Blick von unten zur Glasfassade des Bürgerbüros mit dem Schild

Niederlassungserlaubnis

Einleitung

Wenn Sie bisher eine (befristete) Aufenthaltserlaubnis hatten, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, nach Ablauf einer bestimmten Zeit eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten.

Die Niederlassungserlaubnis ist zeitlich und räumlich nicht beschränkt und berechtigt Sie dazu, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Sie darf nur in Ausnahmefällen mit Nebenbestimmungen (z.B. politisches Betätigungsverbot) versehen werden und schützt in besonderem Maß vor einer Ausweisung.

Voraussetzungen

  • Sie müssen in der Regel seit fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzen. Je nach Zweck des Aufenthalts, für den Sie die Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, gelten aber gegebenenfalls auch andere Fristen.
  • Der Lebensunterhalt ist ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel gesichert. Der Lebensunterhalt gilt als gesichert, wenn Einkünfte mindestens in Höhe des einfachen Sozialhilferegelsatzes zuzüglich der Kosten für Unterkunft und Heizung sowie etwaiger Krankenversicherungsbeiträge erzielt werden.
  • Sie haben fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in eine andere Versorgungseinrichtung mit vergleichbaren Leistungen bezahlt.
  • Sie haben keine Vorstrafen.
  • Sie sind dazu berechtigt, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und besitzen dafür alle erforderlichen Erlaubnisse.
  • Sie verfügen über ausreichende Deutschkenntnisse sowie über Grundkenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung.
  • Ihnen und Ihrer Familie steht ein ausreichend großer Wohnraum zur Verfügung.

Zusätzlich gelten die allgemeinen Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels:

  • Ihre Identität ist geklärt und Sie erfüllen die Passpflicht.
  • Es liegt kein Ausweisungsgrund vor.
  • Soweit kein Anspruch auf einen Aufenthaltstitel besteht, darf Ihr Aufenthalt nicht aus einem sonstigen Grund Interessen der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigen oder gefährden.

Hinweis: In einigen Fällen (z.B. für jugendliche Ausländer, für Familienangehörige von mit Deutschen verheirateten Ausländern, für Selbstständige, ehemalige Deutsche und andere) gelten für die Niederlassungserlaubnis abweichende Voraussetzungen. Insbesondere für die vorangegangene Dauer des Besitzes einer Aufenthaltserlaubnis gelten zum Teil besondere Fristen, beispielsweise:

  • Hochqualifizierten kann in besonderen Fällen eine Niederlassungserlaubnis bereits nach Ablauf des Visums erteilt werden.
  • Ehemaligen Deutschen, die vor dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit seit fünf Jahren den gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet hatten, ist auf Antrag eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen.
  • Selbstständigen kann im Ermessenswege nach drei Jahren eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden.
  • Familienangehörigen (Ehegatten, minderjährige ledige Kinder) von Deutschen wird in der Regel nach drei Jahren eine Niederlassungserlaubnis erteilt (Regelanspruch).
  • Asylberechtigte und Konventionsflüchtlinge, die seit drei Jahren eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen haben, ist eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorher der Ausländerbehörde mitgeteilt hat, dass die Fluchtgründe weiter vorliegen.

Verfahrensablauf

Sie müssen bei der zuständigen Ausländerbehörde einen Antrag auf Niederlassungserlaubnis stellen. Die Behörde prüft Ihren Antrag und erteilt Ihnen, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, die Niederlassungserlaubnis.

Erforderliche Unterlagen

Sie müssen nachweisen, dass Sie die Voraussetzungen erfüllen.

Kosten

85 bis 200 Euro

Hinweis: Für Minderjährige gelten Sonderregelungen.