oder Schornsteine verändern sich mit dem Sonnenstand im Lauf eines Tags wie auch eines Jahrs. Ist ein Modul verschattet wirkt sich dies negativ auf die Gesamtleistung der Anlage aus und kann zu bedeutenden Einbußen bei der Stromgewinnung führen.

Das SoLAHRdachkataster kann einen ersten Anhaltspunkt geben, weitere und ausführlichere Informationen erhalten Sie bei der Ortenauer Energieagentur oder anderen Energieberatern. Aktuelle Informationen über Förderprogramme erhalten Sie beim Förderratgeber der Stadt Lahr und unter www.energiefoerderung.info.

SoLAHRdachkataster

Vorurteil 1: Photovoltaik rentiert sich nicht mehr!

Das ist so nicht richtig. Es stimmt zwar, dass die Einspeisevergütung in den letzten Jahren stark gesunken ist, aber unwirtschaftlich ist eine eigene Photovoltaikanlage (PV) noch lange nicht. Zum einen garantiert der Staat weiterhin für 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage, eine Vergütung für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz. Zum anderen werden die Anlagen mit dem technischen Fortschritt und durch die steigenden Produktionszahlen immer günstiger. Darüber hinaus müssen Sie jede Kilowattstunde (kWh) Strom, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, nicht beim Stromanbieter kaufen. Das bedeutet: Je mehr selbst erzeugten Solarstrom Sie nutzen, desto wirtschaftlicher ist die Anlage. Außerdem sorgt die Anlage dafür, dass mehr Sonnenstrom ins Netz gelangt und entsprechend weniger Kohle- und Atomstrom benötigt wird.

Vorurteil 2: Photovoltaik rentiert sich nur in Kombination mit einem Batteriespeicher!

Das stimmt so nicht. Natürlich steigern Sie Ihre Unabhängigkeit vom Stromnetz mit einem Batteriespeicher, da Sie auch abends und nachts, wenn die Sonne nicht scheint, noch Ihren eigenen, selbst produzierten, Strom nutzen können. Wenn Sie jedoch die Benutzung stromintensiver Geräte, wie Waschmaschine oder Spülmaschine, an die Hauptproduktionszeit Ihrer PV-Anlage anpassen, nutzen Sie bereits einen großen Teil des Stroms in Ihrem Haushalt selbst und steigern entsprechend die Rentabilität Ihrer Anlage.

Vorurteil 3: Die Photovoltaikanlagen sind unbezahlbar!

In den Anfangsjahren der Photovoltaik waren die Kosten für die Anschaffung einer PV-Anlage noch sehr hoch. Dank steigender Produktionszahlen und technischem Fortschritt werden die Anlagen jedoch von Jahr zu Jahr günstiger und lohnenswerter. Derzeit liegen die Kosten für eine Anlage in Deutschland inklusive Verkabelung, Wechselrichter, Einspeisezähler, Montagesystem und Montage pro Kilowatt-Peak (kWp) etwa zwischen 900 und 1600 Euro. Eine vierköpfige Familie benötigt eine Anlage in der Größenordnung von etwa 4 kWp, um den jährlichen Stromverbrauch um mehr als ein Drittel zu senken.

Vorurteil 4: Die Investition in Photovoltaik wird nicht mehr gefördert!

Das stimmt so nicht. Für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz zahlt der Netzbetreiber eine garantierte Vergütung für die nächsten 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage. Im Moment liegt die Vergütung bei 11,11 Cent für jede eingespeiste kWh Strom (Stand 01. April 2019). Darüber hinaus fördert das Land Baden-Württemberg die Anschaffung von Photovoltaik-Batteriespeichern und die KfW-Förderbank garantiert über das Förderprogramm 270 zinsgünstige Kredite bei Investitionen in erneuerbare Energien.

Vorurteil 5: Die Investition für eine PV-Anlage zahlt sich erst nach einer Ewigkeit wieder aus!

Auch das kann so nicht stehen bleiben. Die Kosten für Anschaffung und Wartung einer PV-Anlage sind in der Regel nach acht bis zwölf Jahren ausgeglichen. Ist die PV-Anlage über Kredite finanziert, dauert es geringfügig länger.

Vorurteil 6: Photovoltaikanlagen lohnen sich nur bei südlicher Dachausrichtung!

Die Himmelsrichtung einer Dachfläche entscheidet nicht allein über die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage. Die meiste Sonneneinstrahlung pro Tag und Jahr erhalten zwar nach Süden ausgerichtete Dächer, bei einer Ost-West Ausrichtung ist der Ertrag jedoch nur geringfügig kleiner. Der Vorteil einer Ost-West-Ausrichtung der Anlage liegt darin, dass diese vor allem in den Morgen- und Abendstunden eine höhere Produktivität erzielt. Für Menschen, die tagsüber nicht zu Hause sind, kann das den Eigenverbrauch steigern und eine PV-Anlage sogar wirtschaftlicher machen.

Vorurteil 7: In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung für die Stromgewinnung via Photovoltaik nicht aus!

