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01.10.2012 - Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

„Zur Betreuung von Menschen mit Demenz braucht es eine ganze Stadt“ so drückte es der Erste Bürgermeister Guido Schöneboom in Anlehnung an das afrikanische Sprichwort „Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf“ in seiner Einführung zum Figurentheaterstück „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor aus.
Anlass für das Theaterstück war der Welt-Alzheimertag unter dem Motto „Demenz: Zusammen leben“ und die Kooperation der Partner Netzwerk Demenz, Pflegestützpunkt Ortenaukreis-Außenstelle Lahr, VHS Lahr und Mediathek Lahr. Gemeinsam nutzen diese Partner immer wieder Möglichkeiten, auf vielfältige Weise auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen und Menschen zu informieren, wie sie angstfrei, angemessen und respektvoll mit Demenzkranken umgehen können.
Neben Informationen zum Thema und Gesprächsmöglichkeiten standen an diesem Abend Spaß und Unterhaltung im Vordergrund. Billy Bernhard zeigte im ChausséeTheater seine Umsetzung von „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ nach dem gleichnamigen, für den Jugendliteraturpreis 2011 nominierten Buch von Martin Baltscheit. Geschickt führte er das kleine und große Publikum in die Welt des Fuchses. Zunächst erlebten die Zauschauer/innen den Fuchs als trickreichen Jäger und Vorbild der jungen Füchse, denen er mit Charme und Witz Lernerfahrungen ermöglicht. Dann vergisst er einzelne Dinge und hat zunehmend Schwierigkeiten, sich auf der Jagd und im Leben zurechtzufinden. Noch einmal hat er Glück und entkommt den Jägerhunden, wird gefunden und von den jungen Füchsen aufgenommen. Die fabelhafte, humorvolle und warmherzige Geschichte wurde von Billy Bernhard sehr gut und facettenreich in Szene gesetzt, was nicht zuletzt an dem von ihm liebevoll gestalteten Figuren und dem Bühnenbild lag. Gut eine Stunde verfolgte das Publikum gespannt, aufmerksam und mit viel Gelächter das Leben des Fuchses, bis hin zu Kirchgang und Sonntagsbraten.
Trotz der nicht einfachen Thematik hatte das gemischte Publikum (von sehr jung bis schon etwas älter) in vielen Szenen ausgiebige Gelegenheiten mitzulachen und teilweise auch mitzumachen. Die einzelnen Szenen wurden vom Erzähler Bernhard zu einem Gesamtwerk verbunden. Ein in jeder Hinsicht fabelhaftes und wunderschönes Figuren-Theaterstück. Wer die kostenlose Veranstaltung in Lahr verpasst, kann vielleicht noch andere Gelegenheiten (zum Beispiel Waldshut-Tiengen am 04. Oktober 2012) nutzen. Wir meinen: Es lohnt sich!
Und bei Fragen rund um die Themen Demenz oder Pflege lohnt sich ein Gang zum Pflegestützpunkt Ortenaukreis – Außenstelle Lahr, Amt für Soziales, Schulen und Sport, Heike Dorow, Rathausplatz 7, 77933 Lahr, Telefon: 07821/910-5017, Kontaktzeiten: Dienstag und Freitag von 09:00 bis 13:00 Uhr sowie Donnerstag von 14:00 bis 18:00 Uhr.