Torte mit der Aufschrift World Mayor
© Stadt Lahr

Anerkennung für geleistete Integrationsarbeit der Stadt Lahr „World Mayor 2016“: Platz zwei für OB Dr. Müller

Am 13. Februar 2017 hat die Londoner World Mayor Foundation die Platzierungen für den World Mayor Prize 2016 bekanntgegeben. Platz zwei wurde vergeben an Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller.

Speziell ausgezeichnet wurde er für die Integrationsleistungen mit den russlanddeutschen Einwohnern (Commendation for services to integration and to the well-being of the City of Lahr).

"Ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut. Es ist eine Auszeichnung für die ganze Stadt Lahr und 25 Jahre kontinuierliche Integrationsarbeit", so der OB nachdem er die Nachricht erhalten hatte. "Die Platzierung ist eine ganz besondere Anerkennung für die Arbeit der zahlreichen ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger, für die Migranten, die in der Stadt leben und sich engagieren, für den Gemeinderat und die Stadtverwaltung. Es ist eine Auszeichnung für die Bürgerschaft der Stadt Lahr, die die aktive Integration von Zuwanderern mitprägt und voranbringt. Wir haben uns immer den historischen Aufgaben, die eine nationale Dimension haben, gestellt und tun dies kontinuierlich weiter bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen.

Die Auszeichnung bestätigt außerdem das Leitbild des Miteinanderlebens in Lahr, wie wir es vor drei Tagen beim Kommunalen Flüchtlingsdialog erneut hervorgehoben haben. Erfolgreiche Integration erfordert nicht das Aufgeben der Herkunftskultur und das Kappen aller Beziehungen in die alte Heimat. Wer nach Lahr kommt, muss nicht zu unserem Abziehbild werden. Migranten dürfen und sollen ihre eigene Identität behalten und sich damit einbringen in unser städtisches Leben. Wir wollen Zusammenleben in ausgesöhnter Verschiedenheit. Integration bedeutet jedoch, Eigenverantwortung zu übernehmen und offen zu sein für Lernprozesse. Der zweite Rang bei der Vergabe des World Mayor Preises 2016 bestärkt und motiviert alle in Lahr, die das für richtig halten und aufeinander zugehen. Bei den Einheimischen und bei den Zuwanderern. Der Preis wurde rückblickend verliehen, er wirkt jedoch in die Zukunft!", betont der Oberbürgermeister.

Die Nominierung des Oberbürgermeisters für den World Mayor Prize 2016 im vergangenen Sommer hat besondere Aufmerksamkeit auf Lahr gezogen. Dr. Müller hat mit großem Abstand die meisten Einträge aller Nominierten erhalten. Die Einträge kamen aus vielen Ländern weltweit. Aus der Region und aus Baden-Württemberg sowie Deutschland sind auch beim OB und der Stadtverwaltung viele Anfragen und Unterstützungsbekundungen eingegangen. Die Nominierung und Auszeichnung hat international auf die gelungene Integration in Lahr und die Weltoffenheit seiner Bürger aufmerksam gemacht.

OB Dr. Müller: "Ich sage allen Unterstützern und der World Mayor Foundation ganz herzlichen Dank für das Engagement, die Auswahl des Themas und die vielfältige Mitwirkung. Dem World Mayor 2016, meinem Kollegen Bart Somers aus Mechelen, gratuliere ich ganz herzlich. Ich werde mit ihm Kontakt aufnehmen zum gegenseitigen Austausch. Wir wollen auch von Mechelen lernen, und auch gern neue Ideen kennenlernen, die das positive Miteinander aller Kulturen in einer Stadt voranbringen."

Die Stadt Lahr ist hocherfreut, dass der OB den zweiten Platz erreicht hat. "Wir bedanken uns bei allen, die die Wahl so aktiv und mit vielfältigen Beiträgen begleitet haben. Der 2. Platz ist ein sichtbarer Beleg für den eingeschlagenen Weg hin zu einer solidarischen Stadtgesellschaft, die sich unter Federführung des Oberbürgermeisters in den vergangenen knapp 25 Jahren mit Unterstützung der Fraktionen des Stadtrats, der politischen Parteien, der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, unzähliger sozialer, caritativer Institutionen und der breiten Akzeptanz ehrenamtlich engagierter Mitbürger den Herausforderungen von Integration oder aktuell der Aufnahme von Flüchtlingen aufgeschlossen und erfolgreich gestellt hat", erklärte der Erste Bürgermeister Guido Schöneboom.