Es ist richtig, dass die eingestrahlte Sonnenenergie und die Anzahl der Sonnenstunden in Mitteleuropa niedriger ist, als in der Sahara. Nichtsdestotrotz liefert die Sonne in Deutschland mehr als genug Energie für eine rentable Produktion von solar erzeugtem Strom, der unseren Bedarf vollständig deckt. Insgesamt liefert die Sonne in Deutschland täglich eine Energiemenge, die den Bedarf sogar um das achtzigfache übersteigt. Laut der „Leitstudie 2010“ des Bundesumweltministeriums könnte der gesamte Strombedarf in Deutschland durch Solarenergie gedeckt werden, wenn nur zehn Prozent aller geeigneten Dach- und Fassadenflächen und versiegelten Siedlungsflächen für solare Stromerzeugung genutzt würden.

Vorurteil 8: Photovoltaikanlagen produzieren keinen Strom bei bewölktem Himmel!

Das stimmt nicht. Die PV-Anlagen produzieren auch bei einem bewölktem Himmel Strom, da dennoch Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Bei bewölktem Himmel produziert die Anlage zwar weniger, als bei wolkenlosem Himmel, aber sie produziert. Außerdem gibt es heute Module mit sehr gutem Schwachlichtverhalten. Damit lässt sich das ganze Jahr über reichlich Strom produzieren.

Vorurteil 9: Photovoltaikanlagen haben eine geringe Lebensdauer!

Die neuesten PV-Anlagen haben eine Lebenszeit von 30 Jahren und mehr. Die Investition zahlt sich demnach nicht nur nach acht bis zwölf Jahren aus – Sie sparen über einen langen Zeitraum richtig Geld.

Vorurteil 10: Photovoltaikanlagen sind Energiefresser!

Bereits nach zwei Jahren, hat die PV-Anlage die Energie erzeugt, die für ihre Herstellung verbraucht wurde. Bei einer Nutzungszeit von 30 Jahren produziert die Anlage also über das fünfzehnfache an dem Strom, der für ihre Herstellung aufgewendet wurde. Außerdem können die Rohstoffe und Materialien aus PV-Anlagen sehr gut recycelt und wieder verwendet werden.

Vorurteil 11: Nach kurzer Zeit verliert die Photovoltaikanlage schon an Leistung!

Der Leistungsabfall beträgt durchschnittlich gerade einmal 0,5 Prozent des Wirkungsgrades pro Jahr. Viele Hersteller geben mittlerweile eine bis zu dreißigjährige Leistungsgarantie von über 80 Prozent der Leistung.

Vorurteil 12: Es dauert ewig, bis die Photovoltaikanlage installiert ist!

Die Installationszeit hängt von der Größe der Anlage ab. Jedoch benötigt man heutzutage im Durchschnitt nur noch ein bis zwei Tage, bis sie vollständig installiert ist.

Vorurteil 13: Mein Dach leidet unter einer Photovoltaikanlage!

Im Gegenteil: Die PV-Anlage wirkt sogar schützend und verhindert direkten Wettereinfluss auf das Dach, was die Lebensdauer des Daches erhöht. Auch bei der Montage entstehen keine Schäden. Mithilfe der Gestellsysteme muss man das Dach nicht durchbohren. Dadurch entstehen keine Wasserschäden und die Ziegel müssen nicht darunter leiden.

Vorurteil 14: Um eine Photovoltaikanlage zu besitzen, brauche ich ein eigenes Dach!

Nein, brauchen Sie nicht. Auf der Online-Plattform http://www.solardachboerse.de/marktplatz bieten Dacheigentümer Flächen zur Miete an. So können Sie auch in Photovoltaik investieren, wenn Sie kein eigenes Dach haben. Genauso gut können Sie dort Ihre Dachfläche für eine Investition zur Verfügung stellen, wenn Sie dies nicht selber machen können oder wollen.

Übersicht:

  1. Was ist Photovoltaik?
  2. Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
  3. Aus welchen Komponenten besteht eine Photovoltaikanlage?
  4. Welche Vorteile hat Photovoltaik?
  5. Welche Nachteile hat Photovoltaik?
  6. Wie lange dauert die Installation einer Photovoltaikanlage?
  7. Was passiert nach 20 Jahren?
  8. Lässt sich auch auf einem Flachdach eine Photovoltaikanlage installieren?
  9. Was ist bei bewölktem Himmel?
  10. Wie sicher und langlebig ist die Technik?
  11. Wo sollte der Wechselrichter installiert werden?
  12. Sind Genehmigungen für die Photovoltaikanlage erforderlich?
  13. Muss eine Photovoltaikanlage regelmäßig gereinigt werden?
  14. Ist Photovoltaik nicht zu teuer?
  15. Gibt es Fördermöglichkeiten?
  16. Lohnt sich die Investition einer Photovoltaikanlage auch heute noch?
  17. Lässt sich die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage beeinflussen?
  18. Müssen die Einnahmen durch die Einspeisung versteuert werden?
  19. Lassen sich die Photovoltaikanlage recycelt?
  20. Wie empfindlich ist eine Photovoltaikanlage gegenüber Hagel oder einem Blitzschlag?

 

1. Was ist Photovoltaik?

Die direkte Umwandlung von Sonnenlicht bzw. Lichtenergie in elektrische Energie (Strom).

2. Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Photovoltaik (PV) ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie (Strom). Unter Solarthermie versteht man die Umwandlung von Sonnenenergie in nutzbare Wärme. Sie wird für Warmwasserbereitung und/oder zur Unterstützung der Heizung verwendet.

3. Aus welchen Komponenten besteht eine Photovoltaikanlage?

  • Photovoltaikmodul: erzeugt Solarstrom
  • Montagesystem für das Dach
  • Verkabelung: leitet erzeugten Strom in den Wechselrichter und ins Netz
  • Wechselrichter: wandelt Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um
  • Stromzähler (heute i.d.R. Zweirichtungszähler): misst, wie viel Strom in das Netz eingespeist oder vom Netz bezogen wird

 

4. Welche Vorteile hat Photovoltaik?

  • Sorgt für Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen
  • Solarenergie ist preiswerter
  • Garantiert dem Betreiber 20 Jahre Vergütung für eingespeisten Strom
  • Ist umweltfreundlich und beschleunigt Energiewende
  • Macht den Einsatz von klimaschädlichen, fossilen Brennstoffen zunehmend überflüssig
  • Verursacht keine Abgase
  • Trägt zur dezentrale Energieversorgung bei
  • Anlage lässt sich verschleißfrei betreiben
  • Wertsteigerung der Immobilie

 

5. Welche Nachteile hat Photovoltaik?

  • Abhängig vom Sonnenlicht, deshalb schwankende Leistung
  • Erzeugung und Verbrauch sind nur in begrenzterem Maß deckungsgleich
  • Einmalige Investitionskosten erforderlich

 

6. Wie lange dauert die Installation einer Photovoltaikanlage?

Die Installationszeit hängt von der Größe der PV-Anlage ab. Jedoch benötigt man heutzutage im Durchschnitt nur noch ein bis zwei Tage, bis die PV-Anlage vollständig installiert ist.

7. Was passiert, wenn die staatliche Vergütung nach 20 Jahren endet?

Da die PV-Anlagen wesentlich länger als 20 Jahre funktionstüchtig sind, lässt man sie einfach weiterhin klimaneutralen Strom produzieren. Man kann die alte Anlage allerdings auch durch eine neue und leistungsstärkere Anlage ersetzen oder ganz entsorgen lassen. Die Rohstoffe und Materialien der PV-Anlage lassen sich sehr gut recycelt und wieder verwenden. Über die Ergänzung mit einem Batteriespeicher lässt sich die Eigenverbrauchsquote auch nach Ablauf der Vergütungszeit optimieren.

8. Lässt sich auch auf einem Flachdach eine Photovoltaikanlage installieren?

Auch auf einem Flachdach lassen sich problemlos PV-Anlagen installieren. Hierbei muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Anlagen schräg aufgestellt werden und eine optimale Neigung aufweisen. Der Vorteil gegenüber einem Satteldach liegt darin, dass durch die Aufstellung für eine optimale Hinterlüftung der Module gesorgt ist. Außerdem sollten die Module nach Süden ausgerichtet werden. Insgesamt ist man auf einem Flachdach sehr flexibel bei der Installation einer PV-Anlage. Aufgeständerte Module auf einem Flachdach lassen sich leicht reinigen.

9. Was ist bei bewölktem Himmel?

Die PV-Anlagen produzieren auch bei bewölktem Himmel Strom, da dennoch Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Die Anlage produziert dann zwar weniger Strom, als bei wolkenlosem Himmel, aber sie produziert. Außerdem gibt es heute Module mit sehr gutem Schwachlichtverhalten. Damit lässt sich das ganze Jahr über reichlich Strom produzieren.

10. Wie sicher und langlebig ist die Technik?

Die neuesten PV-Anlagen haben eine Lebenszeit von 30 Jahren und mehr. Die Investition zahlt sich demnach nicht nur nach acht bis zwölf Jahren aus – es lässt sich über einen langen Zeitraum richtig Geld sparen.

11. Wo sollte der Wechselrichter installiert werden?

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der PV-Anlage in netzkompatiblen Wechselstrom um. Dieser produziert selbst sehr viel Wärme und ist gleichzeitig wärmeempfindlich, weswegen er an einem kühlen und trockenen Ort installiert werden sollte. Vorzugsweise im Keller oder in der Garage.

12. Sind Genehmigungen für die Photovoltaikanlage erforderlich?

Im Normalfall ist keine Baugenehmigung beim Bau einer kleinen PV-Anlage für Privatpersonen nötig. Davon ausgenommen sind denkmalgeschützte Gebäude, bei denen erst eine Genehmigung bei der zuständigen Denkmalschutzbehörde beantragt werden muss. Für Dächer, bei denen Asbest verbaut wurde, ist die Anbringung einer PV-Anlage ohne Sanierung gesetzlich untersagt. Nach der Installation müssen die Bundesnetzagentur und der Netzbetreiber über den Standort und die Leistung informiert werden.

