Lahrer Persönlichkeiten

Ein Portraitgemälde zeigt Philipp Jakob Siebenpfeiffer. Er hat braunes gewelltes Haar und braune Augen. Er trägt ein weißes Hemd mit hohem Stehkragen und ein weißes gebundenes Tuch am Hals, dazu eine brauche Jacke mit hochgeschlagenem Kragen. Er lächelt leicht und wirkt symphatisch.
Portraitgemälde von Philipp Jakob Siebenpfeiffer
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Philipp Jakob Siebenpfeiffer wurde 1789 in Lahr geboren. Nach seinem juristischem Studium arbeitete Siebenpfeiffer zunächst als Beamter in Landau, ab 1818 als Landescommisaire in Homburg. Aufgrund seiner publizistischen Tätigkeit für die liberale Bewegung wurde Siebenpfeiffer 1832 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Gemeinsam mit Johann Georg August Wirth organiserte er das "Hambacher Fest" von 1832. Etwa 30 000 Menschen demonstrierten an diesem Tag für Einheit und Freiheit, das heißt für eine föderative deutsche Republik, für eine Allianz demokratischer Kräfte in Europa und damit gegen die restaurativen Kräfte der Heiligen Allianz. Siebenpfeiffer wurde als Organisator zu zwei Jahren Haft verurteilt. Es gelang ihm jedoch, in die Schweiz zu fliehen, wo er als Professor tätig wurde. 1845 starb Siebenpfeiffer, der einer der bedeutendsten Liberalen des deutschen Vormärzliberalismus war.

Eine Zeichnung / Radierung zeigt Ludwig Eichroth mit Anzug, Hut und Vollbart.
Ludwig Eichrodt
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Der Jurist Ludwig Eichrodt, geboren 1827 in Durlach, wirkte ab 1871 als Oberamtsrichter in Lahr. Zusätzlich zu seinem beruflichen Erfolg erlangte Eichrodt insbesondere wegen seines umfangreichen schriftstellerischen Schaffens große Bedeutung. Auf seine Parodien der Werke des Dichters Samuel Friedrich Sauter geht der noch heute gebräuchliche Epochenbegriff "Biedermeier" zurück. Die meisten seiner zahlreichen Gedichte, Balladen und auch einst vielgesungenen Studentenlieder sind im Lauf der Jahre in Vergessenheit geraten. Eichrodt starb 1892 in Lahr.

Schwarz-weiß Fotografie von Ludwig Sütterlin. Er trägt einen seitlich nach oben gezwirbelten Schnauzbart, ein weißes Hemd, schwarzen Anzug und eine schwarze Fliege.
Ludwig Suetterlin
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Ludwig Sütterlin, 1865 in Lahr geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in seiner Heimatstadt am Fuß des Schwarzwalds. Bekannt wurde der Grafiker nach seiner Übersiedlung nach Berlin, als er 1894 die Zeichnungen anlässlich des Jubiläums der "Berliner Elektricitätswerke AG" schuf und 1896 den ersten Preis bei einem Plakatwettbewerb für die Berliner Gewerbeausstellung errang. 1911 entwickelte er im Auftrag der preußischen Regierung eine neue Schulausgangsschrift, die sogenannte Sütterlin-Schrift, die ab 1914 in Preußen, ab 1931 in Baden bis 1941 in den Schulen verwendet wurde. Sütterlin starb im Hungerwinter 1917 in Berlin.

Ein Selbstportrait zeigt Emil Rudolf Weiß als Maler auf einem Stuhl sitzend, in einer Hand hält er einen Pinsel, in der anderen eine Zigarre. Im Hintergrund sitzt eine nackte Frau als Aktmodel. Weiß trägt eine beige Strickjacke, blaue Hose, weißes Hemd und eine rotbraune Krawatte.
Emil Rudolf Weiß, Selbstportrait
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Emil Rudolf Weiß wurde 1875 als Sohn eines Polizeikommissars in Lahr geboren. Der Maler und Grafiker entwickelte bekannte Druckschriften (unter anderem die sogenannte Weiß-Fraktur und Weiß-Antiqua) und erlangte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts weltweit Bedeutung als Buchgestalter. Weiß lebte und lehrte seit 1907 in Berlin. 1933 vertrieben ihn die Nationalsozialisten aus der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Er starb 1941 in Meersburg.

Eine Gedenktafel aus Metall zeigt ein Relief-Portrait von Alfred Frank. Darunter die Inschrift:
Alfred Frank, Gedenktafel
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

1884 in Lahr geboren. Ausbildung zum Chromolithograph bei der Lahrer Firma Ernst Kaufmann. 1906 Übersiedlung nach Leipzig. Entwickelte sich in den 1920er-Jahren zu einem bedeutenden Grafiker und Maler mit starken politischen Engagement (seit 1920 Mitglied der KPD). Nach 1933 illegale Tätigkeit, mehrmals verhaftet. 12. Januar 1945 wegen "Hochverrats" und "Wehrkraftzersetzung" hingerichtet.

Eine schwarz-weiß Fotografie zeigt ein Portrait von Paul Waeldin. Darauf trägt er ein weißes Hemd, eine weiße Krawatte mit kleinem schwarzen Rautenmuster, einen dunklen schmal gestreiften Anzug inklusive Weste und ein weißes Einstecktuch. Am Anzug ist ein Orden angesteckt. Er hat eine Glatze
Paul Waeldin
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Geboren 1888 in Lahr. 1911 in Jura promoviert. Lokalpolitiker und Landtagsabgeordneter der DDP in Baden (Vorsitzender 1924 bis 1933). 1945 bis 1952 Oberbürgermeister der Stadt Lahr. 1952 bis 1957 erster Regierungspräsident Südbadens. 1946 Mitbegründer der "Demokratischen Partei" (Süd)Badens. Gestorben am 15. November 1969.

Schwarz-weiß Fotografie von Felix Wankel. Er hat eine Glatze und trägt eine Brille mit Metallrahmen sowie ein weißes Hemd, einen schwarzen Anzug und eine Krawatte mit Blumenmuster.
Felix Wankel
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

1902 in Lahr geboren. Entwickelte nach ersten Anfängen in den 1920er- und 1930er-Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den Drehkolbenmotor, der nach ihm benannte wurde und bis heute im Einsatz ist. Wankel starb 1988.

Schwar-weiß Fotografie von Hans Furler. Er hat weißes nach hinten gekämmtes Haar und trägt eine weißes Hemd, einen schmal gestreiften dunklen Anzug und eine Krawatte mit kleinem grafischen Muster.
Hans Furler
Quelle: Stadt Lahr, Stadtarchiv

Hans Furler, 1904 in Lahr geboren, studierte in den 1920er-Jahren Jura und wurde zunächst Rechtsanwalt in Pforzheim. Nach 1945 fand er über die badische CDU den Weg in die Politik, wo er als Bundestagsabgeordneter einer der führenden Europapolitiker der Republik wurde. 1960 bis 1962 wurde er zweiter Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg. Verdienst erwarb er sich auch um das Verhältnis Europas zu den postkolonialen Staaten in Afrika. Er starb 1975 und fand seine letzte Ruhestätte in Oberkirch.