Die City Mayors Foundation mit Sitz in London vergibt den World-Mayor-Preis alle zwei Jahre an einen Bürgermeister, der herausragende gesellschaftliche Beiträge geleistet hat, die auch für andere Städte in der ganzen Welt von Bedeutung sind. Für das Jahr 2016 wurde dieser Preis an einen Bürgermeister verliehen, der die Herausforderungen angenommen hat, die durch Migration und Einwanderung gestellt werden. Und so nutzten OB Dr. Wolfgang G. Müller und die Verwaltung die Gelegenheit, um die in den vergangenen rund 25 Jahren in Lahr geleistete Integrationsarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen hervorzuheben und zum Beispiel in den Partnerstädten und auch unter Migranten um eine Unterstützung im Finale zu werben. "Wenn Integration so bearbeitet wird wie in Lahr, ist sie ein Zugewinn", betont der Oberbürgermeister.

Als Beispiele nannte er die positive Arbeitsmarktentwicklung, die Zahl der Unternehmensgründungen von Migranten, die vielfältigen Angebote des Integrationsbeirats und das Engagement von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Jugendgemeinderat. Seit Anfang der 1990er-Jahre werde in Lahr eine aktive Integrationsarbeit betrieben. Dabei sei es zunächst vor allem um die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion gegangen, heute sei die Aufgabe angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation komplexer. "In Lahr leben derzeit Menschen aus mehr als 110 Nationen und es gibt ein für alle verbindliches Leitbild für das Miteinanderleben", erläutert Günter Evermann, Leiter des Amts für Soziales, Schulen und Sport in dem der Großteil der Integrationsarbeit angesiedelt ist.

Schwerpunkte der Integrationsarbeit seien unter anderem die Sprachförderung von den Kindertagesstätten bis ins Erwachsenenalter, die Verbesserung der Bildungschancen für Migranten, die Förderung und Beratung von Familien, die allgemeinen zweisprachigen Sozialberatungen, Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, die Gewalt-, Sucht- und Kriminalprävention, die mobile Jugendarbeit, die wohngebietsbezogene soziale Arbeit, die Koordination der lokalen Flüchtlingshilfe und der interkulturelle Beirat. Dies alles sei nur mit vielen – auch ehrenamtlichen – Multiplikatoren möglich.

Der Oberbürgermeister fügt hinzu, dass die Integration der jetzt nach Deutschland zuziehenden Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten und aus Afrika eine noch größere Herausforderung sei als die in den zurückliegenden Jahrzehnten mit den Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg, den Gastarbeitern, den Boatpeople aus Vietnam und den Spätaussiedlern in den 1990er-Jahren. Die Verantwortlichen der Stadt Lahr wüssten um diese jahrzehntelange Herausforderung und seien nicht blauäugig. Deshalb verweist Dr. Wolfgang G. Müller in diesem Zusammenhang auch auf seine schon wiederholt getätigten Aussagen: Integration ist eine Aufgabe über Generationen! Integration findet nicht im Kanzleramt statt! "Kriterien für die Nominierung zum World-Mayor-Preis waren ausdrücklich auch die Herausforderungen, die eine Stadt in den vergangenen mehr als Jahren auf sich genommen hat sowie das praktizierte Engagement in der Bevölkerung zum Gelingen der Zuwanderung. Deshalb habe ich die Nominierung stellvertretend für alle angenommen", betont der Oberbürgermeister. "Ich sehe die Auszeichnung auch als Anerkennung der Bedeutung von Kommunen für die Integration. Friedliches und solidarisches Zusammenleben gelingt nur in der Form von gelebter kultureller Offenheit in unseren Städten und Gemeinden. Wer sich dieser Sicht anschließen will, den lade ich zur Unterstützung ein, über dessen Unterstützung freue ich mich ganz besonders." Weitere Informationen zum World-Mayor-Preis finden Sie unter www.worldmayor.com.