13. Muss eine Photovoltaikanlage regelmäßig gereinigt werden?

In den meisten Fällen, sorgt der Regen für einen Selbstreinigungseffekt. Die glatten Moduloberflächen sind extra dafür ausgelegt. Allerdings sollten die Module von gröberem Schmutz wie Blüten, Blätter oder Äste befreit werden. Dazu zählen auch Staub und Vogelkot, der sich festsetzen und verkrusten kann. Dadurch kann es zu einem Ertragsabfall kommen. Auch entscheidet der Neigungswinkel darüber, wie häufig gereinigt werden muss. Ab einem Winkel von 20°beginnt die Selbstreinigung.

14. Ist Photovoltaik nicht zu teuer?

In den Anfangsjahren der Photovoltaik waren die Kosten für die Anschaffung einer PV-Anlage noch sehr hoch. Dank steigender Produktionszahlen und technischen Fortschritts werden die Anlagen jedoch von Jahr zu Jahr günstiger und lohnenswerter. Derzeit liegen die Kosten für eine Anlage in Deutschland inklusive Verkabelung, Wechselrichter, Einspeisezähler, Montagesystem und Montage pro Kilowatt-Peak (kWp) etwa zwischen 900 und 1.600 Euro. Eine vierköpfige Familie benötigt eine Anlage in der Größenordnung von etwa vier kWp, um den jährlichen Stromverbrauch um mehr als ein Drittel zu senken.

15. Gibt es Fördermöglichkeiten?

Für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz zahlt der Netzbetreiber eine garantierte Vergütung für die nächsten 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage. Im Moment liegt die Vergütung bei 11,11 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde (kWh) Strom (Stand 1. April 2019). Darüber hinaus fördert das Land Baden-Württemberg die Anschaffung von Photovoltaik-Batteriespeichern und die KfW-Förderbank garantiert über das Förderprogramm 270 zinsgünstige Kredite bei Investitionen in erneuerbare Energien.

16. Lohnt sich die Investition einer PV-Anlage auch heute noch?

Ja! Die Einspeisevergütung ist zwar in den letzten Jahren stark gesunken, aber unwirtschaftlich ist eine eigene PV-Anlage noch lange nicht. Zum einen garantiert der Staat weiterhin für 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage eine Vergütung für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz. Zum anderen werden die Anlagen dank technischen Fortschritts und steigenden Produktionszahlen immer günstiger. Darüber hinaus müssen Sie jede kWh Strom, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, nicht beim Stromanbieter kaufen. Das bedeutet: Je mehr selbst erzeugten Solarstrom Sie nutzen, desto wirtschaftlicher ist die Anlage. Außerdem sorgt die Anlage dafür, dass mehr Sonnenstrom ins Netz gelangt und entsprechend weniger Kohle- und Atomstrom benötigt wird.

17. Lässt sich die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage beeinflussen?

Ja. Die größte Wirtschaftlichkeit bringt der Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms mit sich. Wenn Sie die Benutzung stromintensiver Geräte, wie Waschmaschine oder Spülmaschine, an die Hauptproduktionszeit Ihrer PV-Anlage anpassen, nutzen Sie bereits einen großen Teil des Stroms in Ihrem Haushalt selbst und steigern entsprechend die Rentabilität Ihrer Anlage. Zudem lässt sich die Unabhängigkeit vom Stromnetz mit einem Batteriespeicher weiter steigern.

18. Müssen die Einnahmen durch die Einspeisung versteuert werden?

Ja. Die Betreiber, die ihre PV-Anlagen an das öffentliche Netz anschließen, werden unternehmerisch tätig. Deshalb müssen die Anlagen steuerlich berücksichtigt werden. Die unternehmerische Tätigkeit muss innerhalb eines Monats beim Finanzamt gemeldet werden. 

19. Lassen sich die Photovoltaikanlage recycelt?

Seit dem Inkrafttreten des neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) sind Hersteller dazu verpflichtet, die Kosten für Rücknahme und Recycling von PV-Modulen zu übernehmen. Private Anlagenbetreiber können ihre alten Module also einfach und kostenlos bei kommunalen Recyclinghöfen abgeben. Durch eine potentielle Recycling-Quote von über 90 Prozent der Module ist es möglich, einen großen Teil der Materialien wiederzuverwenden. So werden Glas, Aluminium, Kupfer und Silber weiter verwendet, wodurch sich die Umweltverträglichkeit einer PV-Anlage weiter erhöht.

20. Wie empfindlich ist eine Photovoltaikanlage gegenüber Hagel oder einem Blitzschlag?

Die Module sind mit einem robusten Spezialglas angefertigt, welches gegenüber Hagel in den meisten Fällen resistent ist. Allerdings kommen die PV-Anlagen bei schwerwiegendem Gewitter ebenso zu Schaden, wie auch sonst die Dächer. Durch einen direkten Blitzschlag in die Anlage, wird die Anlage wahrscheinlich zerstört. Die Anlage sollte also unbedingt versichert werden (Elementarschaden).

Lohnt sich Photovoltaik eigentlich?

Ja! PV-Anlagen auf Ein- und Mehrfamilienhäusern sind wirtschaftlich, denn

… die Preise für PV-Anlagen sinken durch steigende Produktionszahlen.

… PV-Strom kann heute günstiger produziert werden als Strom aus dem Netz, entsprechend lohnt sich vor allem der Eigenverbrauch des PV-Stroms.

