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Wärmepumpen im Test: Ein Beitrag zum Klimaschutz?
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Der Vergleich zeigt: Grundwasser- und Erdwärme können im Vergleich zur Gas- oder Ölheizung bis zu einem Viertel des Treibhausgases Kohlendioxid einsparen
Arbeitskreis diskutiert die Jahresergebnisse des Feldtests Elektro-Wärmepumpe in Lahr
Wärmepumpen verwandeln die Energie aus Grundwasser, Luft oder dem Erdreich in Heizwärme. Die Gruppe Energie der Lokalen Agenda 21 in Lahr untersucht 33 Anlagen auf ihre Umweltfreundlichkeit. Der Test zeigt: Grundwasser- und Erdwärme können im Vergleich zur Gas- oder Ölheizung bis zu einem Viertel des Treibhausgases Kohlendioxid einsparen.
Im „Feldtest Elektro-Wärmepumpen“ untersucht die Lokale Agenda 21-Gruppe Energie der Stadt Lahr den Stand heutiger Wärmepumpentechnik, deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Die Agenda-Gruppe stellte jetzt die neusten Ergebnisse des ersten Messjahres dem Arbeitskreis vor. Dieser setzt sich zusammen aus den Vertretern der beiden Projekt-Förderer badenova und E-Werk Mittelbaden, dem Handwerk, der Ortenauer Energieagentur, des Steinbeis-Transferzentrums, der Fachhochschule (beide Offenburg) und dem Umwelt- und Agenda-Beauftragten der Stadt Lahr.
Heizen mit Öl, Gas oder Strom – wer es im Winter kuschelig warm haben will, muss nicht nur steigende Preise in Kauf nehmen. Beim Verbrennen solcher Primärenergiequellen wird auch klimaschädliches Kohlendioxid frei. Um Klima und Geldbeutel zu schonen, interessieren sich viele Hausbesitzer auch für elektrische Wärmepumpen. Die funktionieren ähnlich wie ein Kühlschrank, jedoch genau umgekehrt: Anstatt Kälte wird der Umgebung Wärme entzogen, beispielsweise aus dem Erdreich, der Luft oder dem Grundwasser. Anschließend wird die Umgebungswärme auf ein nutzbares Temperaturniveau „gepumpt“.
Ohne Strom aus der Steckdose kommen Elektro-Wärmepumpen jedoch nicht aus. Für Hausbesitzer ist daher interessant, wie energieeffizient eine Anlage arbeitet. Darüber gibt die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) Auskunft. Sie gibt an, wie viel Energie für die Heizarbeit pro Jahr zugeführt werden muss. Projektkoordinator Dr. Falk Auer resümiert: „Wenn Wärmepumpen zum Klimaschutz beitragen sollen, dann muss die Jahresarbeitszahl über drei liegen, sonst wird Kohlendioxid nicht in nennenswertem Umfang eingespart.“ Eine JAZ von drei heißt: Für die Erzeugung von drei Kilowattstunden (kWh) Nutzwärme wird eine Kilowattstunde Strom benötigt. Der Gesetzgeber setzt noch höhere Maßstäbe. Seit dem 01. Januar 2008 schreibt das Erneuerbare-Wärme-Gesetz bei Neubauten in Baden-Württemberg die anteilige Nutzung von erneuerbaren Energien vor. Die verwendete Technik muss eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 erreichen.
Ab dem Jahre 2006 untersucht die Gruppe Energie der Lokalen Agenda 21 Lahr über dreißig verschiedene Wärmepumpenanlagen im Ortenaukreis auf Herz und Nieren. Die besten Ergebnisse erzielten Erdsonden-Wärmepumpen mit einer durchschnittlichen JAZ von 3,4. So werden, gemessen an einem herkömmlichen Brennwertkessel, rund 25 Prozent Kohlendioxid vermieden. Kombiniert mit einer Fußbodenheizung erreichten zwei Modelle Spitzenwerte von über 4,0. Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten auch Grundwasser-Wärmepumpen mit einer durchschnittlichen JAZ von 3,0. Schlechter schnitten Luft-Wärmpumpen ab. Beim Betrieb von Luft-Wärmepumpen muss so viel Primärenergie zugeführt werden, dass sie gegenüber einem herkömmlichen Brennwertkessel nur in wenigen Einzelfällen einen Umweltvorteil bringen.
Fußbodenheizungen sind günstiger als Radiatoren, weil sie mit einer niedrigeren Temperatur arbeiten. Generell lohnt es sich, die Fußbodenheizung großzügiger auszulegen, und zwar auf 30 Grad statt auf 35 Grad Celsius. Durch Verzicht auf den Heizungspufferspeicher können wiederum 0,1 Jahresarbeitszahlpunkte gewonnen werden. Die sogenannten Heizkurven sollten eher niedriger eingestellt werden – das alles spart Energie und verbessert die Jahresarbeitszahl.
Doch ist, was die Umwelt schont, auch akzeptabel für den Geldbeutel? Dazu Projektkoordinator Auer: „Es ist wie auch im täglichen Leben: Was gut ist, ist leider auch teurer. Wir wollen deshalb nach Abschluss der Messungen noch eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung der verschiedenen Wärmepumpensysteme durchführen.“
Bei den Messungen wurde auch deutlich, dass Sonnenkollektoren das Brauchwasser energieeffizienter erwärmen als Warmwasser-Wärmepumpen. Für den Betrieb von Wärmepumpensystemen empfiehlt die Agenda-Gruppe Energie Ökostrom, wenn er dauerhaft und nennenswert aus neuen Ökostromkraftwerken stammt und ein Fonds existiert, der den Bau neuer, möglichst vieler Ökostromkraftwerken ermöglicht. Eine Gewähr dafür bieten z.B. das ok-power-Gütesiegel, das Grüner-Strom-Label GOLD oder auch das TÜV-Süd-Zertifikat EE01.
Weitere Informationen stehen im Abschlussbericht des Feldtests Elektro-Wärmepumpen, der im Internet unter www.agenda-energie-lahr.de zu finden ist. Die Messergebnisse liefern Planern, Handwerkern und Energieberatern verlässliche Daten über die energieeffizientesten Wärmepumpensysteme und geben Hinweise für eine optimierte Installation.




