Blick von unten zur Glasfassade des Bürgerbüros mit dem Schild

Grundsteuer

Einleitung

Wer Grundbesitz hat, ist grundsteuerpflichtig. Im Unterschied zur Grunderwerbsteuer, die nur einmal beim Kauf eines Grundstückes anfällt, müssen Sie die Grundsteuer jährlich zahlen.

Es wird unterschieden zwischen Grundsteuer A (für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, Stückländereien) und Grundsteuer B (alle anderen Grundstücke).

Hinweis: Als Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer dient der Einheitswert des Grundstücks, des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft oder der Stückländereien. Das persönliche Vermögen des Grundstückeigentümers spielt dabei keine Rolle.

Voraussetzungen

Eigentum, Teileigentum oder Erbbaurecht an einem Grundstück.

Als Grundbesitz zählen:

  • bebaute und unbebaute Grundstücke
  • Wohnungseigentum
  • Teileigentum
  • Erbbaurechte
  • Wohnungserbbaurechte
  • Betriebe der Land- und Forstwirtschaft
  • land- und forstwirtschaftliche Grundstücke (Stückländereien)
  • Betriebsgrundstücke

Verfahrensablauf

Das zuständige Finanzamt muss zuerst den Einheitswert des betreffenden Grundstücks bestimmen. Der ermittelte Einheitswert wird danach mit den im Grundsteuergesetz festgeschriebenen Steuermesszahlen multipliziert. Diese betragen:

  • für land- und forstwirtschaftliche Betriebe: 6 Promille
  • für Einfamilienhäuser: für die ersten 38 346,89 Euro des Einheitswerts 2,6 Promille und 3,5 Promille für den Rest des Einheitswerts
  • für Zweifamilienhäuser: 3,1 Promille
  • für alle übrigen Grundstücke: 3,5 Promille

Der sich so ergebende Grundsteuermessbetrag wird im letzten Schritt von der Gemeinde mit einem sogenannten Hebesatz multipliziert. Die Hebesätze kann die Gemeinde selbst festlegen und in der Gemeindesatzung verankern.

Aktuelle Hebesätze der Stadt Lahr:

Grundsteuer A - 390 v. H.

Grundstuer B - 420 v. H.

Die so errechneten Größen Einheitswert, Grundsteuermessbetrag und Grundsteuer werden jeweils mit einem eigenen Bescheid bekannt gegeben.

Frist / Dauer

Die Grundsteuer wird jeweils für das Kalenderjahr festgesetzt und ist in vier Raten zu folgenden Terminen zu zahlen:

  • 15. Februar
  • 15. Mai
  • 15. August
  • 15. November

Hinweis: Der ganze Jahresbetrag kann auch auf einmal am 1. Juli gezahlt werden. Dafür ist ein eigener Antrag notwendig, der bis 30. September für das Folgejahr zu stellen ist.

Sonstiges

Die Grundsteuer ist eine Steuer auf Grundstücke. Bestimmte Grundstücke sind von der Grundsteuer befreit (z.B. Grundstücke, die sich im Besitz von Religionsgesellschaften befinden und auch für religiöse Zwecke verwendet werden).

Hinweis zur Grundsteuerpflicht bei Eigentumswechsel:
Werden Grundstücke im Laufe des Kalenderjahres (Steuerjahres) verkauft, ist nach den gesetzlichen Bestimmungen der bisherige Eigentümer bis zum Ablauf des Kalenderjahres (Steuerjahres) zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet.
Die Zurechnung und somit die Verpflichtung des neuen Eigentümers zur Zahlung der Grundsteuer beginnt erst zum 01. Januar des auf den Eigentumswechsel folgenden Jahres. Vereinbarungen im notariellen Vertrag (z.B. Kaufvertrag) haben nur privatrechtliche Bedeutung für die Verrechnung der Grundsteuer zwischen dem bisherigen und dem neuen Eigentümer für das Jahr des Übergangs. Sie berühren nicht die Zahlungspflicht gegenüber der Stadt Lahr.

Informationsverlauf:
Die Stadt Lahr erhält vom Grundbuchamt keine Nachricht über den Eigentumswechsel. Lediglich das Finanzamt Lahr wird über den Eigentumswechsel informiert. Erst durch einen neuen Grundsteuermessbescheid des Finanzamts wird die Stadt Lahr hierüber in Kenntnis gesetzt. Danach können die Änderungen, welche Auswirkungen auf die Grundsteuerpflicht haben, vorgenommen werden.

Rechtsgrundlage
Grundsteuergesetz

Formulare und Satzungen
Satzung über die Erhebung der Grundsteuer und Gewerbesteuer (Hebesatzsatzung)

Adressänderung