… dank EEG-Vergütung rechnet sich auch die Volleinspeisung ins Netz.

 

Von welchen Faktoren hängt die Wirtschaftlichkeit der Anlage ab?

Investitionskosten abhängig von: Art der Anlage (z.B. benötigt man eine Aufständerung?); Komponentenpreisen: Solarmodule, Wechselrichter, Kabel, ggf. Blitzableiter, etc.; Kosten für die Anlagenplanung und Installation

Betriebskosten: Wartung, Versicherung, Steuern, evtl. Austausch von defekten Komponenten

Wichtig: Die Qualität der Komponenten und die Garantiebedingungen von Hersteller und Installateur sind wichtig für eine zuverlässige Leistung!

Stromertrag: abhängig vom Standort des Hauses, Dachausrichtung, Dachneigung und mögliche Verschattungen (z.B. durch Bäume oder Dachbauten)

Einspeisevergütung: Bundesregierung garantiert eine Vergütung je Kilowattstunde (kWh) für die nächsten 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage.

Eigenverbrauch: Je mehr selbst erzeugter PV-Strom genutzt wird, desto wirtschaftlicher ist die Anlage. Jede selbst verbrauchte kWh, spart den Kauf einer teuren Stromeinheit vom Stromanbieter.

 

Wie kann die PV-Anlage finanziert werden?

Am besten ist die Finanzierung der Anlage mit Eigenkapital. Wer über eine Bank finanziert, muss jedoch – dank Unterstützung durch die KfW – keine hohe Zinsen fürchten.

 

Konkrete Zahlen

Anlagenpreis: Pro Kilowatt Peak (kWp) installierter Leistung ca. 900 bis 1600 Euro; je größer die Anlage und je einfacher die Installation desto günstiger. Für ein Kilowatt Peak werden rund fünf bis sechs Quadratmeter Fläche benötigt.

Betriebskosten: Jährlich ca. 1,5 Prozent der Investitionskosten.

Stromertrag: Bei Dachneigung 30 Grad und Südausrichtung durchschnittlich 1100 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Peak und Jahr.

Einspeisevergütung: 11,11 Cent pro Kilowattstunde (Anlagen bis zehn Kilowatt Peak), Stand 01. April 2019

Haushaltsstrompreis: durchschnittlich 30,5 Cent pro Kilowattstunde, Prognose für 2019

Mit einer Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach leisten Sie einen aktiven und wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn wer Strom aus Sonnenenergie herstellt und nutzt, produziert selbst kein CO2 und macht die Produktion aus klimaschädlichen, fossilen Brennstoffen wie Kohle zunehmend überflüssig. Auf diese Weise lässt sich der CO2 Ausstoß, einer der Hauptursachen für den Klimawandel, deutlich vermindern.

Eine kleine PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus vermeidet bis zu zehn Tonnen CO2 pro Jahr.

2017 wurden in Deutschland allein durch die Verwendung von PV-Strom 24,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht dem CO2 Ausstoß einer halben Millionen Vier-Personen Haushalte, die keinen Ökostrom nutzen.

Darüber hinaus

... wirken PV-Dach-Anlagen dem enormen Flächenverbrauch durch den Abbau der fossilen Brennstoffe entgegen.

… sind fossile Brennstoffe endlich, Sonnenenergie nicht.

… ist der Atomstromausstieg 2022 beschlossen und der Kohleausstieg für 2038 geplant – der zukünftig benötigte Strom muss aus erneuerbaren Quellen kommen.

 

Die Ökobilanz von PV-Modulen

Energetisch gesehen hat sich eine PV-Anlage nach durchschnittlich zwei Jahren amortisiert: Sie hat so viel Energie erzeugt, wie für ihre Herstellung aufgewendet werden musste. Während ihrer gesamten Lebensdauer, deutlich über 30 Jahre, erzeugen die Module über das 15-fache ihrer Herstellungsenergie.

Für PV-Anlagen auf dem Dach kommen – wegen des höheren Wirkungsgrades – meist Solarzellen auf Basis von Silizium in Betracht. Dieser Rohstoff wird aus Sand gewonnen und ist sowohl unbedenklich bezüglich seiner Umweltauswirkung, als auch unbegrenzt verfügbar.

 

Können PV-Anlagen recycelt werden?

Seit dem Inkrafttreten des neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) sind Hersteller dazu verpflichtet, die Kosten für Rücknahme und Recycling von PV-Modulen zu übernehmen. Private Anlagenbetreiber können ihre alten Module also einfach und kostenlos bei kommunalen Recyclinghöfen abgeben. Die Module haben eine potentielle Recycling-Quote von über 90 Prozent. So werden Glas, Aluminium, Kupfer und Silber wiedergewonnen, welches die Umweltverträglichkeit einer PV-Anlage weiter erhöht.

Eine vier Kilowatt Peak Anlage, mit einer jährlichen Stromproduktion von rund 1000 kWh/kWp könnte prinzipiell den durchschnittlichen jährlichen Strombedarf eines Vier-Personen-Haushaltes decken.

