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20.04.2010 - Höherer Ertrag bei Solarstromanlagen in 2009

Die Lokale Agenda 21-Gruppe Energie ermittelte auch für das Jahr 2009 – bereits das achte Jahr in Folge – die Leistungsfähigkeit von Solarstromanlagen (Photovoltaikanlagen) in der Region Lahr. Die Anzahl der Teilnehmer hat sich bei 66 eingependelt. Das Gebiet erstreckt sich von Herbolzheim bis Hohberg und vom Schuttertal bis in die Rheinebene.

Sinn der Untersuchung ist es, den Stand der Technik, deren Leistung und Betriebszuverlässigkeit zu ermitteln und jedem Teilnehmer einen Vergleich zu ermöglichen, ob seine Anlage gut oder verbesserungsbedürftig ist. Schließlich entgehen den Nutzern mit jeder verlorenen Kilowattstunde Solarstrom bis zu 57 Cent.

Wichtigste Größe des Vergleichs ist der jährliche solare Stromertrag in Kilowattstunden (kWh) bezogen auf eine Nennleistung des Solargenerators von ein Kilowatt (kW). Diese Leistung entspricht einer Fläche von knapp 10 m², wenn die Sonne voll darauf scheint. Im Jahr 2009 betrug das Mittel aller 66 Anlagen 1.001 kWh/kW. Dieses Ergebnis ist um 3,3 % besser als das des Vorjahres, weil die Energieeffizienz von Neuanlagen steigt und die Sonneneinstrahlung in 2009 etwas höher als im Vorjahr war. Photovoltaikanlagen erwirtschaften deshalb heutzutage bereits nach vier Jahren so viel Energie wie zu ihrer Herstellung erforderlich war; konventionelle Kraftwerke amortisieren sich dagegen energetisch nie, weil sie immer Kohle oder Uran brauchen.

Motor der Wirkungsgradsteigerungen von solarelektrischen Systemen und deren Breiteneinsatz war die Forschungsförderung und das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das in diesen Tagen zehn Jahre alt wird. Das war eine beispiellose Erfolgsgeschichte – im eigenen Land von einem Teil der Energieversorger und der Politik schlecht geredet, aber weltweit 50-fach kopiert. Der dynamische Erfolg ist den Solarstromanlagen aber in diesem Jahr zum Stolperstein geworden: Die Regierung senkt nicht nur routinemäßig zum Jahreswechsel die Einspeisevergütung für Neuanlagen, sondern am 1. Juli noch einmal außerplanmäßig. Sonntagsreden zum Klimaschutz und die Praxis sind eben doch zweierlei.

Von dem genannten Mittelwert in Höhe von 1.001 kWh/kW gibt es natürlich mehr oder weniger große Abweichungen, bedingt durch die Dachneigung und ausrichtung (optimal 30° nach Süden), eventuelle Verschattung, Qualität und Verschaltung der Komponenten und deren Betriebszuverlässigkeit (z. B. zeitweiser Ausfall des Wechselrichters). Der solare Stromertrag variiert deshalb von knapp 720 kWh/kW („ausreichend“) bis über 1.133 kWh/kW („ausgezeichnet“). Die öffentlich betriebene 32 kW-Photovoltaikanlage des Lahrer Max-Planck-Gymnasiums kommt mit 935 kWh/kW diesmal nur auf ein „befriedigend“, weil der Wechselrichter ausgefallen war. In früheren Jahren erhielt diese Anlage immer ein „gut“. Die komplette Vergleichstabelle des Jahres 2009 ist im Internet unter www.agenda-energie-lahr.de zu finden, ebenso auch alle Tabellen ab dem Jahre 2002.

Auch im Jahr 2010 wird die Lokale Agenda 21-Gruppe Energie Lahr wieder einen anonymisierten und kostenlosen Leistungsvergleich von Solarstromanlagen durchführen. Neu-Anmeldungen sind beim Agenda-Büro der Stadt Lahr, Manfred Kaiser, Tel. 07821 / 910 06 21, E-Mail: agenda21@lahr.de möglich.