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29.09.2011 - „Die Akte Auguste D.“

Aus den Aufzeichnungen der Biographie „Alzheimer“ von Konrad und Ulrike Maurer verfasste Ulrike Hofmann-Paul das Theaterstück „Die Akte Auguste D.“ in der Tradition des Dokumentartheaters. Gemeinsam mit dem Schauspieler, Theaterpädagogen und Regisseur Basil Dorn präsentiert sie am Donnerstag, 06. Oktober 2011, um 18:30 im Pflugsaal, Kaiserstraße 41 in Lahr, „Die Akte Aguste D“.

Die Inszenierung nähert sich dem Thema Alzheimer auf ungewöhnliche Weise, sie erzählt eine wahre Geschichte und lässt das Publikum als Beobachter an der Entdeckung des Krankheitsbildes teilhaben.

Die im Volksmund „Alzheimer“ genannte Demenzerkrankung trägt den Namen von Alois Alzheimer, der als erster die Krankheit beschrieb. Der Psychiater und Neuropathologe begegnete am 25. November 1901 der Patientin, die ihn berühmt machen sollte: Auguste Deter. Ihr Ehemann brachte sie in die Anstalt, nachdem sie sich innerhalb eines Jahres stark verändert hatte. Sie war eifersüchtig geworden, konnte die einfachsten Sachen im Haushalt nicht mehr verrichten, versteckte Gegenstände, fühlte sich verfolgt und behelligte aufdringlich die Nachbarschaft. Die von Alois Alzheimer notierten Originaldialoge zwischen Arzt und Patientin dokumentieren den Verlauf der Krankheit auf sprachlicher Ebene.

Das Stück ist jedoch nicht nur ein eindrucksvolles Porträt der Krankheit, sondern thematisiert auch das Milieu der Irrenanstalten, die Methoden der Hirnforscher zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und auch den Charakter Alois Alzheimers selbst.

Zur Organisation und Durchführung der Veranstaltung haben sich der Pflegestützpunkt Ortenaukreis-Außenstelle Lahr, die VHS Lahr sowie die Stadtbücherei Lahr als bewährte Kooperationspartner zusammengefunden. Für 5,00 Euro Eintritt erleben die Zuschauer ein beeindruckendes Stück Medizin- und Krankheitsgeschichte.