Aber: Meistens kann bei einer PV-Anlage nur ein Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht werden (rund 30 Prozent), denn die Energieerzeugung der Anlage ist von der Sonnenstrahlung abhängig. Entsprechend verteilt sich die Stromproduktion sehr unterschiedlich über das Jahr und den Tag, weshalb die Energieproduktion durch die Anlage und der Verbrauch eines Haushaltes über den Tag nicht deckungsgleich sind (siehe Abbildung).

Deswegen greifen immer mehr Betreiber von Anlagen auf Batteriespeicher zurück und erhöhen dadurch ihre Unabhängigkeit vom Stromnetz.

 

Wie sehr erhöht ein Speicher die eigene Unabhängigkeit?

Wirtschaftlich sind Speicher mit vier bis fünf Kilowattstunden Speicherleistung, die die Unabhängigkeit eines Vier-Personen-Haushaltes von 30 Prozent auf ca. 60 bis 70 Prozent steigern können.

 

Lohnt sich die Anschaffung eines Speichers?

Die Wirtschaftlichkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Preis des Speichers: Zurzeit kostet ein Batteriespeicher circa 1300 Euro pro Kilowattstunde Kapazität.

Fördermöglichkeiten: Das Land Baden-Württemberg und die Bunderegierung fördern die Anschaffung von Batteriespeichern.

Strompreise: Die Tendenz bei den Strompreisen ist steigend.

 

Fördermöglichkeiten

  • "Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ des Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
  • Kreditprogramm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ der KfW

Beim Betrieb einer PV-Anlage auf einem Mehrfamilienhaus gibt es neben der Volleinspeisung ins öffentliche Netz prinzipiell zwei Möglichkeiten, den Strom zu nutzen:

  1. Die Bertreiberin oder der Betreiber kann den Strom als Eigenstrom nutzen, z.B. im Treppenhaus, Garage, Technikraum. In diesem Fall besteht eine „Personenidentität“: Dieselbe Person betreibt die Anlage und verbraucht den Strom. Je höher der Eigenstromverbrauch, desto eher lohnt sich diese Variante.
  2. Soll der Strom auch in den einzelnen Haushalten verbraucht werden, findet eine Stromlieferung von der Betreiberin oder dem Betreiber der PV-Anlage an den jeweiligen Haushalt statt – unabhängig davon, ob der Haushalt Miteigentümer der Anlage ist oder nicht. Weil keine Personenidentität vorliegt, wird diese Lieferung nicht als Eigenstrom, sondern als Mieterstrom bezeichnet.

 

Was ist Mieterstrom?

Mieterstrom ist lokal produzierter Strom beispielsweise von PV-Anlagen, welcher Mietparteien und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) angeboten wird.

Weil der Strom nicht über das öffentliche Netz fließt, entfallen Netznutzungsentgelte und Konzessionsangaben. Dadurch können Mietparteien von einem günstigeren Strompreis gegenüber dem Netzstrom profitieren.

 

Was ist bei Mieterstrom zu beachten?

Physikalisch unterscheiden sich Eigen- und Mieterstrom nicht voneinander. Finanziell und rechtlich gibt es jedoch einiges zu beachten:

  • Anlagengröße bis zehn kWp à EEG-Umlage entfällt (über zehn kWp ist sie anteilig zu zahlen)
  • volle EEG-Umlage zu zahlen

 

Die EEG-Umlage beträgt 2019
6,05 Cent pro Kilowattstunde. Sie ist ein Beitrag zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien.

Zudem sind mit der Stromlieferung zahlreiche Verpflichtungen nach dem Energiewirtschaftsgesetz verbunden – von Meldepflichten bis zur genormten Stromrechnung. Der Rat eines Experten ist empfehlenswert.

 

Wird Mieterstrom gefördert?

Mieterstrommodelle werden im Rahmen des EEG 2017 mit rund 2,2 bis 3,8 Cent pro Kilowattstunde gefördert.

Benötige ich eine Baugenehmigung?

Nein, grundsätzlich sieht das Baurecht des Landes Baden-Württemberg für Anlagen an und auf Gebäuden keine Genehmigungspflicht vor. Davon ausgenommen:

  • Für Denkmalgeschützte Gebäude: muss eine Genehmigung bei der zuständigen Denkmalschutzbehörde beantragt werden.
  • Für Dächer, bei denen Asbest verbaut wurde, ist die Anbringung einer PV-Anlage ohne Sanierung gesetzlich untersagt.

 

Muss ich meine PV-Anlage anmelden?

Ja, die Anlage muss sowohl bei dem jeweiligen Netzbetreiber, als auch bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur muss bis spätestens drei Wochen nach Inbetriebnahme durch die Eigentümerin oder den Eigentümer erfolgen (Link: https://www.marktstammdatenregister.de).

 

Sind für meine Erträge Steuern fällig?

Ja. Alle, die ihre Anlage an das öffentliche Netz anschließen, werden unternehmerisch tätig und  müssen deshalb Steuern entrichten. Am einfachsten ist, Sie lassen sich von einem PV-erfahrenen Steuerberater beraten.

Wichtig ist, die unternehmerische Tätigkeit innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme beim Finanzamt zu melden. Gewerbesteuer fällt in der Regel nur für Großanlagen an. Umsatzsteuer je nachdem, ob man sich für oder gegen die Kleinunternehmerregelung entscheidet.

