Europa_Flaggen_Straßburg

Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau

Das Bild zeigt das Logo des Eurodistrikts. Auf blauem Untergrund sind der gelbe Sternenkreis der EU und darunter ein grüner Stiel mit zwei Blättern zu erkennen, sodass das ganze wie eine Blume wirkt. Unter steht in weiß auf Blau Euro und dahinter zweizeilig district mit c und distrikt mit k und darunter in blau auf weiß Strasbourg - Ortenau.
Das Logo des Eurodistrikts
Die Gründung des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau am 17. Oktober 2005 sollte Anstoß für die nachhaltige Entwicklung einer wirklich europäischen Metropole mit rund einer Million Einwohnern sein, die sich als ein eigenständiger Arbeits- und Lebensraum versteht.

Grundstein dieses grenzüberschreitenden Projekts ist eine gemeinsame Erklärung von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder und dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jaques Chirac im Jahr 2003. In Anbetracht der europäischen Dimension der Stadt Straßburg als Sitz europäischer Institutionen, der bestehenden intensiven grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der engen historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen wurde diese Initiative in der Region sofort aufgegriffen.

Insbesondere die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Kommunen soll durch den Eurodistrikt auf eine neue Ebene gestellt werden. Darüber hinaus dient der Eurodistrikt als Regelwerk, das helfen soll, die nach wie vor durch die Grenzsituation bedingten Einschränkungen im Alltagsleben der Menschen zu überwinden. Zudem ist der Eurodistrikt Modell für andere Grenzregionen in der Europäischen Union.

Das Bild zeigt die Pflimlinbrücke über den Rhein bei Altenheim vom Fluss aufgenommen.
Rheinbrücke bei Altenheim

Die Partner wollen die bereits bestehende vielfältige Zusammenarbeit auf ein neues Niveau stellen.

Drei Hauptziele werden verfolgt:

  • Der Eurodistrikt erprobt pilothaft die weitergehende Integration in europäischen Grenzregionen.
  • Der Eurodistrikt trägt zur nachhaltigen Entwicklung uer Region bei und stärkt signifikant ihre europäische Ausrichtung.
  • Der Eurodistrikt bringt den Bürgern durch eine intensivere grenzüberschreitende Zusammenarbeit spürbare Verbesserungen im Alltag.

Der Eurodistrikt umfasste zunächst den Ortenaukreis und die Stadtgemeinschaft Straßburg (früher CUS, seit 2015 Eurométropole). 2015 traten die Gemeindeverbände um Erstein, Benfeld und Rhinau bei.

Die am 17. Oktober 2005 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zwischen den damaligen Partnern diente der Gründung des Eurodistrikts und war Grundlage für die gemeinsame Vorbereitung und Umsetzung neuer Ebenen der Zusammenarbeit. Sie enthielt neben organisatorischen Modalitäten die einzelnen prioritären Handlungsfelder wie Umwelt, Verkehr, Bildung, Gesundheitswesen, Beschäftigung, öffentliche Sicherheit und Medien, für die jeweils in Einzelprojekten erarbeitete konkrete Maßnahmen folgen.

Mit der fehlenden Rechtsstruktur waren deutliche Nachteile verbunden: Kein eigenes Budget, keine Geschäftsstelle, keine eigenständige Projektdurchführung. Daher beschlossen die Kooperationspartner, sich eine feste rechtliche Struktur zu geben: Am 4. Februar 2010 wurde in Straßburg ein "Europäischer Verbund für Territoriale Zusammenarbeit" (EVTZ) gegründet mit einer Geschäftsstelle in Kehl und einem jährlichen Budget von knapp 900 000 Euro. Aktueller Vorsitzender ist Roland Ries, Oberbürgermeister von Straßburg. Mit 50 Mitgliedern ist der Eurodistrikt-Rat das beschließende Gremium. Lahr stellt darin drei Mitglieder.

Das Bild zeigt im großen Gemeinderatssaal in Lahr sitzend vorn nebeneinander (von links): Pascal Simon-Studer, OB Dr. Wolfgang G. Müller und Stefan Löhr. Im großen Halbkreis sitzen ihnen Schüler aus dem Eurodistrikt an Tischen gegenüber und interviewen sie.
Schüler aus dem Eurodistrikt interviewen (vorn, von links) Pascal Simon-Studer, OB Dr. Wolfgang G. Müller und Stefan Löhr

Von Januar 2008 bis Januar 2009 war der Lahrer Oberbürgermeister Dr. Müller turnusgemäß deutscher Sprecher des Eurodistrikts. In dieser Zeit wurden die Weichen gestellt für eine deutliche inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung. Auf der Grundlage der "Lahrer Erklärung" vom Oktober 2008 wurde der EVTZ gegründet.

Lahr, als drittgrößte Stadt im Eurodistrikt, hat nicht zuletzt dank seiner vielfältigen Beziehungen über den Rhein ein vitales Interesse an einer erfolgreichen Entwicklung dieses Vorhabens. Die Stadt engagiert sich von Beginn an für dessen Verwirklichung und wird auch in der Umsetzungsphase aktive Beiträge zu den einzelnen konkreten Projekten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit leisten. Nachdem Lahr sich stets für eine südliche Erweiterung des Eurodistrikts auf französischer Seite eingesetzt hat, traten ihm die Gemeindeverbände um Erstein, Benfeld und Rhinau 2015 bei. Damit kann die südliche Ortenau mit ihren direkten elsässischen Nachbarn im Rahmen des Eurodistrikts noch enger zusammenarbeiten.

Nähere Informationen finden Sie unter www.eurodistrikt.eu.