Kulturhäppchen #6 - Der Schoko-Nasenbeutler

Es ist ein verpackter Schokoladen-Bilby zu sehen.
Schoko-Bilby
...oder: warum nicht alle Australier Osterhasen mögen.

Ostern wird beinahe überall auf der Welt gefeiert. Der Osterhase ist dabei für die meisten der wichtigste Akteur. Doch am „anderen Ende der Welt“ in Australien bekommt der nette Hoppler Konkurrenz - vom Kaninchennasenbeutler.

Wie alles begann: Früher gab es gar keine Kaninchen in Australien. Im 19. Jahrhundert setzten europäische Einwanderer Kaninchen als Jagdbeute aus. Die Kaninchen vermehrten sich so schnell, dass sie sich schon nach kurzer Zeit zu einer massiven Landplage und einer Bedrohung für die heimischen Tierarten entwickelten. Auch der Kaninchennasenbeutler (Bilby), der mit seiner langen Nase und den großen Ohren optisch einem Kaninchen ähnelt, ist vom Aussterben bedroht.

Die Idee vom Osterbilby entstand bereits 1979 mit dem Erscheinen des Buches „Billy the Easter Bilby“ von Rose-Marie Dusting. Um Aufmerksamkeit für die entstandenen Umweltschäden durch die eingeschleppten Kaninchen und Hasen zu schaffen und die einheimischen Tierarten zu schützen machte sich Nicholas Newland, der Gründer der “Foundation for Rabbit-Free Australia”, 12 Jahre später daran, den Osterhasen durch den Osterbilby auszutauschen. Mit dem Kinderbuch „Burra Nimu, the easter Bilby“ verhalf Autorin Jenni Bright 1993 schließlich dem tapferen Bilby, der sein Land gegen die Übermacht der Hasen und Füchse retten will, zu australienweiter Aufmerksamkeit.
Supermärkte begannen, Schokoladenbilbies zum Verkauf anzubieten. Ein Teil der Erlöse wird zum Schutz der Bilbies verwendet.

Dennoch ließ sich der Osterhase nicht komplett verdrängen – so findet man sowohl Schokohasen als auch Schokobilbys in australischen Supermärkten. Einen Vorteil hat der Bilby übrigens gegenüber dem Osterhasen: Er hat einen Beutel, in dem er die Eier transportieren kann.

Und noch eine wichtige Frage drängt sich in Zeiten von Kontaktverboten und Ausgangssperren auf: Kann der Osterhase überhaupt seinem Job nachgehen?
Laut Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ist der Job des Osterhasen (und auch der der Zahnfee) „systemrelevant“. Und die Münchener Polizei informierte: „Der Osterhase ist schlau und verbindet das Verstecken von Ostereiern mit der Bewegung an der frischen Luft. Diese ist weiterhin erlaubt. Zudem achtet er natürlich auf den Mindestabstand von 1,5 Metern und wäscht sich vorher und im Anschluss die Pfoten.“

Ostern ist gerettet!