Die Kleinunternehmerregelung ermöglicht eine Umsatzsteuerbefreiung und vereinfacht die Buchführung. Aber: Wer darauf verzichtet, muss zwar Umsatzsteuer zahlen, kann dafür aber auch die Vorsteuer, die beim Anlagenkauf fällig wird, geltend machen. In der Regel lohnt sich deswegen der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung.

Einkommensteuer ist für alle Anlagenbetreibenden auf den erzielten Gewinn fällig. Dabei findet der selbst produzierte und im eigenen Haus verbrauchte PV-Strom Berücksichtigung.

 

Photovoltaik und das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG)

Seit 2010 sind Immobilienbesitzer bestehender Wohn-  und Nichtwohngebäude dazu verpflichtet, Erneuerbare Energien einzusetzen, sobald sie die Heizanlage austauschen. Das Gesetz kann auch durch Installation einer PV-Anlage mit einer bestimmten Leistung ersatzweise erfüllt werden.

Bei solarthermischen Anlagen wird zwischen Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung und Anlagen, die auch die Beheizung des Gebäudes unterstützen können, unterschieden.

Solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung bestehen aus:

  • Solarkollektoren auf dem Dach
  • Solarspeicher im Heizraum
  • Rohrleitungen zwischen Dach und Speicher
  • Regeleinheit mit Umwälzpumpe und Ausdehnungsgefäß im Heizungskeller

Solarthermische Anlagen, die Warmwasserbereitung und die Heizung unterstützen, unterscheiden sich vor allem durch die Speichertechnik und die größere Solarkollektorfläche.

 

Dimensionierung für einen Vier-Personen-Haushalt:

  • Warmwasserbereitung: vier bis sechs Quadratmeter Kollektor, 300 bis 500 Liter Speicher
  • Heizungsunterstützung: zehn bis 14 Quadratmeter Kollektor, 600 bis 1000 Liter Speicher

 

Wie funktionieren Solaranlagen für die Wärmeerzeugung?

Sonnenstrahlen treffen auf die Solarkollek­toren und erwärmen die frostschutzsichere Solarflüssigkeit. Die Regeleinheit schaltet dann die Umwälzpumpe ein. Die transportiert die erwärmte Solarflüssigkeit vom Kollektor zum wassergefüllten Speicher und zurück. Dabei gibt die Solarflüssigkeit Wärme an das Wasser im Solarspeicher ab. Das erwärmte Wasser kann nun im Haushalt genutzt werden. Wenn der Speicher die Maximaltemperatur erreicht oder wenn die Temperatur im Solarkollektor nicht mehr höher ist, als die Temperatur im Speicher, schaltet die Regelung die Umwälzpumpe wieder ab.

 

Solare Kombination

Photovoltaik und Solarthermie muss kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Sie können sich sinnvoll ergänzen und die Unabhängigkeit der Bewohner bei der Gesamtenergieversorgung verbessern.

 

Was sind die Voraussetzungen?

  • große, freie Dachfläche
  • vorteilhaft: zentrale Trinkwarmwasserbereitung und zentrales Heizungssystem

 

Anforderungen des EWärmeG

Bei einer Heizungssanierung fordert das EWärmeG einen Anteil von 15 Prozent Erneuerbaren Energien. Alternativ können solarthermische und/oder Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Solarthermische Anlagen erfüllen die Anforderungen flächeneffizienter. Das EWärmeG gibt Mindestgrößen vor:

Bei 100 Quadratmeter Wohnfläche mindestens:

  • Solarthermie: sieben Quadratmeter Kollektorfläche
  • PV-Anlage: zwei Kilowatt Peak entspricht 14 Quadratmeter Modulfläche

Was müssen Sie auf dem Weg zur eigenen PV-Anlage beachten? Welche Fragen gibt es zu klären und welche Entscheidungen müssen gefällt werden? Diese Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte.

1. Fakten sammeln!

Viele Faktoren entscheiden darüber, ob sich eine PV-Anlage für Sie lohnt. Die wichtigsten haben wir in der Checkliste für Sie zusammengestellt. Füllen Sie die Checkliste doch gleich aus!

2. Mit der ausgefüllten Checkliste können Sie zur Energieberatung gehen, sich die Wirtschaftlichkeit berechnen lassen und weitere Fragen klären (Link: http://www.ortenauer-energieagentur.de/).

3. Kontaktaufnahme zum Solarinstallationsbetrieb

4. Vereinbaren Sie mit der Solarfirma einen Besichtigungstermin und lassen Sie sich ein Angebot machen. Schauen Sie beim Angebot nicht nur auf den Preis der PV-Module. Qualität und Service sind ebenso wichtig, damit Ihre Anlage über 30 Jahre zuverlässig läuft.

5. Finanzierungsplanung

Wie viel können Sie aus eigenen Mitteln finanzieren?

Bei einer Fremdfinanzierung, prüfen Sie die Nutzung des KfW-Kredit-Programms.

6. Auftragsvergabe an einen Solarinstallationsbetrieb und Aufbau der PV-Anlage.

7. Besprechen Sie mit dem Solarbetrieb, wann Sie die Anmeldung Ihrer Anlage beim regionalen Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur vornehmen sollen.

8. Nach Fertigstellung und erfolgreicher Funktionsprüfung, erhalten Sie eine Dokumentation und Betriebsanweisung.

9. Während des Betriebs, je nach Wunsch oder Bedarf:

  • Sichtkontrolle (Wartung)
  • Ertragskontrolle (Monitoring)

Diese statische Beispielsrechnung ersetzt keine professionelle, dynamische und individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung durch eine Beratung. Das Beispiel dient lediglich der groben Orientierung.

 

Beispielhafte Annahmen für die PV-Anlage:

  • Zur Verfügung stehende Dachfläche: 24 Quadratmeter
  • Neigung der Dachfläche: 30 Grad
  • Orientierung der Dachfläche: Süd
  • Haushaltsstrompreis (brutto): 30 Cent pro Kilowattstunde
  • Jahresstromverbrauch des Haushaltes: 3500 kWh/a
  • Betrachtungszeitraum: 20 Jahre
  • Anteil Eigenmittel an Finanzierung: 100 Prozent

 

Beispielhafte Annahmen zu Leistung und Kosten der PV-Anlage:

  • Leistung je PV-Fläche: ein Kilowatt peak pro sechs Quadratmeter
  • Anlagenkosten (netto): 1300,00 Euro pro Kilowatt peak
  • Betriebskosten: jährlich 1,5 Prozent der Investitionskosten

 

Leistung = 24 m² * 1 kWp/6 m²= 4 kWp

Invest = 4 kWp * 1.300 Euro/kWp= 5200 Euro

Betrieb = 1,5 Prozent/a * 5200 Euro * 20 a = 1.560 Euro

Über 20 Jahre entstehen also Kosten in Höhe von 6760 Euro.

 

Beispielhafte Annahmen zu Stromertrag, Eigenverbrauch und Einspeisung der PV-Anlage:

  • Ø spezifischer Energieertrag pro Jahr: 1000 kWp/(kWp*a)
  • PV-Eigenstromverbrauch: 1.200 kWh/a (entspricht 30 Prozent des Energieertrags)

Stromertrag = 1.000 kWp/kWp * a * 20 a * 4 kWp

Eigenverbrauch = 30 Prozent * 4.000 kWh/a * 20

Einspeisung  = 80 000 kWh – 24 000 kWh = 56 000 kWh

 

Beispielhafte Annahme zu Ersparnis, Vergütung und Gewinn durch die PV-Anlage:

Mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde werden 30 Cent eingespart.

Ersparnis = 24 000 kWh * 30 ct/kWh = 7200 Euro

Staatliche Vergütung (April 2019): 11,11 ct/kWh

Vergütung = 56 000 kWh * 11,11 ct/kWh = 6222 Euro

Nach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen bleibt nach 20 Jahren folgender Gewinn:

7200 Euro + 6222 Euro - 6760 Euro= 6662 Euro

 

Jährlich bedeutet dies eine Rendite von 3,5 Prozent und eine CO2-Einspeisung von 2,3 Tonnen.

Nach 20 Jahren kann die abbezahlte Anlage in der Regel weiterbetrieben werden und weiterhin Eigenstrom erzeugen. Der eingespeiste Überschuss-Strom wird zu Marktpreisen vergütet.

Kreuzen Sie die nachfolgenden Fragen mit Ja oder Nein an. Die Liste umfasst die wichtigsten Punkte, die für eine Abschätzung der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage auf Ihrem Dach notwendig sind.

 

Frage 1: Sind Sie Eigentümer einer zu Wohnzwecken genutzten Immobilie?

(  ) Ja  (  ) Nein

 

Frage 2: Bewohnen Sie diese Immobilie selbst?

(  ) Ja  (  ) Nein

 

Frage 3: Weist Ihr Gebäude Dachflächen mit Ost- Süd- oder Westausrichtung oder ein Flachdach auf?

(  ) Ja (  ) Nein

 

Frage 4: Sind diese Flächen (weitestgehend) verschattungsfrei?

Hinweis: z.B. außerhalb benachbarter Bäume, Häuser, Kamine, Gauben, Masten.

(  ) Ja  (  ) Nein

 

Frage 5: Ist in absehbarer Zeit mit einer Erneuerung der Heizung zu rechnen?

(  ) Ja (  ) Nein

 

Hinweis: Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes Baden-Württemberg verpflichtet Eigentümer bestehender Wohngebäude beim Heizungsanlagenaustausch, mindestens 15 Prozent der Wärme durch Erneuerbare Energien zu decken oder Ersatzmaßnahmen nachzuweisen (unter anderem gelten Photovoltaikanlagen als Ersatzmaßnahme).  

Sie haben drei oder mehr Fragen mit Ja angekreuzt? Super! Dann lohnt sich der Gang zu einem Energieberater, der einen Eignungs-Check Solar bei Ihnen durchführt. Wenn Sie sich während der PV-Kampagne zu einem Check anmelden, werden die üblich anfallenden Kosten von 30,00 Euro von der Stadt Lahr übernommen (Anmeldung bei der Ortenauer Energieagentur, Tel. 0781 / 924619-0, E-Mail: info@ortenauer-energieagentur.de).